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Smarter City Crowd Logistics


Mobilitätsstation mit Get Now Boten an der Quartiersbox  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Dominik Parzinger

Quartiersbox im Einsatz

(25.6.2019) Die Smarter Together Quartiersboxen im Projektgebiet wurden in einem Projekt zur Lieferlogistik innerhalb der Stadt eingesetzt. Der Grundgedanke des Projektes "City Crowd Logistics" ist herauszufinden, ob die Lieferung auf der letzten Meile effizienter und kostengünstiger abgewickelt werden kann.

Die meisten Städte sind nicht auf die Anforderungen des modernen Liefergeschäfts ausgerichtet. Lieferungen in Städten sind oft kompliziert und teuer. Gleichzeitig werden Bürgerinnen und Bürger durch mehr Verkehr, mehr Lärm und mehr Verschmutzung belastet. Um Lösungen für diese Herausforderung zu finden, haben die HNU (Hochschule Neu-Ulm) und die TUM (Technische Universität München) das Projekt City Crowd Logistics (CCL) ins Leben gerufen, das von September 2017 bis Ende Mai 2019 lief. Die endgültigen Ergebnisse werden noch in diesem Jahr veröffentlicht.

Physisches Internet

Um innovative Wege für den städtischen Verkehr zu finden, nutzt das Projekt die Idee des sogenannten Physischen Internets. Wie das digitale Internet, haben auch im physischen Internet die Pakete keine vorgegebenen Routen. Im digitalen Internet reisen einzelne Datenpakete nicht direkt von A nach B. Die Pakete durchlaufen eine Reihe von Routern, die dynamisch und so gut wie möglich vom Ursprungsort zum Ziel bewegt werden, je nach Algorithmus und Netzwerkbelastung. Ohne vorgegebene Route ergeben sich Vorteile bei Lieferungen, beispielsweise durch die Bündelung von Teilaufträgen mit dem gleichen Ziel und damit weniger Leerfahrten.

Crowd Logistics

Neben dem Physischen Internet nutzt das Projekt eine weitere innovative Idee: Crowd Logistics. Hier geht es darum, Transportaufträge an verschiedene Personen zu delegieren, anstatt einen festen Mitarbeiter einzusetzen. Außerdem wird eine bestehende Infrastruktur genutzt. Crowd-Kuriere können zum Beispiel Personen sein, die ein Paket auf dem Weg zur Arbeit mitnehmen oder professionelle Kuriere, die Leerfahrten vermeiden wollen. Im Rahmen des Projekts arbeiten zahlreiche Einzelpersonen und Unternehmen zusammen, um den Transport durch den städtischen Verkehr kooperativ durchzuführen – ob per S-Bahn, Straßenbahn, Bus, Transporter, Auto, Roller, (Elektro)-Fahrrad oder zu Fuß.

Quartiersbox am Westkreuz

Da die Transportaufträge als Teiltransporte mit indirekter Paketübergabe durchgeführt werden, benötigen die Transfers einen "Router", um die Zwischenlagerung und Abholung der Pakete zu erleichtern. Hier kommt die Smarter Together Quartiersbox am Westkreuz ins Spiel: Sie wurde während des CCL-Projekts als Router eingesetzt, an dem Crowd Kuriere Sendungen austauschen konnten.

Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Lösungsansätzen für das Problem der letzten Meile ist Crowd Logistics im Wesentlichen ein dezentraler und selbstorganisierender Ansatz. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist jedoch eine Koordination der dezentralen Agenten notwendig, beispielsweise über eine Online-Plattform.