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Der Münchner Schulpreis


Preisverleihung SchlaU-Schule  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Fotograf: Tobias Hase

Verleihung des Münchner Schulpreis 2017

(17. Januar 2017)

Die SchlaU-Schule - Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V. gewinnt den diesjährigen Münchner Schulpreis.

Die Auszeichnung wird heuer zum dritten Mal verliehen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung des 6. Münchner Ganztagsbildungskongress wurden die Gewinner am heutigen Dienstag bekannt gegeben und von Bürgermeisterin Christine Strobl und Stadtschulrätin Beatrix Zurek beglückwünscht.

Die weiteren Preisträgerschulen sind:

  • Zweiter Preis: Grundschule an der Helmholtzstraße
  • Dritter Preis: Städtische Wilhelm-Busch-Realschule

Der Münchner Schulpreis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Die hohe Qualität der diesjährigen Einsendungen zeigte, dass die Schulen erneut großen Aufwand in ihre Bewerbung gesteckt haben. Alle diesjährigen nominierten Preisträgerschulen überzeugten insbesondere mit ihren zum Teil sehr unterschiedlichen Schulkonzepten. Sie zeigten der Jury, unabhängig von Schulgröße und Schulform herausragende pädagogische Konzepte und Leistungen in ihren Schulen, die Vorbild für andere Schulen sind.

Bürgermeisterin Christine Strobl sagt: „Ich bin stolz auf unsere Münchner Schulen. Sie setzen sich in außergewöhnlichem Maße für die Integration und individuelle Förderung jeder und jedes Einzelnen ein und leisten damit einen großen Beitrag zu einer aufgeklärten, offenen und toleranten Gesellschaft. Danke an Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Schulleiterinnen und Schulleiter, für dieses Engagement!“

Stadtschulrätin Beatrix Zurek sagt: „Der Münchner Schulpreis zeigt, welch nachhaltig gute Arbeit an den Münchner Schulen geleistet wird. Es ist eine besondere Leistung, zu den sechs nominierten Schulen zu gehören. Sie alle sind Vorbilder, die zeigen, wie innovativ die Münchner Schulen arbeiten und welche pädagogischen Erfolge so erreicht werden können - unabhängig von der Schulgröße und Schulart.“

Sechs Schulen waren nominiert, neben den Preisträgerschulen waren die Grundschule an der Eduard-Spranger-Straße, die Jan-Amos-Comenius Grundschule und das Städtische Heinrich-Heine-Gymnasium. Die drei viertplatzierten Schulen wurden mit Urkunden ausgezeichnet.

Impressionen der Preisverleihung

Stadtschulrätin Beatrix Zurek übergibt den Gewinnern des Schulpreises 2017 der SchlaU-Schule das Preisgeld in Form eines Checks. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Erster Platz - SchlaU-Schule

Gruppenbild Preisverleihung, zweiter Platz - Grundschule Helmholzstraße Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Zweiter Platz - Grundschule Helmholzstraße

Preisverleihung - 3. Platz - Wilhelm-Busch-Realschule Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Dritter Platz - Städt. Wilhelm-Busch-Realschule

Erster Preis: SchlaU-Schule

Schulportrait:

SchlaU heißt „Schulanaloger Unterricht“ in dem rund 320 junge Flüchtlinge analog zum Kernfächerkanon der bayerischen Mittelschulen in bis zu 20 Klassen unterrichtet und zum Schulabschluss geführt werden. Etwa 85 Schülerinnen und Schüler machen jährlich einen Schulabschluss und werden in Ausbildung oder weiterführende Schulen vermittelt.

Die Schule ist in 4 Stufen des Spracherwerbs gegliedert:
Eine Alphabetisierungs-, eine Grund-, eine Mittel- und eine Abschlussstufe.

