Top
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

„Next Stop Cincinnati“ - Auslandspraktikum in Münchens Partnerstadt Cincinnati


Oktoberfestbild  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Drei Münchnerinnen beim „Zinzinnati Oktoberfest“ präsentieren die Riesen-Brezl

Als städtische Nachwuchskraft im Dualen Studium hat man im fünften Semester die Möglichkeit, ein externes Praktikum in der Wirtschaft oder im Ausland zu absolvieren. Diese Gelegenheit wollte ich unbedingt wahrnehmen.

Cincinnati ist eine von Münchens sieben Partnerstädten. Die Städtepartnerschaft besteht schon seit 1989 und manifestiert sich unter anderem durch Schüler- und Lehreraustauschprogramme und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Der deutsche Einfluss, der bereits langen historischen Hintergrund hat, ist in der Stadt deutlich spürbar. Auf einem Spaziergang durch das alte deutsche Viertel „Over the Rhine“ sind die Einflüsse der Deutschen besonders bemerkenswert. Oft erkennt man dort erst auf den zweiten Blick die deutschen Kirchen, alten Straßenschilder und Geschäfte. Seit einigen Jahren werden auch städtische Studentinnen und Studenten für ein Praktikum in die Stadt im amerikanischen Bundesstaat Ohio geschickt.

Bevor es losgeht, muss ein kurzer Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen werden. Ein Betreuer der „Munich Sister City Association“ (MSCA) vermittelt dann auf der amerikanischen Seite einen Praktikumsplatz in der Stadtverwaltung von Cincinnati und den Kontakt zu einer Gastfamilie. Ich wurde der „Cincinnati Parks Foundation“ zugeteilt. Diese privatrechtlich organisierte Stiftung unterstützt das öffentlich rechtliche „Park Board“ finanziell - besonders im Hinblick auf Sicherheit, Sauberkeit und Instandhaltung. Mit einem gepflegten Parksystem geht schließlich auch eine bessere Lebensqualität einher, deshalb sind viele Menschen bereit, in die Zukunft der Stadt zu investieren. Cincinnati erholt sich gerade erst von den Rassenkonflikten und Aufständen der vergangenen Jahre, von denen auch oft in der Presse berichtet wurde.

Meine Tätigkeit umfasste u.a. die Pflege einer Spendendatenbank. Hinzu kam die Mithilfe bei der Planung, Organisation und Durchführung einiger Fundraising Events. Zudem durfte ich an einigen Tagen etwas „Parkluft“ schnuppern und bei herrlichem Spätsommerwetter bei der Pflege des Parksystems mithelfen. Eine angenehme, aber doch kräftezehrende Alternative zum Büroalltag!

Gruppenbild  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Cincinnati hat ein Faible für Deutschland

Auch sonst hat Cincinnati einiges zu bieten. So erlebte ich mit den anderen drei Münchnerinnen beim „Zinzinnati Oktoberfest“ etwas Lokalkolorit. Dieses Ereignis ist ein großes Spektakel in der ganzen Region, zu dem Menschen von nah und fern extra anreisen. Es ist das zweitgrößte Oktoberfest weltweit und somit die kleine Schwester des Münchner Originals. Dennoch steht es dem größten Volksfest der Welt nicht nur bezüglich seiner Größe nach. Vielen Menschen in Cincinnati ist die Begeisterung für die bayerische Kultur deutlich anzumerken. So wird man häufig nach typischen Rezepten, Biersorten und natürlich dem Oktoberfest gefragt. Nicht selten bekommt man in Restaurants „original bayerisches“ Essen angeboten.

Bei Besuchen der vielen schönen Parkanlagen und einiger Museen lernten wir Cincinnati von seiner kulturellen Seite noch besser kennen. Zum Labour Day, dem offiziellen Ende des Sommers, bestaunten wir das riesige Feuerwerk, das direkt am Ohio River stattfindet und ebenfalls ein regionales Großereignis ist. Außerdem bekamen wir eine Führung über den Campus der University of Cincinnati und besuchten auch eine Vorlesung. Um vollends in das amerikanische Leben einzutauchen, durfte natürlich auch der obligatorische Besuch eines Baseballspiels nicht fehlen.

Nebenbei verbrachten wir auch viel Zeit mit unseren Gastfamilien, die sich rührend um uns kümmerten. Dabei sind Freizeitparkbesuche und gemeinsame Theaterabende nur einige zu nennende Unternehmungen gewesen. Ein weiteres Highlight war gewiss der Wochenendbesuch in der nächst gelegenen Großstadt Chicago im Bundesstaat Illinois. Die Metropole am Michigan Lake wird passenderweise auch „The Windy City“ genannt und ist ein wichtiges Drehkreuz für Transport, Wirtschaft und Finanzwesen für ganz USA. Wir waren uns einig: diese tolle Stadt ist definitiv eine Reise wert!

Absolut erwähnenswert ist auch die ganz besondere Gastfreundschaft und Großzügigkeit, die uns vor allem von den Mitgliedern der Munich Sister City Association immer wieder entgegengebracht wurde. Sie freuten sich, wenn man einfach etwas Zeit mit ihnen verbrachte, mehr über das amerikanische Leben lernen wollte und von München erzählte. Ich hoffe, dass diese Menschen in München, der Weltstadt mit Herz, mit ebenso großer Offenheit und Gastfreundschaft empfangen werden wie ich es in Cincinnati erfahren durfte.

Insgesamt war dieser Auslandsaufenthalt für mich in vielerlei Hinsicht eine sehr bereichernde Erfahrung. Mit vielen Leuten aus Cincinnati stehe ich weiterhin in regelmäßigem Kontakt und ich bin mir sicher, dass ich mich noch lange an diese aufregende und unbeschwerte Zeit erinnern werde.

Bericht: Annabel Lehmann (Nachwuchskraft "Public Management")