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Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT)


MINT-Bildung an den städtischen Kitas

Der Ausdruck „MINT“ ist ein Wort, das aus den Bildungsbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gebildet wurde. Am natürlichen Interesse der Mädchen und Jungen, Dingen auf den Grund zu gehen, setzen die MINT-Bildungsbereiche an. Kinder sind von Geburt an kompetente Mitgestalter ihrer Bildung und Entwicklung und erweitern ständig ihr „Weltverständnis“.

Unsere Themen:

Zahlenteppich mit Bausteinen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Mathematik

Mathematische Elemente wie Geld, Uhrzeiten, Hausnummern, Zahlen an öffentlichen Verkehrsmitteln, Räume, Formen, Muster und vieles mehr sind in der Lebenswelt der Kinder ständig präsent. Kurz gesagt: Ohne Mathematik läuft nichts! Daher ist die pädagogische Begleitung der Kinder bei der Entwicklung von mathematischen Kompetenzen wichtiger Bestandteil der frühkindlichen Bildung.

Was ist eigentlich Mathematik?

Mathematik ist die Wissenschaft der Regelmäßigkeiten und Strukturen. Es geht darum, Zusammenhänge zwischen realen Objekten der Welt zu erkennen und diese Objekte in bekannte mathematische Strukturen einzuordnen. In den Bildungsplänen gibt es Vorgaben für frühe mathematische Bildung in folgenden Bereichen (nach Prof. Dr. mult. W.E. Fthenakis):

  • Sortieren und Klassifizieren: Dinge oder Ereignisse nach Ähnlichkeiten bzw. Unterschieden ordnen; Einsicht, dass Dinge nach verschiedenen Kriterien (z. B. Farbe, Form, Größe...) zusammengefasst werden können
  • Muster und Reihenfolgen: Muster entdecken und selbst gestalten, regelhafte Beziehungen, Zusammenhänge, Ordnungen und Strukturen erkennen und beschreiben – Mathematik als die „Wissenschaft von den Mustern“
  • Zeit: Zeitdauer, Zeitmessung, zeitliche und rhythmische Abfolgen (Tagesablauf, vor u. nach dem Mittagessen), Zeitangaben verstehen, sich danach orientieren
  • Raum und Form: räumliche Orientierung und räumliches Vorstellungsvermögen, Formen und Körper erkennen, Orte wiederfinden, Wege planen, (eigene) Position im Raum erfahren (vorn, hinten, oben, unten, links, rechts...)
  • Mengen, Zahlen Ziffern: Zahlen und Ziffern im Alltag entdecken und mit gegenständlichen Mengen hantieren, Umgang mit Zahlsymbolen,(„3“) Zahlworten („drei“) und der entsprechenden Menge („drei Äpfel“)

Unterstützungsmöglichkeiten finden sich vielfältig durch anregende Materialien, z. B.:

  • Geräte für Raum- und Bewegungserfahrungen (Klettergerüste, Schaukeln, schiefe Ebenen, Rollbretter, Höhlen...)
  • Spielmaterialien in unterschiedlicher Größe, Form und Farbe (z. B. Bausteine, Spielfiguren, Legematerialien)
  • verschieden große Behälter (Gläser, Eimer, Becher..),
  • Meterstäbe, Uhren, Würfel
  • vielfältige Alltagsmaterialien in unterschiedlichen Formen (z. B. Pappröhren, Hölzer, Kugeln aus Holz, Metall und Kunststoff, Mosaiksteine, Spiegel, Schrauben, Nägel, Knöpfe, Steine, Schachteln...)
  • Rhythmus erfassen (Lieder, Fingerspiele, Reime...)

Im Alltag finden sich viele Anwendungs- und Übungsmöglichkeiten, z. B.

