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Phönix-Preisträger 2016


Gruppenfoto Phönix-Preisträger 2016 mit Bürgermeister Josef Schmid  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Götzfried

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Der PhönixPreis würdigt herausragende unternehmerische Leistungen sowie das soziale und interkulturelle Engagement von Migrantinnen und Migranten. Die Preisverleihung fand am 8. Dezember um 18 Uhr im Festsaal des Alten Rathaus statt. Hier finden Sie die Porträts der 2016 ausgezeichneten Unternehmerinnen und Unternehmer.

Josef Schmid gratulierte den fünf Preisträgern: „Unternehmerinnen und Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte leisten einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts München und seiner Stadtgesellschaft."

Seit 2010 wird der PhönixPreis für herausragende wirtschaftliche Leistungen sowie das gesellschaftliche und soziale Engagement von Migrantenunternehmen verliehen. Die Resonanz auf die Ausschreibung des PhönixPreises war auch 2016 anhaltend hoch: 30 Bewerbungen aus 17 verschiedenen ethnischen Gruppen. Die Bewerbungen aus unterschiedlichsten Branchen spiegeln die Vielfalt des Münchner Wirtschaftsstandorts wider.

Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Experten-Jury in einem einstufigen Verfahren anhand festgelegter Bewertungskriterien. Vor allem positive Unternehmensentwicklung, Einrichtung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie Vielfalt im Unternehmen wurden bewertet. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft wählte den namen "Phönix" für den Wirtschaftspreis, weil der gleichnamige mythische Vogel für Mut, Risikobereitschaft un dden Willen steht, immer wieder etwas Neues zu wagen. An diese Eigenschaft knüpft der Preis an.

Phönix-Preisträger 2016: Ali Karim  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Götzfried

Kategorie Gründerunternehmen: Wäscherei Picobello

Noch vor einigen Jahren war der Kurde Ali Karim selbst Flüchtling. Seine Familie hatte im Nordirak im Kriegsgeschehen alles verloren. In München fasste er schnell Fuß. Nach dem Erlernen der deutschen Sprache machte er eine Ausbildung als Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Vor drei Jahren verwirklichte er sich einen Traum: Er machte sich mit einer Wäscherei in Giesing selbständig. Eine Herausforderung. Die Wäscherei existiert seit 1969. Er hat aus einem „verstaubten“ Laden eine moderne Wäscherei gemacht. Seine Mitarbeiter sind allesamt Flüchtlinge. An dieser Personalpolitik will Ali Karim weiter festhalten. Menschen, die in ihrer Heimat alles verloren haben wieder eine Zukunftsperspektive zu geben, liegt ihm am Herzen. Denn er hat es am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, in Deutschland vor dem Nichts zu stehen und wieder ganz von vorne eine Existenz aufbauen zu müssen. Derzeit hat die Wäscherei Picobello fünf Beschäftigte.

Phönix-Preisträgerin 2016: Newsha Djavadipour-Sigari  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Götzfried

Kategorie Etablierte Unternehmen:

Kunst-Werk-Haidhausen/Kunst-Werkstatt

Die Iranerin Newsha Djavadipour-Sigari verbindet so einiges mit München. Ihr Vater war einer der ersten ausländischen Studenten, der Anfang der 50er Jahre nach München kam. 30 Jahre später hat das Schicksal sie ebenso nach München verschlagen. Nach dem Erlernen der deutschen Sprache studierte sie an der LMU Kunstpädagogik und Kunstgeschichte. Das Lehren und die Idee einer Kunst-Schule hat sie immer fasziniert. Nach zehn Jahren künstlerischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eröffnete sie im Jahre 2007 ihre eigene Kinderkunstschule Kunst-Werk Haidhausen. Dort versucht sie, Kinder und Jugendliche in ihren Begabungen und Interessen altersgerecht zu stärken und zu fördern. Sie erhalten von gut ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen die Möglichkeit, ihre Kreativität auszuleben, zu formen, immer wieder neu zu entdecken und ihr Können stetig auszudehnen. In ihrer Kunst-Schule sind Kinder unterschiedlicher Kulturkreise und Bildungshintergründe zuhause. Durch die Kunst bildet sich eine Gemeinschaft, in der alle Unterschiede aufgehoben werden. Newsha Djavadipour-Sigari hat derzeit vier Beschäftigte.

