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Das berufliche Schulwesen in der Landeshauptstadt München


München ist eine Schulstadt

Die Bandbreite des kommunalen beruflichen Schulwesens in München reicht von der Berufsvorbereitung bis zur Erteilung der allgemeinen Hochschulreife und ist damit in dieser räumlichen Konzentration bundesweit einzigartig.

München ist eine Schulstadt. Diese Aussage steht in vielen bunten Broschüren und vielleicht sogar in manchem Reiseführer. Dass diese Aussage aber mehr ist als ein schöner Reklametext, sieht man erst auf den zweiten Blick. Das Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München, möchte an Hand des beruflichen Schulwesens zeigen, wie vielfältig und lebendig die kommunale Schullandschaft ist.

Viele Menschen denken automatisch an "Berufsschule", wenn sie "berufliches Schulwesen" hören - und das ist auch richtig. In ihren 36 Berufsschulen bietet die Landeshauptstadt München als Partnerin der Betriebe in der dualen Bildung etwa 40.000 jungen Menschen Ausbildungen in über 150 Berufen an - von A wie Anlagenmechaniker / Anlagenmechanikerin bis Z wie Zweiradmechaniker / Zweiradmechanikerin. Die Palette reicht einerseits von traditionellen Berufen bis zu relativen neuen Ausbildungsgängen, andererseits von eher manuell geprägten Berufen bis zu kaufmännischen und Verwaltungsberufen. Nicht vergessen darf man in dieser Aufzählung die Berufsschule zur Berufsvorbereitung am Bogenhauser Kirchplatz. Die jungen Menschen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben und sich für den Arbeitsmarkt fit machen wollen, finden hier Aufnahme und vielfältige Unterstützung. Außerdem ist die Berufsschule zur Berufsintegration zu nennen, die speziell auf berufsschulpflichtige Flüchtlinge ausgerichtet ist und ebenfalls das Ziel verfolgt, möglichst viele Schülerinnen und Schüler ausbildungsreif zu machen.

Die duale berufliche Ausbildung hat in München eine lange Tradition, die auf den Schulstadtrat Georg Kerschensteiner zurückgeht. Aber München ruht sich nicht auf dieser Tradition aus, sondern investiert auch in die Zukunft. Am 1.12.1999 beschloss der Stadtrat ein in diesem Umfang sicher einzigartiges Investitionsprogramm mit einem Volumen von ca. 250 Millionen € für Bauprojekte im Bereich der beruflichen Schulen. Das Ziel dieser Investitionen war nicht nur, den Engpass bei der Raumversorgung dieser Schulen mittelfristig abzudecken, sondern das Schulreferat war gleichzeitig bestrebt, geeignete Unterrichtsräume für die neuen und modernisierten Ausbildungsberufe zur Verfügung zu stellen. Bundesweit wurden zwischen 1996 und 2005 insgesamt 42 neue Berufe geschaffen und 210 modernisiert. Dazu kommt, dass für die Berufsschulen seit einigen Jahren neue Lehrpläne gelten. Diese neuen lernfeldorientierten Lehrplänen verlangen die enge Verknüpfung von fachtheoretischem und fachpraktischem Unterricht und sind in ihrer Handlungsorientierung viel stärker als früher auf schüleraktivierende Komponenten ausgerichtet. Für diese innovative Form des Unterrichts benötigen die Schulen neue, sogenannte Integrierte Fachunterrichts räume, die in allen Bauprojekten konsequent umgesetzt werden.

Gründe dafür, dass in München das berufliche Schulwesen einen so hohen Stellenwert hat, gibt es viele. An erster Stelle ist zu nennen: München und die beruflichen Schulen verbindet eine über hundertjährige Geschichte. Am Anfang steht natürlich der Stadtschulrat Georg Kerschensteiner, der um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert die intensive fachliche Kooperation zwischen Schule und Betrieb initiierte und damit den Grundstein für das "Duale System" mit einem Pflichtschultag pro Woche legte. Anton Fingerle prägte als Stadtschulrat in München die Nachkriegszeit und rief beispielsweise im Oktober 1945 die Münchner Sprachenschule, das heutige Fremdspracheninstitut der Landeshauptstadt München, ins Leben.

Darüber hinaus sieht sich München als Landeshauptstadt und größte Kommune in Bayern in der Pflicht, sich im Bereich der Berufsbildung zu engagieren. Der jungen Generation eine qualifizierte und qualifizierende Ausbildung zu bieten, die ihr ermöglicht, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen - dies ist eine Aufgabe, die gesellschafts- und sozialpolitisch wie auch wirtschaftlich zwingend ist. Unsere Gesellschaft kann sich weder leisten, Talente und Begabungen brach liegen zu lassen, noch kann sie hinnehmen, dass ein nicht unerheblicher Teil der jungen Menschen sich auf Grund schlechter schulischer Leistungen gar nicht erst in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eingliedern kann. Hier gilt es, alle Bemühungen zu bündeln. Und auf der anderen Seite stehen natürlich die Unternehmen, die darauf angewiesen sind, auch morgen noch gut ausgebildete Arbeitskräfte einstellen zu können.