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Kerschensteiner Medaille


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Münchner Museum

Georg Kerschensteiner

Ausgezeichnetes Engagement in der Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in München

Die Landeshauptstadt München vergibt seit dem Jahr 1995 einen Preis zu Ehren von Georg Kerschensteiner.
Georg Kerschensteiner wurde am 29. Juli 1854 in München in ärmlichen Verhältnissen geboren. Bereits als 17-Jähriger legte er die Prüfung als Volksschullehrer ab. Im Anschluss an diese Ausbildung studierte er Mathematik und Physik und machte 1880 das Examen für den höheren Lehrdienst. Von 1895 an war er Stadtschulrat in München, bis er das Amt 1919 auf eigenen Wunsch aufgab. Als Professor für Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität befasste er sich mit Praxis und Theorie von Erziehung, mit Grundfragen zur Erwachsenenbildung, aber auch mit Themen wie dem Völkerbund. Als Mitglied im Berliner Reichstag vertrat er die Freisinnige Volkspartei. 1920 setzte er in der Reichsschulkonferenz deutliche Akzente. Kerschensteiner starb 1932 mit 78 Jahren in München.

In der Stadt München begann Kerschensteiner bereits 1900 mit der Einrichtung eigener Berufsschulen für Metzger, Bäcker, Schuhmacher, Friseure, Perückenmacher und Kaminkehrer. Bis zum Jahr 1906 wurden 52 Schulen eingerichtet. Mit dem Einsatz von Handwerksmeistern im Unterricht der Schulen zielte Kerschensteiner auf eine enge Kooperation zwischen Handwerk und Schule ab. Er hatte bei seinen Reformbemühungen die gesamte Gesellschaft im Blick. Es ging ihm zum einen um jedes einzelne Individuum und zum anderen darum, dass die ökonomische Basis der Gesellschaft weiter entwickelt wurde.

Georg Kerschensteiner ist einer der Vordenker der klassischen deutschen Berufsbildungstheorie. Sein Konzept als Reformpädagoge verfolgte eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung, indem er die Aneignung beruflicher Qualifikationen und die Entfaltung anlagemäßig vorgeformter individueller Potentiale in der Bildung vereinte.

Vergabe und Auswahlkriterien

Seit 2013 werden alle zwei Jahre (zuvor jährlich) Personen oder Organisationen geehrt, die sich um die Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in München verdient gemacht haben. Die Ehrung schließt Personen ein, die sich im Bereich Schul- bzw. Kindergartenwesen, in der beruflichen Bildung, im Feld des Lebenslangen Lernens, in der Bildungsarbeit an den Universitäten bzw. Hochschulen, in der Grundlagenforschung zur Bildung und Erziehung bzw. im Rahmen außerschulischer Bildungsangebote in besonderem Maße engagiert haben.

Die Vergabe der Medaille ist gebunden an eine ehrenamtliche Tätigkeit, an eine berufliche Leistung beziehungsweise an das Lebenswerk der einzelnen Personen oder Organisationen.

Eine elfköpfige Jury, die sich aus Stadtratsmitgliedern, Stadtschulrätin Beatrix Zurek, Vertreterinnen und Vertretern der Erwachsenenbildung, Eltern- und Lehrkräftevertretungen und Repräsentantinnen und Repräsentanten der Wirtschaft zusammensetzt, entscheidet unter Vorsitz von Bürgermeisterin Christine Strobl über die Preisträgerinnen und Preisträger.

Die Auszeichnung wird jeweils im November jedes ungeraden Jahres im Rahmen eines festlichen Empfangs im Alten Rathaus vergeben.

Vorschlagsinitiative

Einzelne Personen oder Organisationen können für den Preis vorgeschlagen werden bzw. sich vorschlagen lassen.

Die Vorschlagsinitiative können Personen aus den Stadtratsfraktionen, den städtischen Referaten, den Kammern, den Gewerkschaften, den Lehrkräfte- und Elternverbänden, den Kirchen sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst ergreifen.

