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Bavaria Israel Partnership Accelerator (BIPA) 2020


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© www.bip-accelerator.com

Erfolgreicher Abschluss des ersten virtuellen BIPAs

(15.12.20) In dieser Woche wurde der „Bavaria Israel Partnership Accelerator 2020“ abgeschlossen. Der BIPA unterstützt Innovationsvorhaben im Bereich der Digitalisierung und soll dazu beitragen, nachhaltige Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bayern und Israel aufzubauen.

Teams aus Studierenden und Young Professionals beider Länder entwickeln dabei maßgeschneiderte Lösungen für die Fragestellungen von Unternehmen. Das achtwöchige Programm startete Mitte Oktober und wurde aufgrund der Corona-Pandemie das erste Mal vollständig virtuell durchgeführt.

LHM mit eigener Fragestellung

In der aktuellen, neunten Durchführung des BIPA brachte die Landeshauptstadt München eine eigene Challenge zur Digitalisierung Münchner Kleinunternehmen ein. Es fand ein vierköpfiges Team zusammen, bestehend aus jeweils zwei Studierenden in Deutschland und in Israel, welches sich der Problemstellung der Landeshauptstadt widmete. Dabei fokussierte das Team auf den Münchner Einzelhandel: Wie können lokale Einzelhändler dabei unterstützt werden, in der modernen, digitalen Welt wettbewerbsfähig zu bleiben?

Nach dem Kick-off, in dem die Challenge vorgestellt und erste Fragen des Teams beantwortet wurden, widmeten sich die Studierenden der Recherche. Dabei griffen sie nicht nur auf vorhandenes Datenmaterial zurück, sondern wurden selbst aktiv: Die Team-Mitglieder vor Ort in München führten Interviews und beobachteten auch das Einkaufsverhalten in den Münchner Läden.

Wenig Digitalisierung im Einzelhandel

Das Ergebnis der Recherche war ernüchternd: Insbesondere bei den kleinen Händlern bestehen noch deutliche Potenziale bei der Nutzung der digitalen Möglichkeiten zur Erweiterung ihres traditionellen Geschäftsmodells (ibi research „Der deutsche Einzelhandel 2020“). Dem Team war schnell klar: Hier besteht Nachholbedarf! Gleichzeitig zeigte die Recherche aber auch, dass die Ressourcen der Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer äußert knapp sind. Mit einigen Inhaberinnern und Inhabern konnten beispielsweise keine Interviews geführt werden, da sie zu beschäftigt mit der Bedienung ihrer Kunden waren.

Lokal, nachhaltig, einfach und transparent

Auf Basis dieser Erfahrungen entwickelte das Team ein Konzept, um den Einzelhändlern eine Teilhabe an digitalen Geschäftspotenzialen zu ermöglichen. Die Lösung sollte für die Einzelhändler dabei möglichst einfach und unkompliziert zu nutzen sein. Das heißt, sie sollte ohne besonderes Vorwissen oder digitale Fähigkeiten eingesetzt werden können. Man entschied sich für eine lokale Handelsplattform-Lösung. Im Gegensatz zu großen, etablierten Plattformen waren dem Team aber Themen wie Nachhaltigkeit und Transparenz sehr wichtig. Nachhaltigkeit in dem Sinne, dass einerseits durch lokale Einkäufe der Kunden Emissionen im Vergleich zum Online-Versandhandel gesenkt werden können. Andererseits soll durch die digitale Erweiterung des Geschäftsmodells die finanzielle Lage der Einzelhändler gestärkt werden.

In Bezug auf Transparenz sah das Team besondere Differenzierungsmöglichkeiten gegenüber einigen großen Handels-Plattformen: Auf ihrer Plattform sollen Kunden auf einen Blick erkennen können, woher Güter stammen und wer die Verkäuferin oder der Verkäufer hinter dem Online-Angebot ist.

Raum für Individualität und familiäre Atmosphäre

Aus den Gesprächen mit den Münchner Einzelhändlern, aber auch Kundinnen und Kunden zeigte sich weiterhin, dass die persönliche Beziehung im Geschäft eine wichtige Rolle spielt. Um dies auch online zu ermöglichen, soll auf der lokalen Plattform den Einzelhändlern genügend Raum gegeben werden, sich den Kundinnen und Kunden persönlich zu präsentieren. Ähnlich wie bei einem Besuch vor Ort im Geschäft soll so auch virtuell die bei Kleinunternehmen oftmals typische familiäre Atmosphäre transportiert werden.

Gelungene Zusammenarbeit mit vielen neuen Erfahrungen

Das Team ist sich bewusst, dass eine lokale Einkaufsplattform starkem Konkurrenzdruck ausgesetzt ist. Es hat dazu bereits erste Ideen entworfen, wie mit kritischen Punkten, wie zum Beispiel der Zeitknappheit auf Seiten der Einzelhändler oder dem Aufbau einer guten Kundenbindung im Internet, umgegangen werden kann. Und auch wenn einige Detail-Fragen am Ende des Programms noch offenbleiben, steht fest: Es war für alle Beteiligten eine spannende und lehrreiche Zusammenarbeit, die viele neue Erfahrungen gebracht hat. Die im Rahmen der Challenge entstandenen Ideen sollen in den nächsten Monaten noch weitergedacht werden. Vielleicht entsteht daraus tatsächlich eine lokale Handelsplattform für die kleinen Münchner Einzelhändler mit ihren vielfältigen, individuellen Geschäften?