Nach einem selbstentwickelten Eingangstest, der den Sprachstand und die Mathematik-Kenntnisse erfasst, erfolgt die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Stufen. Diese Stufen sind durchlässig, denn das Ziel besteht darin, die Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und wenn sich herausstellt, dass ein Schüler wegen guter Vorbildung eine Stufe ganz oder teilweise überspringen kann, so kann das problemlos umgesetzt werden. Ebenso kann auch bei Überforderung während des Schuljahres ein Wechsel erfolgen. Für die unterjährigen Wechsel sind die erreichten Kompetenzen entscheidend. Der Mathematikunterricht hat eine Sonderstellung, denn das Mathematikverständnis ist unabhängig vom aktuellen Sprachstand. Deshalb wird dieser Unterricht aus dem Klassenverband ausgegliedert und in einem parallelen Kurssystem durchgeführt.

Wie im staatlichen Schulsystem werden zweimal jährlich Zeugnisse vergeben, die von Lernentwicklungsgesprächen begleitet werden.

Auch innerhalb der Stufen wird auf Binnendifferenzierung geachtet, was eng mit der individuellen Förderung zusammenhängt. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu sind geeignete Unterrichtsmaterialien, die genau auf die Lebenswirklichkeit der Schülerschaft zugeschnitten sind und Möglichkeiten der Differenzierung bieten. Ein Großteil dieser Materialien wird vom Kollegium selber erarbeitet. Aus der Materialreihe „Deutsch als Zweitsprache“ wurde der Lernordner Alphabetisierung für eine Veröffentlichung überarbeitet und kann seit Dezember 2016 für Klassen- oder Einzelbetreuung kostenlos bestellt werden.

Bei allen Bemühungen zur Förderung der Methodenkompetenz, des eigenverantwortlichen Arbeitens und der Differenzierung wird darauf geachtet neue Lernmethoden sensibel einzuführen und auf bisherige evtl. autoritäre Lernkulturen Rücksicht zu nehmen.

Ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts besteht in der Berufsorientierung. Dazu gehören eine klassenübergreifende „Berufsorientierungs-Woche“, Betriebsbesichtigungen und Bewerbungstrainings. Ein zweiwöchiges Betriebspraktikum gehört in der Mittelstufe zum Pflichtprogramm.
In der Bewerbungsphase werden die Schülerinnen und Schüler umfassend beraten und begleitet, was eine fast hundertprozentige Erfolgsquote bei der Vermittlung in Ausbildungsverhältnisse zur Folge hat.

Impressionen aus dem Unterricht

Zweiter Preis: Grundschule an der Helmholtzstraße

Schulportrait:

Die vor fünf Jahren gegründete Schule ist ein architektonisches Juwel für die Umsetzung sinnvoller didaktischer Strategien und die Organisation des Schullebens. Die vier Häuser für unterschiedliche Lerngruppen verfügen über eine hervorragende Ausstattung wie Smartboards, Rückzugsecken, Glastüren und Glaswände etc., die von den Lehrerinnen optimal eingesetzt werden. Die Glastüren im Klassenzimmer etwa erlauben es, kleine Schülerinnen- und Schülergruppen nach draußen zu setzen, sie dort selbstständig arbeiten zu lassen und sie dennoch zu beaufsichtigen. Die überall vorhandenen Smartboards werden nicht einfach nur als komplexere Beamer genutzt, sondern in ihrer gesamten Funktionalität didaktisch sinnvoll verwendet. Gleiches gilt für die gesamte technische Ausstattung oder auch die Außenräume, die sich direkt vor den Klassenzimmern befinden. Die Lehrkräfte der Grundschule an der Helmholtzstraße beweisen, dass sehr gute lokale und technische Voraussetzungen zu sehr guten Erziehungs- und Unterrichtssituationen führen können. Diese Nutzung eines architektonischen Standortvorteiles geschieht im Kontext einer sehr heterogenen Schülerschaft.
Die Grundschule an der Helmholtzstraße besticht durch ihre großartige Strukturierung unterschiedlichster Prozesse. Dies betrifft z.B. die klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Nicht die Schulleitung allein organisiert die Schule, sondern dies geschieht unter Mithilfe des engagierten Kollegiums. Zur hervorragenden Organisationsstruktur der Grundschule an der Helmholtzstraße gehören auch die vielfältigen erfolgreichen Interaktionen mit dem Tagesheim, den Ganztagsbetreuerinnen und Ganztagsbetreuern oder den Kindergärten, aus denen die künftigen Schülerinnen und Schüler kommen. Alle diese Einrichtungen haben von der großen Zugänglichkeit der Lehrerinnen und Lehrer dieser Grundschule berichtet und erleben die Kooperation als erfolgreich und bereichernd auch für ihre eigenen Organisationen.

