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Haus für Kinder


Der pädagogische Auftrag der Häuser für Kinder

Die städtischen Häuser für Kinder sind Kindertageseinrichtungen für Kinder verschiedener Altersgruppen. In der Regel bieten Häuser für Kinder Plätze für Kinder ab der 9. Lebenswoche bis zum Schuleintritt. Manche Einrichtungen richten sich auch an Kinder von der 9. Lebenswoche bis maximal zum 12. Lebensjahr. In einigen städtischen Häusern für Kinder werden Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis maximal zum 12. Lebensjahr betreut.

Die städtischen Häuser für Kinder haben den gesetzlichen Auftrag zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung. Sie unterstützen die Entwicklung der Kinder zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Personen. Kinder mit und ohne Behinderung werden nach Möglichkeit gemeinsam gebildet, erzogen und betreut. Soziale Integration wird gefördert, die Entwicklung der Geschlechtsidentität wird unterstützt. Die Kinder gestalten ihre Bildungsprozesse aktiv mit und erwerben über die entwicklungsangemessene Übernahme von Verantwortung soziale Kompetenzen und die Fähigkeit zur demokratischen Teilhabe. Vielfältige sprachliche Anregungen unterstützen die Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit aller Kinder.

Die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern aller Altersgruppen unter einem Dach, die sogenannte „breite Altersmischung“ ist das spezielle Merkmal der Häuser für Kinder. Sie bietet besondere Vorteile für die Kinder und ihre Familien. So können die Kinder über einen längeren Zeitraum in der selben Kindertageseinrichtung bleiben. Ein Wechsel, z.B. von der Kinderkrippe in den Kindergarten, ist nicht erforderlich.

Alle städtischen Häuser für Kinder wenden das System zur Qualitätssicherung und -entwicklung (QSE) an, um die Qualität ihrer pädagogischen Arbeit laufend zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So wird beispielsweise einmal jährlich eine schriftliche Elternbefragung durchgeführt.

Essen und Hauswirtschaft

Hauswirtschaftliche Fachkräfte sorgen für eine ausgewogene und bedarfsorientierte Ernährung der Kinder. Sie bereiten Frühstück, Mittagessen und die Nachmittagsbrotzeit zu. Die Lebensmittel stammen überwiegend aus ökologischem Anbau und werden nach saisonalen und regionalen Gesichtspunkten ausgewählt. Besondere gesundheitliche und kulturelle Bedürfnisse der Kinder werden so weit wie möglich berücksichtigt.

Vernetzung

Die städtischen Häuser für Kinder beziehen ihr natürliches, soziales und kulturelles Umfeld in die pädagogische Arbeit ein, um gemeinsam mit den Kindern die Lebens- und Arbeitswelt in der Umgebung kennen zu lernen.
Sie sind mit anderen Institutionen im Stadtteil vernetzt und kooperieren mit den örtlichen sozialen Diensten, z.B. mit den Sozialbürgerhäusern oder den Erziehungsberatungsstellen. So können sie Unterstützungsangebote für die Eltern vermitteln, z.B. zur Früherkennung und Prävention von Entwicklungsrisiken. Um ihren gesetzlichen Auftrag zum Kinderschutz zu erfüllen, arbeiten die Häuser für Kinder bei Bedarf mit den entsprechenden Stellen im Jugendamt zusammen.

Die Übergänge werden mit allen Beteiligen gemeinsam gestaltet.

Gesetzliche Grundlagen

Die Grundlagen, Inhalte und Ziele der pädagogischen Arbeit sind im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung und in der ergänzenden Handreichung für Kinder in den ersten drei Lebensjahren festgelegt. Wenn Schulkinder betreut werden, gelten auch die Empfehlungen für die pädagogische Arbeit in Bayerischen Horten. Die für alle städtischen Häuser für Kinder verbindlichen „Basisstandards zur inklusiven Bildung, Erziehung und Betreuung“ (siehe bei Publikationen) beschreiben die Vorgaben des Trägers. Die konkrete pädagogische Arbeit ist in der individuellen Hauskonzeption der jeweiligen Einrichtung beschrieben.

Wichtige gesetzliche Grundlagen sind unter anderem

  • das Bayerische Kinderbildungs-und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) und seine Ausführungsverordnung (AV BayKiBiG)
  • Achtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII)
  • Bundeskinderschutzgesetz (BkiSchG)
  • UN-Kinderrechtskonvention
  • UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung
  • Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG)