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“Information Matters” - zu viel oder zu wenig?


DRIM Projekttreffen und Konferenz in Bratislava

Im Fokus standen der neue "Danube Compass" und die Frage: Wie steht es um die Informationsaufbereitung zum Arbeiten und Leben in europäischen Ländern im DonauRaum für Migrantinnen und Migranten? Die Partner des EU-Projekts DRIM (Danube Region Information Platform for Economic Integration of Migrants) kamen dafür vom 25. bis 27. Oktober 2017 in Bratislava zusammen.

Gruppenfoto von Teilnehmern an der Danube Region Information Platform for Economic Integration of Migrants  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
DRIM: Danube Region Information Platform for Economic Integration of Migrants
© Institute of Ethnology, Slovak Academy of Sciences, Tomas Hrustic

Projekttreffen: Der neue Danube Compass

Auf dem dritten DRIM Projekttreffen wurden die vergangenen ersten Monate reflektiert und weitere Schritte in die Zukunft festgelegt. Nach einem halben Jahr Projektarbeit geht das Projekt nun in die nächste Phase. Die umfangreichen Informationen zum Arbeiten und Leben in den beteiligten Donauländern sind gesammelt und unter einheitlichen Strukturen zum so genannten Donau Kompass zusammengefasst.

Jetzt geht es an die Umsetzung in die Online-Form. Zugleich beginnt die Testphase an vier Standorten: Sowohl Migrantinnen und Migranten als auch Institutionen und beratende Einrichtungen sollen den Danube Compass nun auf seine Nutzerfreundlichkeit prüfen. Im Januar 2018 reist das europäische Testteam auch nach München. Ortsansässige beratende Institutionen und Migrantinnen und Migranten werden dann den deutschen Donau-Kompass auf Herz und Nieren testen. Hierzu werden noch Testpersonen gesucht.

Petra Schütt erläutert eine Bildschirmpräsentation  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Petra Schütt, Referat für Arbeit und Wirtschaft
© Institute of Ethnology, Slovak Academy of Sciences, Tomas Hrustic

Fachkonferenz: Zu viel oder zu wenig?

Das DRIM Projekt wird von einigen wissenschaftlichen Institutionen und Forschungen begleitet. Die Konferenz „Information matters“ zielte darauf ab, diesen Diskurs im Hinblick auf bestmöglichst aufbereitete Informationen kritisch zu diskutieren. Auch Dr. Petra Schütt, Referat für Arbeit und Wirtschaft, war unter den eingeladenen Rednern. Die Forscherin gab einen Überblick zum Münchner Stand und warf die Frage auf, ob es nicht auch ein zu viel an Informationen geben könne. Einige der beteiligten Länder bauen ihre Informationsstrukturen schrittweise auf und klagen über unübersichtliche und unverständliche Informationen, die oft auch nicht verlässlich seien. Ein großes Problem für die ganz individuelle Beratung der Ratsuchenden Migranten. Deutschland hat eher das Problem des zu viel an Informationen, so Petra Schütt. Von immenser Bedeutung sei, die Informationen nicht an der Zielgruppe vorbei zu entwickeln, sondern sich die Zielgruppe genau anzuschauen und mit ihr zusammen zu arbeiten. Eine simple Voraussetzung, die vielfach nicht bedacht wird, unterstrich die Münchnerin.

Auch haben einzelne Informationen in den beteiligten Ländern ein unterschiedliches Gewicht: Während die so genannte Entsende-Richtlinien für Arbeitnehmer in Slowenien von Relevanz sind, tragen sich Deutschland und Österreich mit anderen Problemen, wie sie Informationen am besten zur Zielgruppe bekommen. Einig sind sich die Fachleute mit dem Ziel: Erwachsene Migrantinnen und Migranten, gleich mit welcher Motivation und Ursache für ihre Einwanderung, sollen rasch und zielgerichtet auf dem Arbeitsmarkt integriert werden. Der Danube Compass soll dafür eines der unterstützenden Instrumente sein.

Link zum Programm: