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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Klimapartnerschaft mit Kapstadt


Kapstadt von oben  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Cape Town Tourism

unter dem Motto "Let's face climate change together"

München und Kapstadt wollen zusammen Ansätze entwickeln, um den Klimawandel zu bewältigen, das Bewusstsein dafür schärfen sowie die Bürgergerinnen und Bürger zu einem klimafreundlichen Verhalten bewegen. 

Seit 2013 besteht die Klimapartnerschaft. Die Vision: We want our cities to be more ressource-efficient, livable and inclusive.

In einem gemeinsamen Handlungsprogramm definierten die Städte fünf Bereiche der Zusammenarbeit:

1. Nachhaltiges Bauen & Wohnen
mit der Zielsetzung, eine nachhaltige städtische Entwicklung durch Information, Kommunikation, Bildung und Vernetzung zu unterstützen.

2. Regenerative Energien
mit der Zielsetzung, den Anteil lokal erzeugter erneuerbarer Energie zu erhöhen.

3. Umweltfreundlicher Verkehr
mit der Zielsetzung, den nicht-motorisierten Verkehr in beiden Städten fördern.

4. Flusskorridore in der Stadt
mit der Zielsetzung, den Hochwasserschutz zu verbessern und die Biodiversität zu erhalten.

5. Öffentliche Beschaffung und Konsum
mit der Zielsetzung, den städtischen Einkauf umwelt- und sozialverträglich zu gestalten.
 

Aus München beteiligen sich das Referat für Gesundheit und Umwelt (insbesondere das Bauzentrum München), das Kreisverwaltungsreferat als für Radverkehr federführende Behörde, das Referat für Stadtplanung und Bauordnung - Mobilität, das Baureferat sowie das Referat für Arbeit und Wirtschaft – Internationale Kooperationen. Partner in Kapstadt sind das Referat für Umwelt – Bereich Energie und Klimawandel, das Referat für Stadtplanung und die „Verkehrsgesellschaft“ (Transport for Cape Town).
 

Einblicke in die Kooperation

know-how-Austausch zu Energieeffizienz Video abspielen

know-how-Austausch zu Energieeffizienz

Projektbeteiligte stellen ihre Arbeit vor und erklären, was sie voneinander lernen.
Radl-Partnerschaft Video abspielen

Radl-Partnerschaft

München und Kapstadt fördern den Radverkehr und wollen hierzu eine "Radl-Partnerschaft" aufbauen.
Münchens Umweltreferentin Stefanie Jacobs und Stadtrat van der Meerwe aus Kapstadt bekräftigen die Klimapartnerschaft mit einem Händeschlag. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Partner beim Klimaschutz

Umweltreferentin Jacobs mit Stadtrat van der Meerwe aus Kapstadt

Die konkrete Umsetzung in den fünf Bereichen der Zusammenarbeit

1. Nachhaltiges Bauen & Wohnen
Das zentrale Vorhaben ist ein „Smart Building and Living Centre“ in Kapstadt, ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Lebensstile, für eine zukunftsfähige Siedlungsentwicklung und für energieeffizientes Bauen, zu errichten. Pläne für ein solches Zentrum hat die Stadt Kapstadt bereits seit Längerem. Das Bauzentrum München, das ein umfangreiches Programm für energetische Bau- und Sanierungsvorhaben anbietet, möchte seine Angebote weiterentwickeln und mit Kapstadt zusammenarbeiten. Hierzu soll vorerst eine digitale Informations-, Lern- und Kommunikationsplattform entstehen. Beide Städte arbeiten auch gemeinsam an der Konzeption für das „reelle“ Smart Building and Living Centre in Kapstadt.

2. Regenerative Energien
In Kapstadt soll eine klimafreundliche, breit gefächerte und gesicherte Energieversorgung etabliert werden, die auch für einkommensschwache Bevölkerungsschichten zugänglich ist. Hier ist ein Austausch über technische Fragen, aber auch über alternative Finanzierungsansätze - wie Bürgersolaranlagen oder Genossenschaftsmodelle geplant. Mittelfristig soll auch eine Anlage zur Erzeugung regenerativer Energien als Partnerschaftsprojekt in Kapstadt errichtet werden, die durch Anteilsbeteiligungen oder Spenden von Bürgerinnen und Bürgern oder Unternehmen aus beiden Städten finanziert wird.