Vorschläge können jeweils bis Ende der zweiten Aprilwoche jeden ungeraden Jahres eingereicht werden.

Es können nur Vorschläge entgegen genommen werden, die über den "Erfassungsbogen Kerschensteiner-Medaille" schriftlich aufgenommen und dem Referat für Bildung und Sport, Geschäftsbereich Berufliche Schulen zugeleitet worden sind.

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

  • 1995    Prof. Rudolf Seitz, wegen seines allgemeinen und allumfassenden
                 pädagogischen Wirkens
  • 1996    Renate Öfner, wegen ihrer ehrenamtlichen Elternarbeit
  • 1997    Otto Hundsdorfer, wegen seiner Verdienste im Bereich der pädagogischen
                Reformen
  • 1998    Dipl.-Kfm. Werner Gress, wegen seines Engagements für die berufliche Bildung
  • 1999    Anneliese Huss, wegen ihrer Verdienste um die Integration behinderter Kinder
                und Jugendlicher
  • 2000    Max Mannheimer, wegen seiner Arbeit als Zeitzeuge an den Schulen
  • 2001    Anneliese Schillinger und Richard Gaul, für ihren Einsatz, das
                gesellschaftspolitische Engagement eines Wirtschaftsunternehmens auch in
                Richtung der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für Bildung und Erziehung
                am Standort München zu orientieren
  • 2002    Dr. Wolfgang Zacharias, wegen seines Engagements im Bereich der ästhetischen
                Erziehung und kulturellen Bildung im Spannungsfeld Kindertagesstätte – Schule –
                Außerschulisches
  • 2003    Dipl. Ing. Franz Schropp, wegen seiner Verdienste um die Integration junger
                Menschen in das Berufsleben
  • 2004    Prof. Dr. Eleonore Romberg, für ihr Engagement für benachteiligte Kinder und
                 Jugendliche, insbesondere Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund
  • 2005    Vridolin Enxing und Uli Gläß, für die Verdienste am Übergang Schule – Beruf
                gerade für schwer vermittelbare Jugendliche
  • 2006    Dr. Gertraud Burkert, insbesondere für ihr langjähriges, ehrenamtliches
                Engagement für Kinder am Rande der Gesellschaft und für die Förderung der am
                Kind orientierten Zusammenarbeit aller an Bildung Beteiligten
  • 2007    Prof. Dr. Wassillios Fthenakis, für seine Verdienste um die frühkindliche
                Bildung und die Qualitätsentwicklung der städt. Kindertageseinrichtungen
  • 2008    Helga Wolf, Vorsitzende des Vereins Lesefüchse e.V., für ihre Verdienste um die
                Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen
  • 2009    Gerd Grüneisl, für seine Verdienste im Bereich politischer Bildung, Partizipation –
                Kinder und Jugendliche spielerisch in die Lage zu versetzen, an Stadt und
                Gesellschaft teilzuhaben
  • 2010    Peter Vahlensieck, für seine Verdienste im Bereich der interkulturellen Pädagogik,
                der Berufsfindung und der innovativen Konzepte für die Entwicklung der
                Hauptschule
  • 2011    Elisabeth Weiß-Söllner, für ihre Verdienste um das berufliche Schulwesen
  • 2012    Michael Stenger, für die Gründung der SchlaU-Einrichtung und für seine
                Verdienste, Jugendlichen (insbesondere unbegleiteten Flüchtlingen) zu einem Schulabschluss zu
                verhelfen
  • 2013    Heinrich Traublinger, für sein ehrenamtliches Wirken besonders für den Bereich
                der beruflichen Bildung
  • 2015   Städtische Berufsschule zur Berufsvorbereitung, für ihr besonderes
                Engagement und den außergewöhnlichen Einsatz in der Flüchtlingsbeschulung

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Bildung und Sport
Geschäftsbereich - Berufliche Schulen

Bayerstraße 28
80335 München