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Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020


Das vom Stadtrat der Landeshauptstadt München im November 2014 einstimmig beschlossene Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020 ist das deutschlandweit größte kommunale Bildungsbauprogramm. In den kommenden Jahren wird die Stadt München Milliardenbeträge in Neubau, Erweiterungen und Sanierungen von Schulen und Kitas investieren. Für den Zeitraum bis 2030 gehen erste Kalkulationen von mehreren Milliarden Euro aus.

Warum braucht die Stadt dieses Bauprogramm?

München wächst wesentlich schneller als noch vor Kurzem vorhergesagt. Bis zum Jahr 2030 wird die Einwohnerzahl der Stadt von derzeit knapp 1,5 Millionen (Stand Januar 2015) voraussichtlich auf 1,723 Millionen steigen. Das sind 223.000 Menschen mehr - dieses Bevölkerungswachstum macht sich auch an den Schulen und Kitas bemerkbar.

Weitere Infos im Demografiebericht des Referats für Stadtplanung und Bauordnung

Welche Größenordnung hat das Bauprogramm?

Die Herausforderungen sind gewaltig:
Bis 2030 sollen 45 neue Schulen entstehen:

  • 24 Grundschulen
  • 2 Mittelschulen
  • 3 Sonderpädagogische Förderzentren
  • 6 Realschulen
  • 7 Gymnasien
  • 4 berufliche Schulzentren.

Daneben stehen zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen von bestehenden Schulgebäuden an.

Wie wurde der Bedarf an Schulplätzen ermittelt?

Die Grundlage für das Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020 sind Schulentwicklungspläne für jede Schulart. Bei der Erarbeitung dieser Planungsgrundlage wurden ergänzend zu den prognostizierten Schülerzahlen alle Faktoren berücksichtigt, um die Stadt zukunftsfähig und bedarfsgerecht mit Schul- und Kitaplätzen zu versorgen wie zum Beispiel der stetig steigende Bedarf an ganztägiger Betreuung und der Flächenbedarf für inklusive Bildung und Betreuung.

Zusätzliche Transparenz schaffen Datenblätter für jeden Standort einer Grundschule, Mittelschule und eines Sonderpädagogischen Förderzentrums. Diese enthalten alle wichtigen Informationen zur Entwicklung der Schülerzahlen und des Raumbedarfs am jeweiligen Standort.

Schulleitungen, Bezirksausschüsse und die betroffenen städtischen Referate wurden im Vorfeld in die Erarbeitung der Schulentwicklungspläne mit eingebunden.

Schülerzahlen Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Entwicklung der Schülerzahlen an allgemeinbildenden Schulen

Wie kann man in der dicht bebauten Großstadt die Flächen sicherstellen?

München ist die am dichtesten bebaute Großstadt in Deutschland. Durchschnittlich leben hier 4.468 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Geeignete Flächen für den Neubau von Kitas und Schulen zu finden und planungsrechtlich zu sichern sowie die Bauvorhaben zügig umzusetzen sind Aufgaben, bei der alle Fachstellen der Verwaltung Hand in Hand zusammenarbeiten.

Bereits im Jahr 2009 wurde die Arbeitsgruppe Ausbauoffensive Kindertageseinrichtungen“ und im Jahr 2013 die „Arbeitsgruppe Schulbauoffensive“ unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Christine Strobl eingesetzt. In diesen Gremien sind alle beteiligten städtischen Referate vertreten: das Referat für Stadtplanung und Bauordnung für stadtplanerische Belange und für Fragen des Bauordnungsrechts, das Baureferat für die technische Realisierung von Bauvorhaben, das Referat für Bildung und Sport für Fragen des Bedarfs und der pädagogischen Anforderungen, das Kommunalreferat für Grundstücksfragen und die Stadtkämmerei für das Thema Finanzierung.

Die Lösung liegt jedoch nicht nur im Neubau von Kitas und Schulen, auch alle bestehenden Standorte sind zu überprüfen, inwieweit Erweiterungen der Bestandsgebäude möglich sind.
Im Jahr 2014 hat eine „Task Force“ alle Kita- und Schulstandorte überprüft. Dabei wurden zum Beispiel folgende Optionen betrachtet:

  • Ersatz von eingeschossigen Kita-Pavillons durch mehrgeschossige Systembauten
  • Aufstockung von Bestandsgebäuden
  • Anbauten an Bestandsgebäuden
  • Sport- und Pausenflächen auf Flachdächern

Im Anschluss daran wurden alle Bauvorhaben – Neu- und Erweiterungsmaßnahmen – nach Dringlichkeit priorisiert und vom Stadtrat beschlossen.

Anlage A des Priorisierungsbeschlusses vom 09.07.2015

Baustelle Grundschule Leibengerstraße  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
GS Ilse-von-Twardowsky-Platz im Bau

Wie stellt das Aktionsprogramm die rechtzeitige Versorgung mit Räumen sicher?

Die Planung und Realisierung von Erweiterungen oder Neubauten nimmt nach den bisherigen Erfahrungen – je nach Größe und Umfang des Bauvorhabens - vom Beginn der ersten Überlegungen bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme 2 bis 5 Jahre in Anspruch.

