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"Gott sei Dank nicht nur Jura"


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Statement von Christian Schleime: Meine Arbeit als Jurist bei der Stadt

Im Herbst 2007 fing ich nach meinem Referendariat in der Rechtsabteilung des Personal- und Organisationsreferats (POR) an. Ausschlaggebend war für meine Bewerbung, dass ich mich sehr für das Öffentliche Recht interessiere. Die Rechtsabteilung des POR ist für alle personalrechtlichen Angelegenheiten der Stadt (Arbeitsrecht, Beamtenrecht) zuständig. Zu den Aufgaben gehört auch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung die Fälle der Stadt vor Gericht vertreten. Die Juristinnen und Juristen der Rechtsabteilung des POR verhandeln nicht nur vor dem Verwaltungs-, sondern auch vor dem Arbeits- und Sozialgericht.

Anfangs betreute ich das damalige Schul- und Kultusreferat (heute Referat für Bildung und Sport). In diesem Referat bilden vor allem Lehrkräfte eine große Beschäftigtengruppe. Meine Aufgabenfelder würde ich auszugsweise mit folgenden Stichpunkten benennen: Disziplinarverfahren, Kündigungen, Abmahnungen, Konkurrentenstreitigkeiten. Bei Bedarf gehört die gerichtliche Vertretung der Stadt (Schriftsätze, Gerichtstermine) dazu. Neben diesen Aufgaben erstelle ich im Vorfeld von Entscheidungen auch Rechtsgutachten.

Die Vielfalt der rechtlichen Aufgaben erleichterte mir die Entscheidung, mich bei der Stadt München zu bewerben. Hinzu kam noch, dass ich es sehr spannend fand bei einer so großen Organisation wie der Landeshauptstadt München einzusteigen. Der Reiz der vielen neuen Rechtsgebiete, mit denen wir im Studium vorher nichts zu tun hatten, versprach, was ich mir erhofft hatte: ein großes und anspruchsvolles Aufgabenfeld. Neben dem eigentlichen Einarbeitungskonzept empfand ich es deshalb als sehr schön, dass ich jederzeit eine Kollegin oder einen Kollegen fragen konnte. Ich musste nur kurz um die Ecke schauen, um Antworten zu bekommen. Das war ein großer Pluspunkt.

Neben der Vielfalt der Aufgaben gibt es noch andere Dinge, die mir wichtig sind. Im Arbeitsalltag sollte sich nicht nur alles um Jura drehen. Den ganzen Tag eine Akte nach der anderen zu bearbeiten, das möchte ich nicht. Deshalb ist es von Vorteil, dass es in der Rechtsabteilung des POR neben der einzelnen Sachbearbeitung noch andere Aufgabenfelder gibt. Eins ist die Mediationsstelle. Diese bietet den Beschäftigten der gesamten Stadtverwaltung bei Arbeitsplatzkonflikten Mediationen an. Ich bin seit 2009 für diese Stelle tätig und mache seitdem auch eine Ausbildung zum Mediator bei IMS (Institut für Mediation, Streitschlichtung und Konfliktmanagement e.V.). Die Stadtverwaltung finanziert mir diese Spezialisierung. Die Ausbildung besteht aus bis zu acht dreitägigen Modulen sowie mehreren Supervisionen und dauert insgesamt 200 Stunden. Durch die Mitarbeit in der Mediationsstelle habe ich die Möglichkeit Fälle in der Praxis zu bearbeiten.

Ein weiteres Aufgabenfeld neben der juristischen Sachbearbeitung ist die Arbeit in der Zentralen Beschwerdestelle nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). In dieser arbeite ich seit Ende 2009 zusammen mit einer Kollegin und einem Kollegen der Rechtsabteilung des POR. Die Arbeit umfasst zum einen Einzelfälle und Beratung. Zum anderen schulen wir aber auch Führungskräfte, um Diskriminierungen von vornherein zu vermeiden. Insgesamt gibt es ca. 2.500 Führungskräfte bei der Stadtverwaltung. Die ganztägige Schulung konzipierten meine Kollegen (noch vor meiner Zeit). Um auf mein erstes Seminar vorbereitet zu sein, bekam ich selbst eine Schulung: In insgesamt acht Tagen wurde ich zum Trainer bei der Landeshauptstadt München ausgebildet.

Vom heutigen Standpunkt aus kann ich sagen, dass sich meine Erwartungen bei der Landeshauptstadt München voll erfüllt haben.

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