  • Zahlensuche in der Kita/zu Hause – wo überall werden sie verwendet?
  • Kochen und Backen nach Rezept - Mengenangaben verstehen, richtig abmessen, zählen – wie viele Eier brauchen wir?
  • Spielmaterialien aufräumen – was gehört zusammen und warum?
  • Sport – wer rennt am schnellsten, klettert am höchsten?
  • Zeiten/Daten verstehen – wann kommt Max aus dem Hort, wann ist Omas Geburtstag?
  • Schatz-, Zielsuche nach (selbst gestalteter) Karte

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Informatik/Medienbildung

Informatik und Medientechnik beherrschen den modernen Alltag – ob Smartphones, Tablets, Laptops oder auch ältere Computer – es gibt wohl keinen Haushalt mehr ohne oder mindestens eines der Geräte.

Schon jüngere Kinder gehen wie selbstverständlich damit um. Medienkompetenz ist für die Teilnahme am kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben notwendig. Im Mittelpunkt der Medienbildung bei Kindern steht das Begreifen und Handhaben von Medien als Kommunikationsmittel, sie lernen die Nutzung aber auch kritisch zu hinterfragen und selbst verantwortungsbewusst damit umzugehen.

Es gibt es verschiedene Möglichkeiten, Kinder sowohl zu Hause als auch in der Kita mit Medien vertraut zu machen, z. B.

  • selbstständiges Telefonieren
  • Nutzung von CD-/DVD-Spielern
  • (kindgerechte) Videospiele (Tipp: Preisgekrönte Website www.meine-forscherwelt.de)
  • Filme drehen, bearbeiten, vorführen
  • Fotos anfertigen und bearbeiten
  • lernen, Apps (sinnvoll) zu nutzen
  • Funktionsweise von Medientechnik erforschen (z. B. Funktionsweise des Strichcodes beim Einkaufen, Computersprache...)

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Mathematik, Naturwissenschaften und Technik  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Naturwissenschaften

„Wohin verschwindet der Zucker im Tee?“
„Warum geht das Licht an und aus?“ oder
„Warum kommen Kreise, wenn man einen Stein ins Wasser wirft?“

Diese Fragen können Ausgangspunkte für interessante Forschungsaktivitäten oder Projekte sein. Wir greifen den natürlichen Entdeckungsdrang der Kinder auf und unterstützen damit die Entwicklung eines naturwissenschaftlichen Grundverständnisses. Kinder sollten vom Erwachsenen zum Forschen ermuntert werden, wodurch ihre Freude am Lernen neue Impulse erhält.
Durch das Angebot vielfältiger Zugänge zu naturwissenschaftlichen Themen wird das Interesse am Forschen und Experimentieren vertieft. Die Kinder lernen Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge in der Natur kennen. Den Prozess des Verstehens erleben sie als oft langwierige Auseinandersetzung mit den Phänomenen.
 

Ein wissenschaftliches Herangehen an die Fragen wird gefördert durch :

  • Äußern von Vermutungen, Aufstellen von Hypothesen
  • genaues Planen der Überprüfung durch Experimente
  • Beobachten/Analysieren, Beschreiben beim Experimentieren
  • Dokumentieren der Beobachtungen
  • Reflektieren und Diskutieren des Ergebnisses

Als Einstieg ins naturwissenschaftliche Forschen eignet sich das Thema Wasser besonders gut. Wasser ist wie selbstverständlich vorhanden – man muss nur den Wasserhahn aufdrehen und schon beginnt auch für ganz kleine Kinder der Spaß am Experimentieren!
Weitere interessante Phänomene, die Kinder gut erforschen können, sind Luft, Strom/Energie, Licht/Farben/Sehen, Magnetkraft, Akustik oder der eigene Körper.

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Technik

„Kinder haben eine naturgegebene Neugier auf Technik. (…) Durch das Ausprobieren, das Tüfteln und spielerische Erkunden schulen sie ihre Problemlösekompetenzen und Kreativität, die sie stark machen für das Leben. (…)“

Prof. Dr. mult. W.E. Fthenakis

Die Kinder erleben aber auch die Abhängigkeit von den Errungenschaften der Technik:

  • Ärger, wenn das Auto nicht anspringt („Wir kommen zu spät!“)
  • Konsequenzen, wenn die Waschmaschine streikt („Mach dich nicht so schmutzig!“)
  • Abgase und Lärm erleben sie als negative Nebenprodukte eigentlich sinnvoller Erfindungen

Die Gestaltungswissenschaft Technik umfasst sechs Lern- und Handlungsfelder, die schon für Kinder ab fünf Jahren auf spannende Weise und mit sehr einfachen Mitteln entdeckt werden können:

  • Information und Kommunikation
  • Bauen und Wohnen
  • Transport und Verkehr
  • Haushalt und Freizeit
  • Produkt und Produktion
  • Versorgung und Entsorgung

Beim Thema Technik denkt man oft an komplizierte bzw. komplexe Konstruktionen wie Auto, Fernseher, PC...

