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Erfahrungsbericht - Matteo Dolce


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Matteo Dolce machte eine Ausbildung bei der Stadt München

Matteo Dolce - Verwaltungsfachangestellter

Was macht eigentlich ein Verwaltungsfachangestellter? Genau diese Frage habe ich mir vor ca. drei Jahren gestellt, als ich mich bei der Landeshauptstadt München für diese Ausbildungsrichtung beworben habe. Ich wusste zwar, dass man als Verwaltungsfachangestellter in einer Behörde arbeiten würde und dass diese Ausbildung etwas mit der Ausstellung von Personalausweisen und Pässen oder mit der Auszahlung von Sozialleistungen zu tun hätte, aber wie die Ausbildung genau aussehen würde, das wusste ich nicht.

Heute, nach drei Jahren Ausbildung bei der Stadt München, mit Theorieblöcken an der Bayerischen Verwaltungsschule oder der Berufsschule und mit Praktikumsabschnitten an verschiedenen Dienststellen der städtischen Referate, blicke ich zurück auf eine äußerst lehrreiche und interessante Zeit, die dann doch viel schneller vergangen ist als erwartet.

Stempeln, Post sortieren, Kopieren und Kaffee kochen, so witzelten wir Azubis zu Beginn der Ausbildung, das wären die Kernaufgaben der Verwaltungsfachangestellten. Vorweg: Bis auf das Kaffee kochen gehören diese Aufgaben selbstverständlich auch zum Tagesgeschäft. Nur am Rande: Das Kaffee kochen für meine Vorgesetzten wurde mir während der Ausbildung sogar grundsätzlich untersagt...

Aber diese Ausbildung beinhaltet viel mehr als das. Sie begann im September 2011 mit einer Einführungswoche und einem Einführungsseminar in Bad Tölz: Uns Auszubildenden wurde ausreichend Zeit gegeben, um uns mit den Abläufen dieses riesigen Verwaltungsapparates vertraut zu machen und unsere Azubi-Kolleginnen und -Kollegen kennen zu lernen. Immerhin sind das die Menschen, mit denen man die nächsten drei Jahre viel Zeit verbringt.

Mit ca. 25 Auszubildenden waren wir ein recht großer Kurs, mit den unterschiedlichsten Charakteren und verschiedensten Altersgruppen, von denen fast alle die Ausbildung zu Ende gebracht haben. Nur wenige haben sich während der Ausbildung dazu entschlossen, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen.

Diese Ausbildung ist anspruchsvoll, das kann man nicht leugnen. Es gib wahrlich einfachere Ausbildungsberufe, für die weniger gelernt werden muss. Die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten hat zunächst viel mit Recht und Gesetz zu tun. Unvergessen bleibt dabei der Augenblick, als uns unsere drei dicken Gesetzesbände übergeben wurden, die zusammen so schwer sind, dass einige Kolleginnen und Kollegen sie nur mit Rollkoffer transportieren konnten. Angefangen mit dem Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung, über die Verwaltungsverfahrensgesetze und die Gemeindeordnung bis hin zum Beamtenstatusgesetz lernt man in den drei Jahren eine Fülle an Rechtsvorschriften kennen. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, wie man eine Rechtsgrundlage findet, sondern vor allem wie man diese auf einen Sachverhalt anwendet, um einen bestimmten Fall zu lösen. Das erfordert erlerntes Wissen, Logik und manchmal auch einfaches Querdenken.

In den drei Jahren wechselt man ungefähr alle sechs Monate die Dienststelle, sodass man am Ende der Ausbildung einige Bereiche der Münchner Stadtverwaltung durchlaufen hat. In meinem Fall ging es zunächst in die Stadtentwicklungsplanung, in der ich viel über das Thema Bau (u. a. Projekte wie die zweite S-Bahn Stammstrecke) erfuhr, über das Kommunalreferat, dass sich hauptsächlich mit den Liegenschaften der Stadt beschäftigt, weiter über das Referat für Bildung und Sport, in dem ich in einem Schulsekretariat mitarbeiten durfte, bis hin zur  Branddirektion, für die ich hauptsächlich im Sachgebiet  Katastrophenschutz unterstützendurfte.

Damit habe ich nur einen sehr kleinen Teil an Aufgaben kennengelernt, die die Stadt München tagtäglich zu bewältigen hat.

Ich kann nun behaupten, dass ich mich wieder bei der Stadt bewerben würde, wenn ich mich nun nochmal für einen Ausbildungsberuf entscheiden müsste. In den drei Jahren konnte ich vor allem persönlich eine berufliche Orientierung finden und feststellen, dass ich mich in diesem Bereich weiterentwickeln möchte. Auch hierfür ist die Landeshauptstadt München eine optimale Arbeitgeberin: Während ich mich dazu entschlossen habe unmittelbar im Anschluss an die Ausbildung,ein duales Studium zum Bachelor of Laws bei der Stadt zu beginnen, kann man - auch ohne Abitur, nach einer zweijährigen Wartezeit, - den Angestelltenlehrgang II berufsbegleitend besuchen, um in den gehobenen Dienst aufzusteigen.

Die Ausbildung war genau das Richtige für mich und war mitunter der Auslöser dafür, selbst kommunalpolitisch tätig zu werden. Seit 2014 lerne ich nunmehr nicht nur die Theorie, beispielsweise über eine Haushaltssatzung, sondern beschließe auch praktisch als Gemeinderatsmitglied in meiner Heimatgemeinde selbst über diese mit. Ohne diese Ausbildung wäre es vermutlich nicht dazu gekommen.