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Münchner Innovationspreise 2018


Preisträger Holo-Light, Teratrace und LXElectronics

Innovationen in die Verwaltung bringen und innovative Ideen fördern – das ist das Ziel des Innovationswettbewerbs der Stadt München. 2018 fand die erste Runde statt. Hier finden Sie die Sieger-Teams und ihre Innovationsprojekte.

Preisträger 2018 waren die Firma Holo-Light für die Aufgabenstellung Augmented Reality – Darstellung digitaler Informationen, und die Firmen Teratrace und LXElectronics für die Aufgabenstellung Crowd Awareness – Erfassung der Auslastung der Münchner U-Bahn.

Links L. Bollinger und rechts J. Hartmann von der Firma Holo-Light  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
L. Bollinger (li) und J. Hartmann (re) von Holo-Light
© Michael Nagy, LHM

Augmented Reality – Darstellung digitaler Informationen

Preisträger: Holo-Light

Die Aufgabenstellung war es, auf Basis des digitalen 3D-Stadtmodells die zukünftige Bebauung im neuen Stadtteil Freiham zu visualisieren und virtuell zu modellieren.

Die Firma Holo Light erhielt den Innovationspreis für ihren Lösungsansatz, die vorhandene Bebauung auf Grundlage des Stadtmodells in Raumgröße (Room Scale) virtuell darzustellen und um die zukünftige Bebauung auf Basis des rechtskräftigen Bebauungsplans zu ergänzen. Dies geht zum Beispiel als Projektion auf einen Tisch zur Diskussion in Gremien oder bei öffentlichen Veranstaltungen. In der Umsetzungsphase hat die Firma Holo-Light in Zusammenarbeit mit dem Kommunalreferat eine zusätzliche Anwendung für die Mixed-Reality-Brille HoloLens der Firma Microsoft entwickelt, die eine Präsentation vor Ort (z.B. von einer Aussichtsplattform) ermöglicht. Dabei wird in der realen Welt vor Ort (World Scale) ein virtuelles 3D-Modell der zukünftigen Bebauung auf Basis des rechtskräftigen Bebauungsplans für Freiham projektiert ( vgl. auch Bericht im städt. IT-Blog

In beiden Fällen kann die dreidimensionale Visualisierung von bis zu zwölf Personen zeitgleich betrachtet werden und weiterführende Informationen wie zum Beispiel Straßennamen oder Stockwerkszahlen anzeigen. Mit Handbewegungen oder Sprachkommandos kann man virtuelle Objekte anpassen und zum Beispiel die Höhe eines ausgewählten Gebäudes durch Veränderung der Stockwerkszahl verändern.

Dieser neue und hochinnovative Ansatz soll Stadtrat, Stadtplaner und Entscheider generell auf sehr anschauliche Art und Weise in der Bauplanung unterstützen und bietet neue Wege in der Kommunikation von Entscheidungen an die Münchner Bürgerinnen und Bürger.

Mit dieser Anwendung wurde die Firma Holo-Light für den German Innovation Award nominiert.

Luis Bollinger, Mitgründer und CMO Holo-Light:

„Im Rahmen des Innovationswettbewerbs sucht die Stadt München nach Lösungsvorschlägen für aktuelle kommunale Herausforderungen und bietet die Möglichkeit, reale Problemstellungen anzugehen. Während der Umsetzungsphase hat uns besonders der Austausch mit dem Geodatenservice geholfen, die aktuelle Datenlage beim digitalen Stadtmodells zu verstehen, Zugang zu den Daten zu bekommen und daraus einen Workflow zu erarbeiten, der es uns erlaubt, die Daten für Augmented Reality zu verwenden. Wir freuen uns, durch den Innovationswettbewerb Zugang zur Stadt München bekommen zu haben und auf die weiteren Schritte.“

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Von Links: M. Poschmann, LXElectronics und E. Morral und Dr. O. Gaete, TERATRACE
© Michael Nagy, LHM

Crowd Awareness – Erfassung der Auslastung der Münchner U-Bahn

In dieser Kategorie waren Ideen gefragt, wie an U-Bahnhöfen die Fahrgastströme und deren Verteilung gemessen, dargestellt und ausgewertet werden können. Ziel ist es, Fahrgastströme zu steuern und die Gesamtleistung der U-Bahn zu erhöhen.

Die Jury entschied sich, in dieser Kategorie zwei Preise zu vergeben, da am Ende zwei vollkommen unterschiedliche Lösungsansätze zur Diskussion standen.
 

Preisträger: Teratrace

Die Firma Teratrace, eine Ausgründung der TU München, erhielt den Innovationspreis für ihre Lösung, mit Sensoren über Bluetooth anonymisierte Fahrgastbewegungen zu erfassen. Möglich ist es dann, die Bewegung eines mobilen Endgeräts zu verfolgen ohne Rückschlüsse auf die Nutzer und ohne einzelne Bewegungsprofile zu ermitteln.

Die Jury überzeugte an dem Lösungsansatz die Skalierbarkeit und die mittelfristige Möglichkeit, das System auch auf andere Verkehrsmittel zu übertragen und so mehr über Verkehrsströme zu lernen.

Teratrace konnte dank der Auszeichnung in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken München ihr Datenmodell erstmals im öffentlichen Raum erproben. Durch den Einsatz von Crowd Awareness an dem Testfeld U-Bahnhof Fröttmaning konnten kontinuierliche, anonyme und datenschutzkonforme Daten erfasst werden, die Rückschlüsse zu Personenaufkommen und Verteilungen auf U-Bahnplattformen / U-Bahnfahrzeugen ermöglicht haben. Durch Einsatz von Analysen und künstlich intelligenten Algorithmen wurden Prognosen generiert, die dem Einsatzpersonal unter anderem ermöglichen, auf Ereignisse im Vorfeld zu reagieren. Etwa kann bei Veranstaltungen oder Umbaumaßnahmen das Einsatzpersonal zielgerichteter disponiert werden oder Personenflüsse über Bahnsteige und Zugänge sind besser durch entsprechende Maßnahmen (etwa Lautsprecher durchsagen) zu steuern.

Das Pilotprojekt hat ein hohes Potenzial zur Weiterentwicklung, um es künftig in der MVG Betriebsleitzentrale einzusetzen. Zielgerichtete Use Cases können kontinuierlich entwickelt werden, um eine Optimierung für den Fahrgast zu erreichen.
 

Preisträger:  LXElectronics

Die Firma LXElectronics, ein 2017 gegründetes Start-up, erhielt den Innovationspreis für die Idee, über selbst entwickelte Mikrofone den Trittschall der Passanten aufzuzeichnen und diesen auszuwerten. So ermittelt LXElectronics Passantenzahlen und kann Fahrgastbewegungen erfassen und prognostizieren. Die Jury überzeugte der Ansatz, mit vergleichsweise kleinem Installationsaufwand solide und belastbare Messergebnisse zu erlangen, die Prognosen erlauben. Zudem bietet der Trittschall eine Messgröße, die keine personenbezogenen Daten erfasst. Der Firma LXElectronics war es während der Umsetzungsphase von September bis November 2018 leider nicht möglich, ihre Idee zu realisieren.

 

Aktueller Innovationswettbewerb: Neue Aufgaben - neue Chancen!

Auch 2019 ist der Münchner Innovationswettbewerb wieder ausgeschrieben. Wettbewerbsteilnehmer reichen zu vorgegebenen städtischen Fragestellungen Lösungsideen ein.

Hier finden Sie mehr → zu den Aufgaben, Bewerbungsfrist und Ablauf.