Top
Logo der Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

"Drei Kinder und einen guten Job"


Kaster-Müller  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Statement von Dr. Eva Kaster-Müller: Meine Arbeit als Juristin bei der Stadt

Wenn ich von anderen Juristinnen und Juristen gefragt werde, was ich mir von der Arbeit für die Stadtverwaltung erwartet habe, muss ich ehrlich sagen, dass ich keine konkreten Vorstellungen hatte. Ich dachte mir aber, dass es eine abwechslungsreiche Tätigkeit sein würde, weil die Stadt ja so viele unterschiedliche Referate hat, die mit den verschiedensten Rechtsgebieten zu tun haben. Außerdem meinte ich, dass ich vom Geschehen in der Stadt, in der ich lebe, mehr mitkriege, wenn ich für sie arbeite. Wichtig war für mich allerdings auch eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie, weil ich damals schon einen kleinen Sohn hatte.

Die Realität sieht jetzt so aus, dass ich in der Rechtsabteilung des Personal- und Organisationsreferats arbeite. Ein Teil meiner Arbeit ist eine klassisch juristische Tätigkeit: das heißt ich schreibe Gutachten zum Beamtenrecht oder bearbeite Fälle aus Arbeits- oder Disziplinarrecht, verfasse Schriftsätze und gehe auch zu Gericht, vor allem zum Verwaltungs- und zum Arbeitsgericht.

Außerdem gehöre ich zur Mediationsstelle der Stadt und bin als innerbetriebliche Mediatorin tätig, wenn es zu Konflikten am Arbeitsplatz kommt. Bevor Führungskräfte Konfliktbeteiligte einen Termin bei uns empfehlen, beraten wir die Vorgesetzten, was sie selbst in so einer Situation tun können. Die Ausbildung zur Mediatorin, die zwei Jahre dauert, finanzierte mir die Stadt.

Der dritte Bereich, in dem ich tätig bin, ist die Zentrale Beschwerdestelle für sexuelle Belästigung. Unser Team besteht aus zwei Frauen und einem Mann. Zu uns kommen Beschäftigte, die sexuell belästigt wurden, aber auch Schülerinnen und Schüler und in selteneren Fällen auch Kinder aus städtischen Einrichtungen (Kitas etc.). Wichtig ist es in so einem Fall, dass die Betroffenen erst mal in Ruhe ihre Erlebnisse schildern können und wir ganz vorsichtig nachfragen, um Klarheit zu bekommen. Die Rechtsabteilung prüft anschließend, ob die Belästigung eine Abmahnung oder Kündigung rechtfertigt oder ob ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden muss.

Letztendlich kann ich auch sagen, dass sich meine Hoffnung bei der Bewerbung, dass ich bei der Stadt Familie und Arbeit gut vereinbaren kann, sich zum Glück erfüllt hat. Ich habe inzwischen drei Kinder und arbeite 50 Prozent. Das sind bei der Stadt 21 Stunden. Nach der Geburt war ich jeweils ein gutes Jahr zu Hause in Elternzeit. Um nicht ganz auszusteigen, habe ich während dieser Zeit unsere Nachwuchskräfte in BGB unterrichtet. Dass ich so bald wieder anfangen konnte, ging auch deswegen, weil ich meine Kinder in einer städtische Kita gut versorgt wusste. Meine Chefin hat mich sehr dabei unterstützt, dass ich dort einen Platz bekomme.

<< zurück <<