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Treffen der EUROCITIES Arbeitsgruppe "Barrier-free City for All"


Fahnen und Ballons am Europa-Tag.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Erol Gurian

Die Chancen von Open-Dataportalen und mehr

Im Rahmen des Mobility Forums vom 23. bis 25. April 2018 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von 16 Städten und drei Organisationen zum 18. Treffen der EUROCITIES Arbeitsgruppe "Barrier-free City for All" in Prag. Das Treffen brachte Expertinnen und Experten aus europäischen Städten und verschiedenen Fachverbänden rund um das Thema Barrierefreiheit zusammen.

Eröffnet wurde das Treffen mit aktuellen Informationen aus den einzelnen Städten zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-BRK) im Bereich der Barrierefreiheit". Ferner wurden Berlin als Chair und Toulouse als Vice-Chair einstimmig für die Jahre 2018 – 2019 wiedergewählt.

Beispiele für aktuelle Anwendungen

Expertinnen und Experten aus Gent, Berlin, Prag, Dresden und der französischen Projektgruppe "GIS and Accessibility" unter der Leitung von Cerema stellten aktuelle Anwendungen zur Erfassung von Barrieren im öffentlichen Raum durch die Nutzung von Open-Dataportalen vor. Die Möglichkeiten sind enorm, erfordern aber eine sehr enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure.

Das Infoportal „Barrierefreiheit“ der Stadt Dresden stellt Online vielfältige Informationen bereit. Eine öffentlich zugängliche Datenbank bietet BewohnerInnen und BesucherInnen die Möglichkeit, Daten über die Zugänglichkeit von Gebäuden in Dresden nach einem festgelegten Abfragemuster einzugeben. Die Korrektheit der Daten wird extern überprüft und korrigiert.

Die Firma TOPGIS präsentierte umfangreiche Anwendungsmöglichkeiten einer mobilen Datenerfassung des öffentlichen Straßenraumes. Durch die hohe Detailgenauigkeit der Panoramabilder lassen sich Barrieren im öffentlichen Raum präzise lokalisieren. Ferner besteht die Möglichkeit, diese Daten für konkrete Ausführungsplanungen anzuwenden.

Informationen von Fachleuten

Ein Experte der Global Alliance on Accessible Technologies and Environments (GAATES) nahm ebenfalls an dem Arbeitstreffen teil. GAATES ist die führende internationale Organisation zur Förderung der Barrierefreiheit und hat Vertretungen in den Regionen: Asien-Pazifik, Arabien, Nordamerika, Südamerika, Europa und Afrika. GAATES erhielt 2008 den Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) und beim UN Department of Economic and Social Affairs (DESA). Damit war Gaates in den Habitat III Prozess eingebunden und an der Erarbeitung der New Urban Agenda der Vereinten Nationen beteiligt.

Ein wichtiges Thema waren aktuelle Normungsprozesse des europäischen Normungsinstituts CEN/CENELEC zur Barrierefreiheit der gebauten Umwelt (Mandat 420). Im Herbst 2018 soll der Entwurf einer EU-Norm mit gemeinsamen funktionalen Anforderungen an die Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit in der gebauten Umgebung vorliegen und im Rahmen öffentlicher Workshops mit der Fachöffentlichkeit diskutiert werden. Die Expertise aus der Arbeitsgruppe "Barrier-free City for All" soll im Rahmen der öffentlichen Konsultation eingebracht werden.

Abschließend wurde die EUROCITIES-Arbeitsgruppe "Urban Ageing" vorgestellt, die sich auf den Austausch von Best Practices für aktives und gesundes Altern in Städten konzentriert. Die gemeinsamen Schnittstellen zwischen den Arbeitsgruppen sollten für den Wissenstransfer genutzt werden und Universitäten zur Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheitswissenschaften, Stadt- und Regionalplanung und Architektur ermutigt werden.

Anhand eines Stadtspaziergangs wurde dann noch deutlich, wie Denkmalschutz mit Barrierefreiheit zusammen funktionieren kann und wo auch in Prag noch einiges zu Tun bleibt.