Phönix-Preisträgerin 2016: Tereza Meliksetova  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Götzfried

lingbee Sprachinstitut

Tereza Meliksetova ist in Taschkent in Usbekistan geboren. Sie kam 1999 nach München, die Stadt gefiel ihr auf Anhieb und sie entschied sich zu bleiben. Am Sprachen- und Dolmetscher-Institut München lernte sie Deutsch und Spanisch mit Schwerpunkt Wirtschaft. Die deutsche Sprache hat sie von Anfang an sehr fasziniert. Für Tereza Meliksetova ist in der neuen Heimat eine gemeinsame Sprache die Basis der Kommunikation, Unterhaltung und Austausch. Sie ermöglicht das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen und kann somit als Chance betrachtet werden, Vorurteile abzubauen. Aus diesem Grund hat sie beschlossen, ihr eigenes Sprachinstitut zu gründen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten startete das lingbee Sprachinstitut 2011 mit einem vielfältigen Angebot an Kursen. Neben Deutsch- und Integrationskursen bietet das Institut Eltern- und Alphabetisierungskurse sowie Kurse über das Leben in Deutschland. Die Kurse werden in verschiedenen Stadtteilen von München durchgeführt. Aktuell arbeiten im Institut 15 Personen.

Phönix-Preisträgerin 2016: Nadja Daskalova-Vasold  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Götzfried

Das Edelweiß

Nadja Daskalova-Vasold hat sich schon während ihres BWL-Studiums mit nachhaltigem und ethischem Konsum beschäftigt. Nach ihrem Studium wollte sie ein Bio-Restaurant eröffnen. Es kam jedoch anders. Auf ihrem Weg in die Selbständigkeit hat die gebürtige Bulgarin gemerkt, dass sie sowohl Visionärin als auch Realistin sein muss, um zu überleben beziehungsweise zu wachsen. Auf diesem Weg lauerten viele Stolpersteine, die sie zunächst aus dem Weg räumen musste, damit Ihre Vision eben nicht nur eine Idee bleibt. Schließlich nahm die Idee, ein eigenes Unternehmen zu führen, in der Gründung des eigenen Restaurants konkrete Formen an: Das Edelweiß. Vormittags ist das Edelweiß gemütliches Frühstücks-Restaurant, abends eine einladende Bar. Nadja Daskalova-Vasold legt in ihrem Restaurant Wert auf höchste Qualität und frische Zutaten und greift auf Produkte aus der Region zurück. Derzeit hat das Edelweiß zehn Beschäftigte.

Phönix-Preisträgerinnen 2016: Paola Bergamaschi, Roberta Vianello-Kössinger  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Götzfried

Studio Italiano

Paola Bergamaschi kommt aus einer italienischen Kleinstadt, Roberta Vianello-Kössinger von einer kleinen Fischerinsel. Beide haben sich vor 15 Jahren in München kennengelernt. Beide haben einen ähnlichen Lebensweg. Beide interessierten sich sehr für Deutschland und die deutsche Kultur, beide haben Germanistik in Italien studiert und beide wurden – wie viele Italiener – magisch von München angezogen. Paola kam 1989 nach München, um ihr Germanistikstudium zu beenden. Roberta kam ebenfalls im Rahmen ihres Germanistikstudiums nach München, verliebte sich in ihren Deutschlehrer, heiratete ihn und blieb ebenfalls für immer! Paola gründete 1991 die Sprachschule Studio Italiano. Roberta arbeitete zunächst als Lehrerin bei ihr. 2011 stieg sie als gleichberechtigte Partnerin mit ein. Mit ihren inzwischen mehr als zehn Lehrkräften brachten sie bislang mehr als 4000 begeisterten Münchnerinnen und Münchnern italienisch bei, darunter dem Kabarettisten Gerhard Polt und dem Schriftsteller Patrick Süskind.

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