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Geschlechtergerechte Pädagogik


Kinder im Wald  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Geschlechtergerechte Pädagogik ist in allen Kindertageseinrichtungen ein wichtiges The­ma. Ziel ist, Mädchen und Jungen, unabhängig ihres Geschlechts, ihres kulturellen Hintergrundes und ihrer Sprache, gleichen Zugang und gleiche Teilhabe an allen Angeboten und Erfahrungsräumen zu ermöglichen. Dies gilt auch für Kinder mit oder ohne besonderen Förderbedarf. Hierfür ist die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Fachkräfte gefragt. Das pädagogische Personal der Einrichtungen muss sich mit damit auseinandersetzen wie sich Geschlechtergerechtigkeit im pädagogischen Alltag mit Kindern realisieren lässt.

Geschlechtergerechtigkeit in der Kita bedeutet allen Mädchen und Jungen – Frauen und Männern einen Rahmen zu bieten, in welchem sie gleiche Entfaltungsmöglichkeiten haben, auch wenn sie unterschiedliche Zugänge brauchen. Sie unterstützt Mädchen und Jungen bei der Erweiterung von einengenden Geschlechterstereotypen. Geschlechtergerechtigkeit bedeutet gleiche Beteili­gung, Sichtbarkeit und Förderung der Fähigkeiten, sowie Förderung gleicher Interessen und Chancen von Mädchen und Jungen. 


Die Mädchen und Jungen können bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres zwischen Frauen und Männern unterscheiden. Die Unterscheidung zwischen „Mädchen“ und „Jungen“ gelingt jedoch erst später. In den ersten Jahren ihres Lebens merken Kinder, dass Jungen bzw. Männer und Mädchen bzw. Frauen unterschiedliche Eigenschaften und Verhaltensweisen zugeschrieben werden. Kinder machen jedoch immer wieder die Erfahrung, dass Mädchen und Jungen, die sie kennen und mit denen sie befreundet sind, diesen Zuschreibungen nicht oder eben nur in bestimmten Situationen entsprechen.
Für die Mädchen und Jungen ist es gar nicht so einfach, sich in dieser „Zwei-Geschlechter-Kultur“ zurechtzufinden und sich ein Bild vom angemessenen Geschlechterverhalten zu machen. Eine geschlechtergerechte Pädagogik will Kinder darin unterstützen, sich in dieser zweigeschlechtlichen Welt zu orientieren und gleichzeitig auch enge und starre Rollenverständnisse aufzubrechen.


Eine geschlechtergerechte Pädagogik greift die Fragen der Kinder nach dem „richtigen“ Mädchen- und Jungesein, nach den geschlechtlichen Widersprüchen der Kinder auf und behandelt diese mit ihnen. Zudem trägt sie dazu bei, dass Kinder vielfältige und widersprüchliche Bilder in ihr ge-schlechtliches Selbstbild integrieren können.
Somit berücksichtigt sie auch das Bedürfnis der Kinder nach geschlechtlicher Orientierung. Der Umgang mit dem Thema gleichgeschlechtliche Lebensweisen ist fester Bestandteil der Pädagogik und vermittelt den Kindern die Möglichkeit des „anders sein“.


„Jeder und jede hat ganz eigene Eigenschaften und vielfältige Interessen. Jeder und jede kann etwas anderes gut. Viele sagen dann:
‚Typisch Mädchen‘ oder ‚Typisch Junge‘. Das nennen wir: ‚Jemanden in eine Schublade stecken‘. Aber überleg‘ doch mal! Passt denn ein Kind in eine Schublade? Na also!“

(Kinderbuch „Mädchen oder Junge?“ 2009)