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Phönix-Preisträger 2018


Die Preisträgerinnen und Preisträger mit Stadträtin Katrin Habenschaden und der Vorsitzenden des Migrationsbeirats der Landeshauptstadt München Dimitrina Lang.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Lichtanski Pawel

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Fünf Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund haben in einem Festakt den PhönixPreis der Landeshauptstadt München erhalten.

Die Preisträger sind Prisco, iQmine GmbH, BuaSiam Thai Massage & Spa, efa Dienstleistung GmbH und USTR GmbH. Der Preis würdigt herausragende wirtschaftliche Leistungen sowie das gesellschaftliche und soziale Engagement von Migrantinnen und Migranten.

Die Resonanz auf die Ausschreibung des PhönixPreises war auch 2018 anhaltend hoch. 39 Bewerbungen aus 27 verschiedenen ethnischen Gruppen sind dieses Jahr eingegangen. Die vielen hochwertigen Bewerbungen aus unterschiedlichsten Branchen spiegeln die Vielfalt des Münchner Wirtschaftsstandorts wider.

Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Experten-Jury anhand festgelegter Bewertungskriterien. Vor allem positive Unternehmensentwicklung, Einrichtung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie Vielfalt im Unternehmen wurden bewertet.

Stadträtin Katrin Habenschaden überreicht Arturo Prisco die Urkunde  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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Prisco

Der Italiener Arturo Prisco ist Stoffhändler mit besten Verbindungen zur Modeelite. Sein großes Glück hat er aber nicht in Mailand gemacht, sondern in München und Dresden. 1980 kam er mit seiner ersten großen Liebe und späteren Ehefrau nach München, in ein fremdes Land mit einer fremden Sprache. Schon damals, mit 19 Jahren, wusste er, dass München seine Heimat werden und dass er hier seine Träume realisieren würde. Er konnte in der Prinzregentenstraße ein imposantes Jugendstilhaus erwerben und machte es zu einem Treffpunkt für italienische Stoffhersteller und deutsche Modelabels. Seit 1981 veranstaltet er zwei Mal im Jahr einen Stoff-Orderevent: die Idea Prisco. Alle Großen der Modebranche sind seitdem dort ein- und ausgegangen: Jil Sander, Hugo Boss, Joop und viele mehr. Auch der Drang, Neues zu entwickeln, liegt wohl in Priscos Naturell: Seit mehr als 20 Jahren engagiert er sich in Dresden. Eigentlich wollte er dort nach einem weiteren Standort für seine private Stoffmesse Ausschau halten, verliebte sich in die Stadt und setzte an der Königsstraße mit der „Prisco Passage“ ein eigenes Bauprojekt um: eine italienische Piazza mit einem 5-Sterne-Hotel, eleganten Läden, einem Café, Restaurant und Büroeinheiten.

Stadträtin Katrin Habenschaden überreicht Gueven Kivran die Urkunde  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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iQmine GmbH

Güven Kivran studierte Elektrotechnik an der Fachhochschule München. Seine berufliche Laufbahn begann er 1991 als Entwicklungsingenieur für Steuergeräte-Software bei einem renommierten Münchner Unternehmen, wo er zuletzt ein größeres Entwicklungsteam leitete. 1999 gründete der aus der Türkei stammende Münchner die In2Soft GmbH und entwickelte sie zum international führenden Tool-Hersteller für Fahrzeugdiagnose. 2012 integrierte er In2Soft in die KPIT Infosystems GmbH und übernahm die Geschäftsführung der neuen Gesellschaft. Seit 2015 widmet er seine langjährige Erfahrung und sein Kundennetzwerk dem Aufbau von iQmine. Die Realisierung selbstfahrender Technologien gehört zu den anspruchsvollen technischen Problemen der Gegenwart. Als Experte für Fahrzeugvernetzung wirkt das Münchner Unternehmen an der Zukunft des Automobils mit. Die Innovationen der iQmine bieten das Potenzial, diesem Ziel ein Stück näher zu kommen. Als Kleinunternehmen ist iQmine schlank, flexibel und effizient. Jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt Kivran die Chance, die berufliche Vielfalt der Automotive-Branche zu entdecken.

