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Schulsozialarbeit an beruflichen Schulen


Die Entwicklungsgeschichte

Münchner Kooperationsprojekt Schulsozialarbeit an beruflichen Schulen mit den Partnern Referat für Bildung und Sport und Sozialreferat.

Am 03.05.2001 wurde in einer gemeinsamen Sitzung des Schulausschusses und des Kinder- und Jugendhilfeausschusses des Stadtrates die Einrichtung von Schulsozialarbeit an 17 Berufsschulen in München beschlossen, um Schülerinnen und Schüler effizienter beraten und unterstützen zu können. Zur Regelung der Rahmenbedingungen wurde in dieser Sitzung auch ein von den damaligen Kooperationspartnern Sozialreferat, Referat für Bildung und Sport und Agentur für Arbeit entwickeltes Konzept verabschiedet. Die Arbeit vor Ort wurde an freie Träger und den öffentlichen Träger der Jugendhilfe vergeben.

Während der folgenden 12 Jahre wurde die Schulsozialarbeit von den nach dem Ausscheiden der Agentur für Arbeit verbliebenen Kooperationspartnern Sozialreferat und Referat für Bildung und Sport kontinuierlich weiter entwickelt und den gesellschaftspolitischen und strukturellen Veränderungen angepasst. Da im Zuge des Ausbaus neue Aufgabenschwerpunkte für die operative Arbeit vor Ort entstanden und Gesetzesgrundlagen sich veränderten oder neu hinzu kamen, musste das Konzept aus dem Jahr 2001 weiter entwickelt werden.

Das Konzept

Im Jahr 2013 wurde unter Federführung des Sozialreferats sowie des Referats für Bildung und Sport gemeinsam mit den Schulleitungen der beruflichen Schulen mit Schulsozialarbeit, den Trägervertretungen und der Fachbasis das bestehende Konzept an die Veränderungen im Bereich der beruflichen Schulen angepasst und fortgeschrieben. Hierbei wurde ein besonderes Augenmerk auf die Vielfalt der Schularten im beruflichen Bereich gelegt.
Schulsozialarbeit an beruflichen Schulen ist mittlerweile sowohl in Berufsschulen des dualen Ausbildungssystems als auch in Berufsschulen mit dem Schwerpunkt Berufsvorbereitung, in einer Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung mit dem Schwerpunkt Lernen, in Berufsfachschulen, in Wirtschaftsschulen und in einer Fachoberschule verortet.

Das Konzept unterstützt die Arbeit vor Ort und stellt für die zur Durchführung von Schulsozialarbeit beauftragten freien Träger, den beauftragten öffentlichen Träger der Jugendhilfe sowie für die Fachbasis ein wichtiges Regelwerk dar.

Die prägnantesten Änderungen gegenüber dem Konzept von 2001 sind:

  • Anpassung an die aktuellen gesetzlichen Grundlagen
  • Unterscheidung zwischen allgemeinen und schulspezifischen Zielen und Aufgaben
  • Fortschreibung der Ziele und Aufgaben
  • Anpassung der Standards, der Dokumentation und Evaluation
  • Regelung der Besprechungsstrukturen an beruflichen Schulen
  • Leitlinien zum Datenschutz an beruflichen Schulen
  • Anpassung der Steuerungsinstrumente

Am 08.10.2013 verabschiedete der Stadtrat das Konzept, in dem auch die Schuljahresstatistik den Veränderungen angepasst sowie ein Einarbeitungsplan für neue Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter mit klar definierten Standards entwickelt wurde. Zur Erarbeitung der Schuljahresstatistiken und zur Erstellung einer einheitlichen Falldokumentation wurde außerdem flächendeckend die Datenbank Cobra eingeführt und der Fachbasis zur Verfügung gestellt.

Der Umfang des Angebots

Schulsozialarbeit an beruflichen Schulen in München bietet Beratung und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern durch pädagogische Fachkräfte der Jugendhilfe an der jeweiligen betreuten Schule vor Ort an.

Hierbei sollen die persönlichen, schulischen, wirtschaftlichen und beruflichen Problemlagen der Schülerinnen und Schüler unmittelbar und frühzeitig erfasst werden. Das Risiko des Scheiterns von Jugendlichen in der Schule und/oder im Ausbildungsbetrieb soll begrenzt und die Chancen Benachteiligter am Bildungswettbewerb erhöht werden.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der persönlichen Beratung, zusätzlich werden an allen betreuten Schulen Gruppenangebote mit unterschiedlichen Inhalten, beispielsweise zur Gewaltprävention, in den Klassen durchgeführt. Die jeweilige Situation an jeder einzelnen beruflichen Schule bestimmt die Handlungsfelder und Aufgabenschwerpunkte der Berufsschulsozialarbeit vor Ort maßgeblich mit.

Die Berufsschulsozialarbeit betreut neben den klassischen dualen Ausbildungsklassen der verschiedenen Ausbildungsberufe an Berufsschulen auch berufliche Schulen wie Berufsfachschulen und Wirtschaftsschulen sowie Schülerinnen und Schüler ohne Ausbildung im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und in den sogenannten JoA-Klassen (JoA = Jugendliche ohne Ausbildungsplatz) und in den sogenannten BIK-Klassen (Berufsintegrationsklassen), die an den verschiedenen Berufsschulen verortet sind. Die Betreuung unbegleiteter Flüchtlinge findet hauptsächlich in der zum Schuljahr 2016/17 neu gegründeten Städtischen Berufsschule zur Berufsintegration statt.

Im Rahmen der Betreuung der Schülerinnen und Schüler, die nicht in einem Ausbildungsverhältnis stehen, werden, neben der Beratung zu persönlichen und schulischen Problemen, Perspektiven und Wege für die Zeit nach Beendigung des Schulbesuches erarbeitet, um diese Jugendlichen im Prozess der Berufsfindung zu begleiten und einen erfolgreichen Übergang ins Berufsleben gewährleisten zu können.

Die Berufsschulsozialarbeiterinnen und -arbeiter stimmen sich mit der Schulleitung, den betroffenen Lehrkräften, den Beratungslehrkräften, den Schulpsychologinnen und Schulpsychologen und anderen Personen ab und arbeiten mit ihnen im Sozialforum zusammen. Im Bedarfsfall wird die Agentur für Arbeit als Kooperationspartner mit hinzugezogen. Das Angebot der Berufsschulsozialarbeit ist ein gemeinsam entwickeltes und finanziertes Projekt des Referates für Bildung und Sport, Geschäftsbereich Berufliche Schulen (RBS-B) und des Sozialreferates/Stadtjugendamt, Abteilung Kinder, Jugend und Familie. Die vom Stadtjugendamt München beauftragten Träger führen die Arbeit vor Ort mit Fachkräften aus der Jugendhilfe durch.