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Was brauchen Gründer vom Immobilienmarkt?


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Podium v.l.: Moderator, P. Schindlmeier, G. Gebhardt, K. Kapp, Dr. C. Rudolph
© Andreas Heddergott, LHM

Hauptschlagwort Flexibilität

(5.10.17) Wo liegen die Herausforderungen für Start-ups, um in München erfolgreich zu wachsen? Diese Frage diskutierten Vertreter von Stadt, Immobilienwirtschaft und Gründerszene bei einem Podium auf der diesjährigen Expo Real am Gemeinschaftsstand der Landeshauptstadt.

Aus praktischer Erfahrung berichtete Peter Schindlmeier, Gründer von casavi, einer Cloud-Plattform für digitales Gebäudemanagement. Er habe anfangs recht mühelos Räume gefunden, etwa in gerade ungenutzen Büros bei einem Investor. Doch der nächste Schritt dann sei kaum zu planen: „Ab 10, 15 Mitarbeitern wird‘s dann schwierig. Dann funktioniert das Geschäftsmodell, aber es ist noch nicht stabil genug, um zu sagen, bin ich nächstes Jahr bei 20, bei 30 oder bei 40 Mitarbeitern? Das mögen Vermieter ungern,“ so Schindlmeier.

Dies bestätigte auch Dr. Carsten Rudolph, Leiter des Startup-Netzwerkes BayStartUp, das der Freistaat betreibt. Rudolph sieht Ähnliches bei vielen Gründern in dieser Phase.

Die Podiumsteilnehmer waren sich einig: Im Bezug auf Gewerbeflächen ist mehr Flexibilität nötig, um eine spannende und fruchtbare Startup-Landschaft zu ermöglichen. Der bestehende Münchner Immobilienmarkt, der bei knappen Gewerbeflächen bislang große Abnehmer und langfristige Verträge bevorzuge, sei hier problematisch.

„Ich bin froh, dass wir Start-ups hier thematisieren, denn Start-ups sind ein Thema der Zukunft“, betonte Kurt Kapp, stellvertretender Leiter des Münchner Referats für Arbeit und Wirtschaft. Er verwies auf das MTZ, das seit den 80er Jahren Flächen zu flexiblen Konditionen für Start-ups anbietet und zeigte sich erfreut, dass der inzwischen bei weitem größere Bedarf nun auch von privaten Anbietern wie Coworking Spaces bedient wird. „Startups brauchen Netzwerke, Partner, Finanzierung, Corporates, mit denen sie zusammenarbeiten können – aber sie brauchen auch Flächen, und da muss noch mehr passieren,“ so Kapp.

Das Modell der Coworking Spaces bedient das Segment kleinteiliger Gewerbeflächen ab 150 m2, die besonders am Münchner Markt bislang fehlen. Gregor Gebhardt, Inhaber von friendsfactory, hat sein Flächenangebot durch Fusion mit Rent24 gerade noch einmal vergrößert: „Wir haben einfach festgestellt, dass es so viel Nachfrage gibt von Start-ups und jungen Unternehmen und dass man da einfach flexibel sein muss.“ Selbst ein erfolgreiches Start-up sei heute in der Regel nur für 24 Monate durchfinanziert. Wieviel Fläche es danach braucht, sei völlig ungewiss. Ein Coworking Space könne hier dieses Dilemma zwischen Investoren und Startups abpuffern.

Zum Abschluss wünschten sich die Podiumsteilnehmer von der Branche mehr Mut, an junge Firmen und Start-ups zu vermieten (Rudolph) und zugleich "heiße, geile Immobilien" (Gebhardt), wo sich Gründer und junge Firmen wiederfinden und wohlfühlen.