Stadträtin Katrin Habenschaden überreicht Ompreeya Hoffmann die Urkunde  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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BuaSiam Thai Massage & Spa

Wer sich nach Thai-Massagen sehnt, muss dafür nicht mehr bis nach Asien reisen, sondern kann auch in München in vielen Stadtvierteln in deren Genuss kommen. Dafür sorgt auch die Thailänderin Ompreeya Hoffmann. Schon in Bangkok, wo sie Hotelmanagement studiert hat, ging Ompreeya Hoffmann leidenschaftlich gerne zur Massage. Als sie 2003 ihrem Mann nach München folgte, machte sie sich auf die Suche, fand aber keine vergleichbaren Angebote. So eröffnete sie 2008 ihr erstes Studio – das Bua-Siam Thai Massage & Spa. Inzwischen betreibt sie neun Thai-Massage-Studios. Ompreeya Hoffmann beschäftigt meistens Frauen aus Thailand, die in München oder an anderen Orten in Deutschland leben. Sie investiert in ihre Weiterbildung, wobei sie Wert darauf legt, dass sie an Seminaren und Schulungen auf Thai und in deutscher Sprache teilnehmen, um das Kommunikationsvermögen des Teams zu entwickeln. Ihre Studios gehören zu einer Gruppe von nur 14 in ganz Deutschland, die durch das thailändische Gesundheitsministerium für einen hohen Qualitätsstandard ausgezeichnet wurden. Außerdem beweist das Zertifikat des Deutschen Hygieneinstituts, dass die Einhaltung von geltenden Hygienerichtlinien geprüft wird. Auch die Mitgliedschaft in der Thai Spa Vereinigung Deutschland ist ein weiteres Zeichen der Bemühung um höchste Qualität.

Stadträtin Katrin Habenschaden überreicht Isak-Neziri die Urkunde  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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efa Dienstleistung GmbH

Seit 2001 arbeitet Isak Neziri im Reinigungsgewerbe, erst als Vorarbeiter, dann als Objektleiter und schließlich als Geschäftsführer in einem renom- mierten Reinigungsunternehmen in München. Im April 2008 gründete er die Firma efa Gebäudereinigung e. K. Im Januar 2009 erweiterte er die Firma und benannte sie in efa Dienstleistung GmbH um. Dem aus dem Kosovo stammenden Münchner war stets bewusst, dass der Markt im Reinigungsgewerbe in München umkämpft ist und es nicht einfach sein würde, sich zu behaupten. Isak Neziri setzt daher auf gute Kommunikation zwischen den Kunden und dem Reinigungsservice, Kontinuität und gleichbleibende zuverlässige Qualität der Reinigungsarbeiten. Der Firmenname „Efa“ ist Programm, er steht für Engagement, Fleiß und Ansehen. Eine langjährige Erfahrung, kombiniert mit Flexibilität, Zuverlässigkeit, Kompetenz sowie Einsatzbereitschaft aller Mitarbeiter garantiert die Zufriedenheit der Kunden. „Selbstständigkeit ist schon ein ziemliches Abenteuer und macht unheimlich viel Arbeit“, fasst der Jungunternehmer seine Erfahrungen zusammen. „Wenn man wirklich bereit ist, keinen geregelten Feierabend mehr zu haben, würde ich es jedem empfehlen und würde auch wieder so vorgehen. Trotzdem bleibt ein Gefühl von Freiheit, weil man selber entscheiden kann, wie es weitergeht“, sagt Isak Naziri.

Stadträtin Katrin Habenschaden überreicht Maciej Ustjanowski die Urkunde  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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USTR GmbH

Maciej Ustjanowski kam 2007 nach Deutschland, um sich von seinem Vater zu verabschieden. Er wollte weiterziehen in die Vereinigten Staaten, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten seinen Traum zu verwirklichen. Daraus wurde nichts, nachdem er in München ankam, das ihn gefesselt, begeistert und verzaubert hat. Sein American Dream wurde buchstäblich zum German Dream. In München hat er den Grundstein für seine persönliche Erfolgsgeschichte gelegt. Als Bauhelfer gründete er zuerst ein kleines Bauunternehmen. Seine Deutschkenntnisse waren damals bescheiden. Mit der Zeit wuchs er: sprachlich wie unternehmerisch. 2013 wurde die USTR Gbr geboren – ein Transportunternehmen. Schnell entdeckte er, dass Umzüge und Bauleistungen eng miteinander verknüpft sind. Mit seinem Vater (Schreinermeister) und seinem Bruder (Elektromeister) gründete er die USTR GmbH, ein Bauunternehmen, in dem er die Geschäftsführung übernahm. Die Firma wuchs und setzte bei der Organisation des Bauprozesses immer häufiger auf neue Methoden des Digitalen Bauens. Dadurch wird der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes mit virtuellen, digitalen Gebäudeinformationen abgewickelt. USTR GmbH hat sich inzwischen zu einem multikulturellen Unternehmen entwickelt. Dessen Mitarbeiter stammen aus Polen, der Ukraine und der Balkanregion.