Beispiele für einfache technische Erfindungen sind z. B. der Flaschenöffner, die Schere, die Türklinke, der Bleistifte, die von den Kindern selbstverständlich verwendet werden – auch ohne Hilfe. Die Funktionsweise ist einfach, daher sind solche Gegenstände zur Technikbildung gut geeignet. Wichtig ist, den Kindern die Freude an Technik und ihre positive Grundhaltung dazu zu erhalten. Sie müssen unterstützt werden, auch auf diesem Gebiet Kompetenzen zu erwerben.

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Vater mit vier Kindern im Außenbereich  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Tipps für Eltern

Auch Eltern können ihre Kinder im Alltag ‚mitnehmen‘:

Es ist wichtig, sich auf das praktische Leben der Kinder zu beziehen, ihre Fragen ernst zu nehmen, aufzugreifen und kindgerechte Zugänge z. B. zu Natur und Technik zu schaffen und damit ein nachhaltiges Interesse an diesen Themen zu bewirken.


Eltern können durch die Fragen der Kinder angeregt werden, sich stärker für diese Inhalte zu interessieren oder ihrerseits neue Ideen einzubringen. Vielleicht sind sie selbst Experten auf einem Gebiet und können mit den Kindern forschen oder ihnen Einblick in ihren Berufsalltag gewähren
Museumsbesuche tragen ebenso zur Wissenserweiterung bei Kindern und Erwachsenen bei.
Das Umfeld für die Kinder kann so gestaltet sein, dass die Mädchen und Jungen zum selbständigen Experimentieren und Entdecken angeregt werden: vielfältige Materialien zum Auseinandernehmen und Zusammenbauen, Baumaterialien, Werkzeuge, Bücher, Lupen, Mikroskope, Magnete, Wasser, Naturmaterialien bieten Anreize zum Ausprobieren, Staunen und Beobachten sowie für Aha-Erlebnisse.

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Gesetzliche Grundlage

Die Bildungs- und Erziehungsziele für die MINT-Bildungsbereiche sind in der AVBayKiBiG (Ausführungsverordnung des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes) für alle Kitas in Bayern benannt:

§ 6 Mathematische Bildung

1 Kinder sollen lernen, entwicklungsangemessen mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen umzugehen, diese zu erkennen und zu benennen. 2 Kinder sollen Zeiträume erfahren, Gewichte wiegen, Längen messen, Rauminhalte vergleichen, den Umgang mit Geld üben und dabei auch erste Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge erhalten.

§ 7 Naturwissenschaftliche und technische Bildung

1 Kinder sollen lernen, naturwissenschaftliche Zusammenhänge in der belebten und unbelebten Natur zu verstehen und selbst Experimente durchzuführen. 2 Sie sollen lernen, lebensweltbezogene Aufgaben zu bewältigen, die naturwissenschaftliche oder technische Grundkenntnisse erfordern.

§ 9 Informationstechnische Bildung, Medienbildung und -erziehung

Kinder sollen die Bedeutung und Verwendungsmöglichkeiten von alltäglichen informationstechnischen Geräten und von Medien in ihrer Lebenswelt kennen lernen.

Unsere Partner

  • Die frühkindliche Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher" unterstützt die städtischen Kindertageseinrichtungen bei der Umsetzung.
  • Das Netzwerk „Münchner KITA-Kinder forschen“ ist lokaler Netzwerkpartner der Stiftung und bietet praxisnahe Fortbildungen für das Fachpersonal an. Die Stiftung stellt den Kitas kostenfrei vielfältige Materialien zur Verfügung.

Hier finden Sie den Film zum Haus der kleinen Forscher.

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