 

Impressionen der Grundschule

Dritter Preis: Städtische Wilhelm-Busch-Realschule

Die Schulgemeinschaft, einer der größten Realschulen in München, hat sich mit fast 700 Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, einem großen Kollegium und zahlreichen Kooperationspartnerinnen und -partnern auf den Weg gemacht, gemeinsam weitreichende Schritte in Richtung Zukunft zu wagen. Mit viel Engagement aller Beteiligten, Durchhaltewillen und Gestaltungsfreude hat sich die Schule innerhalb der letzten Jahre eine neue Struktur gegeben.

Die großen Umwälzungen, die damit für die gewachsene Schulgemeinschaft verbunden waren, sieht man dem Bestandsbau von außen betrachtet zunächst nicht an. Die Neugliederung der Schule in fünf Lernhäuser hat aber einiges verändert und viele weitere Entwicklungen angestoßen. Die neu geschaffene Lernhausstruktur fördert die Beziehung zwischen den Jugendlichen und den Lehrkräften und erleichtert die Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen, die so die Schülerinnen und Schüler noch besser unterstützen und fördern können: Ein Konferenzfenster ermöglicht eine gute Koordinierung des Teamteachings und hilft, die regelmäßig stattfindenden Lernbegleitgespräche mit jedem einzelnen Jugendlichen vorzubereiten.

Dieses Coaching, Regeln und Routinen, das Doppelstundenprinzip und die kleineren Organisationseinheiten geben den Schülerinnen und Schülern Sicherheit, Orientierung und ein Gefühl des Aufgehobenseins. Die Schule legt ihr Augenmerk auf soziales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung. Sie bietet hier viele Neigungskurse und Arbeitsgemeinschaften, vor allem im Bereich der kulturellen Bildung, an. Gleichzeitig sind die Schülerinnen und Schüler über den Klassenrat und die Lernhaussprecherinnen und -sprecher aktiv an der Schulentwicklung beteiligt, übernehmen Verantwortung als Tutorinnen und Tutoren und sind in die Gestaltung der Schule fest eingebunden – so auch bei der Entscheidung für die Lernhausstruktur.

Die als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnete Schulgemeinschaft lebt Diversität, bindet die DaZ- Klassen in die Regelklassen ein, ist gut im Stadtteil und mit anderen Schulen vernetzt, bietet den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe zahlreicher Kooperationspartner von Nachhilfe bis zu Theaterprojekten ein breites Entwicklungs- und Unterstützungsangebot und stellt so nicht allein im Unterricht Zusammenhänge zur Lebenswelt der Jugendlichen her.

 

Impressionen vom Schulalltag

Was ist der Münchner Schulpreis?

Ihre Schule engagiert sich in besonderem Maße, Lehr- und Lernprozesse innovativ zu gestalten und den Bildungserfolg nachhaltig zu sichern? Sie ist stolz auf ihre Schulkultur, die Konzeption der ganztägigen Bildung und die Zusammenarbeit mit externen Partnern? Dann bewerben Sie sich jetzt für den Münchner Schulpreis!
Ziel des Münchner Schulpreises ist es, Vorbilder für erfolgreiche Schulentwicklungsprozesse zu finden und sichtbar zu machen, um herausragende Leistungen der gesamten Schulgemeinschaft einer Schule zu würdigen und zu fördern. Gleichzeitig soll auf diesem Wege auch die Vernetzung der Münchner Schulen – und damit das Lernen voneinander – unterstützt werden.
 

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