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„Zusammen bauen“ – Ein Workshop um Technik zu begreifen


Was macht intelligente Lichtmasten schlau?

Seit Juli 2017 beleuchten intelligenten Lichtmasten die ersten drei Straßenzüge im Quartier Neuaubing-Westkreuz. Doch was macht diese Lichtmasten eigentlich so schlau?

Als „Urban Labs“ oder „Reallabore“ bezeichnet, können mit den intelligenten Lichtmasten vor Ort digitale Dienste und deren Nutzen konkret ausprobiert werden. Zudem werden sie im nächsten Schritt mit Sensorik zur Erfassung von Umweltdaten ausgestattet. Aus den gesammelten Daten sollen Smarte Dienste fürs Quartier entwickelt werden. Haben diese Sensoren erst ihren Platz in den Lichtmasten gefunden, verschwinden sie allerdings aus der öffentlichen Wahrnehmung.

Ein Workshop im Stadtteillabor gab Teilnehmenden Ende 2017 die Möglichkeit, Szenarien zu entwickeln, in denen Sensoren sichtbarer und interaktiver sind. Die Professur für partizipative Technikgestaltung des MCTS an der TU München hat diesen Workshop organisiert. Anwohnerinnen und Anwohner, Mitglieder der Stadtverwaltung und andere Interessierte konnten gemeinsam mit der Technik- und Designsoziologin Yana Boeva über Sensorik und Datenerfassung im Zusammenhang mit Smart City und deren Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner nachdenken. Ziel war es, in Gruppen unter Anleitung aus verschiedenen Materialien technische Prototypen „zusammen-zu-bauen“, zu programmieren, zu testen und zu diskutieren.

Bild aus dem Workshop Technik mit Arbeitstischen im Stadtteillabor. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Konzentiert im Workshop Technik

Arbeitstische beim Workshop im Stadtteillabor.

Bild aus dem Workshop Technik, auf dem Teilnehmende mit Bauteilen und Kabeln hantieren. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Begreifen und Ausprobieren

Bild aus dem Workshop Technik, das elektronische Bauteile zeigt. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Was macht Technik intelligent?

Gemeinsam Bauen und Begreifen

Bei den Prototypen ging es darum, zu lernen, welche gemeinsame Sprache wir mit Sensoren entwickeln können, um einen Dialog mit der technischen Infrastruktur der Stadt zu ermöglichen. Thematisierte eine der Gruppen das Thema Helligkeit und Lichtqualität und deren Einfluss auf die Tiere in der Stadt, befasste sich eine andere vor allem mit den Eigenschaften von Bewegungssensoren. Sie diskutierte darüber, ob das Licht heruntergefahren werden sollte, wenn keine Bewegung auf der Straße erkennbar ist. Oder im Gegenteil: bei Abwesenheit eine Disko-Beleuchtung zu aktivieren. Viele der Anwesenden waren sich einig, dass gemeinsames Bauen und Begreifen von Sensoren einen neuen Blickwinkel auf die Thematik „Smart City“ eröffnet.

Die Landeshauptstadt hat im Rahmen von Smarter Together im Herbst 2017 einen EU-weiten Innovationswettbewerb ausgerufen. Das finnische Unternehmen Vaisala und das Münchner Startup Hawa Dawa haben mit ihren Konzepten für den sinnvollen Einsatz von Sensoren in Lichtmasten überzeugt. Die beiden Unternehmen setzen auf „smart data“. Die Zusammenarbeit mit den Siegern startet im Frühjahr 2018.