An vielen Standorten drängt jedoch aufgrund rasch wachsender Schülerzahlen die Zeit. Das Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020 setzt deshalb an zwei Hebeln an:

 

  • Verfahrensbeschleunigung und -vereinfachung

o Feste Vorgaben für Flächengrößen und Raumanordnung
Durch die Festlegung von verbindlichen Rahmenvorgaben zu Größe und Anordnung von Klassenzimmern, Anzahl von zusätzlichen Räumen für Ganztag und Inklusion etc. werden die Planungszeiten für Schulbauten verkürzt. Gleichzeitig stellen diese für jede Schulart individuell erarbeiteten Standard-Raumprogramme sicher, dass Schulbauten in München sich flexibel an Entwicklungen zeitgemäße Pädagogik anpassen können.

o Zeitersparnis durch Bauprogramme
Bisher war die Regel, dass jedes Kita- und Schulbauvorhaben einzeln im Stadtrat beraten und beschlossen worden war. Künftig sollen – wenn möglich - mehrere Bauvorhaben in Bauprogrammbeschlüssen zusammengefasst werden. Zeitintensive Architektenwettbewerbe wird es künftig nur noch bei Großvorhaben wie zum Beispiel dem Bildungscampus Freiham oder bei besonderen Projekten geben.

  • Zeitgerechte Sicherstellung der Raumversorgung durch Pavillonanlagen
    Pavillonbauten sind deutlich schneller realisierbar als Festbauten und sie können von einem Standort zum anderen versetzt werden. Die Stadt setzt auf diese flexiblen Bauten als schnelle Abhilfe bei akutem Raumbedarf.
    Die Aufenthaltsqualität in den Pavillonbauten der modernen Generation unterscheidet sich durch nichts von einer „normalen“ Schule in Festbauweise – die bauliche Qualität in Bezug auf Wärmedämmung, Schallschutz und IT-Ausstattung ist identisch. Das Raumangebot kann flexibel auf die Bedürfnisse der Kita oder Schule zugeschnitten werden.
    Der Pavillon ist der erste Schritt – parallel dazu kann in Ruhe die Planung und der Bau des benötigten Festbaus vorangetrieben werden.

Massive Erhöhung des Budgets für den Bauunterhalt

Künftig steht erheblich mehr Geld für den Bauunterhalt zur Verfügung, insgesamt wurde der Etat mehr als verdoppelt. Das „Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020“ kennt vier Finanzierungstöpfe für Sanierungsmaßnahmen:

  • Neu ist, dass die Schulen und Kitas sowie das Sportamt für die Bezirkssportanlagen durch einen eigenen Etat von 40 Mio. Euro selbst Einfluss nehmen können, welche Aufwertungs- und Verschönerungsmaßnahmen durchgeführt werden sollen.
  • Für größere Sanierungsarbeiten, zum Beispiel Maßnahmen zur Substanzerhaltung und Sicherheitsmaßnahmen, stehen jährlich 35 Mio. Euro sowie 15 Mio. Euro für sonstige technische Bedarfe (zum Beispiel Heizungssanierung) im städtischen Haushalt zur Verfügung. Dieses Jahresbudget wurde aufgestockt durch ein einmaliges Sonderbudget von 200 Mio. Euro für Sanierungsmaßnahmen. Aus diesem Etat werden zum Beispiel die Toilettensanierungen finanziert. Bis Ende des Jahres 2015 sollen alle noch ausstehenden WC-Sanierungen abgeschlossen sein. Über die Verwendung dieser Mittel entscheidet das Baureferat.
  • Der Etat des „kleinen Bauunterhalts“ für kleinere Reparaturen, über dessen Verwendung die Einrichtungen auch bisher schon entscheiden konnten, wurde von 1,3 Mio. Euro auf 2,6 Mio. Euro verdoppelt.
  • Für pädagogisch relevante bauliche Maßnahmen gibt es ein eigenes Budget von 16 Mio. Euro pro Jahr. Über den Einsatz dieser Mittel entscheidet das Referat für Bildung und Sport.
Säulen Bauunterhalt Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Säulen Bauunterhalt

Sportflächen werden immer mitgeplant

Das Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020 wirkt sich auch positiv auf die Sportinfrastruktur in München aus: Bei jedem Schulneubau wird der Sportbedarf mitgeplant. Überall, wo es baulich und planerisch möglich ist, werden Zweifach- und Dreifach-Sporthallen gebaut.

Die Vollversammlung des Stadtrats berät am 26. Juli zusammen mit dem 2. Schulbauprogramm außerdem über ein eigenes Sportbauprogramm, um die Münchnerinnen und Münchner flächendeckend, wohnortnah und zeitgemäß mit Sportinfrastruktur zu versorgen. Das Sportbauprogramm funktioniert analog zum Schulbauprogramm – inklusive der Erfassung, Kategorisierung und Priorisierung der städtischen Freisportanlagen, einem Standardraumprogramm und dem vereinfachten und verkürzten Genehmigungsverfahren.

Kontakt

Pressestelle des Referats für Bildung und Sport

Bayerstraße 28
80335 München