3. Umweltfreundlicher Verkehr
München als “Radlhauptstadt” möchte den Anteil der Radfahrenden am Verkehrsaufkommen weiter erhöhen. Auch Kapstadt strebt diesen Titel an. Insbesondere soll das Image des Fahrrads als Fortbewegungsmittel in der Stadt und für den Weg zur Arbeit verbessert werden, denn bislang werden Fahrräder am Kap hauptsächlich als Sportgerät in der Freizeit genutzt. In der Fahrradpartnerschaft sind dazu gemeinsame Öffentlichkeitsaktionen geplant. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, wollen beide Städte auch ihre Dienstfahrrad-Programme ausbauen. Weiter wurde ein Fachaustausch über Radverkehrsstrategien und über die Planung und Gestaltung des Radwegenetzes vereinbart.

4. Flusskorridore in der Stadt
Die Umgestaltung eines Fluss-Systems ist ein Thema, in dem München durch die Renaturierung der Isar viel aktuelle Erfahrung aufzuweisen hat, während in Kapstadt bei einigen Flüssen noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Ein größeres Vorhaben steht an: Das Sand River-System soll als Naherholungsfläche und Korridor für Fuß- und Radverkehr umgestaltet werden mit einem besonderen Augenmerk auf Hochwasserschutz und Erhalt der Biodiversität. Kapstadt möchte das Münchner Fachwissen und die dort gesammelten Erfahrungen bei der Umsetzung dieses komplexen Projekts nutzen. Darüber hinaus soll die Bevölkerung in beiden Städten sensibilisiert werden, fürsorglich mit ihren Flüssen umzugehen.

5. Öffentliche Beschaffung und Konsum
Sowohl Kapstadt als auch München beschäftigten sich schon bisher intensiv mit der Frage, wie der städtische Einkauf ökologisch und sozialverträglich gestaltet werden kann. Beide Städte haben für verschiedene Produkte bereits erfolgreich nachhaltige Vergabekriterien eingeführt und dabei eine Vorreiterrolle in ihren Ländern übernommen. Die Fachstellen der Stadtverwaltungen haben nun vereinbart, regelmäßig ihre Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig bei der Fortschreibung der Vergabekriterien zu unterstützen und gemeinsam technische Richtlinien für alle relevanten Beschaffungsbereiche zu erarbeiten.

Einblicke vor Ort

Photovoltaik-Anlage auf dem Verkehrsdepartment der Stadt Kapstadt Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Das Dach des Verkehrsdepartments in Kapstadt

Radweg am Fluss in Kapstadt Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Radfahren in Kapstadt - bisher als Sport

Wasserkraftwerk Isar 1 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Wasserkraft in München

Herausforderungen in beiden Städten

Kapstadt und München stehen vor großen Herausforderungen. In beiden Städten wächst die Bevölkerung stark an. 

Für das Jahr 2030 rechnet man in München mit einer Einwohnerzahl von 1,723 Millionen. Dies entspricht im Vergleich zu 2015 einem Wachstum von etwa 15%. Dem gegenüber steht ein Mangel an Wohnungen und eine immer geringere Verfügbarkeit an Wohnbauland sowie ein Verkehrssystem, das an seine Grenzen stößt. In Kapstadt verschärft sich dies durch eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Darüber hinaus stellt die Energie- bzw. Stromversorgung eine große Herausforderung dar: Die Versorgung ist durch Knappheit und stark ansteigende Strompreise geprägt.

 Beide Städte stoßen viel CO2 aus: insgesamt 7,8 t pro Jahr in Kapstadt und 7,9 t pro Jahr in München.

 

Förderung durch das BMZ

Die Städte München und Kapstadt nehmen an verschiedenen Förderprogrammen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) teil, um die Projekte umzusetzen:

Programm „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“
Das Förderprogramm unterstützt die Begründung von Klimapartnerschaften. Von 2013 bis 2015 erarbeiten die Städte das gemeinsame Handlungsprogramm mit ihren fünf Handlungsfelder.

ASA-Programm
Im Rahmen dieses entwicklungspolitischen Lern- und Qualifizierungsprogramms arbeiten im Jahr 2016 zwei internationale Teams - jeweils ein junger Mitarbeiter der Stadt Kapstadt sowie eine Münchner Studentin - für insgesamt 6 Monate zusammen. Während der dreimonatigen Aufenthalte in den beiden Städten führten sie Bestandsaufnahmen für die Handlungsbereiche „Nachhaltiges Bauen und Wohnen“ sowie „Radverkehr“ durch und entwickelten Vorschläge für konkrete Maßnahmen im Rahmen des Handlungsprogramms.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Arbeit und Wirtschaft
Europa
Internationale Kooperationen

Herzog-Wilhelm-Straße 15
80331 München

Fax:
089 233-27651