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IFSC Boulder World Cup - Olympiastadion


Zuschauer des Boulder Worldcups  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Marco Kost

Finale des Boulderweltcups & Europameisterschaft Bouldern in München

Jan Hojer ist Doppel-Europameister und holt den Tagessieg

Was für ein Kletterfest, vor allem auch aus deutscher Sicht. Zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille holten sich die deutschen Herren bei der Europameisterschaft (EM) im Bouldern am Samstag, 19. August, im Olympiastadion München. Und damit nicht genug: Erstmals ging der Tagessieg beim Münchner Weltcup an den deutschen Athleten Jan Hojer vom DAV Frankfurt/Main. Er holte sich insgesamt drei der vier Medaillen. Der verbliebene zweite Podiumsplatz ging an Alex Megos vom DAV Erlangen.
 

Die Ausgangslage
Von den 282 zum Weltcup in München angemeldeten Athletinnen und Athleten, rückten nur 20 Frauen und 20 Männer ins Halbfinale weiter. Parallel zum Halbfinale des Weltcups wurde auch die EM ausgetragen. Die besten Europäer des Weltcup Halbfinales wurden automatisch auch Europameister. Da auch nicht-europäische Starter im Weltcup-Halbfinale boulderten, wurden zusätzlich noch weitere Sportlerinnen und Sportler vom Kontinent zum EM-Finale zugelassen. Aus dem Halbfinale des Weltcups traten je sechs Männer und je sechs Frauen im Finale gegeneinander an.
Von den 32 deutschen Athletinnen und Athleten, die in München in den Wettkampf einstiegen, erreichten fünf Herren das Halbfinale. Die 18-jährige Johanna Holfeld verpasste als beste Deutsche nur knapp den Sprung ins Weltcupfinale, durfte aber dafür im Finale der EM um den Titel kämpfen.

Ein packendes Halbfinale
Nachdem die EM-Titel bereits im Halbfinale vergeben wurden, kam bereits am frühen Vormittag Finalstimmung auf. Bei den Herren dominierte der Favorit Jong-won Chon aus Korea. Er konnte alle vier Boulder in nur sechs Versuchen bezwingen. Auch Kokoro Fujii aus Japan schaffte alle Routen, benötigte allerdings mehr Versuche. Überhaupt zeigte das japanische Team eine beeindruckende Leistung. Von den sechs Finalplätzen gingen vier an die Japaner. Auf Platz fünf landete Jan Hojer mit einer hervorragenden Performance für das deutsche Team. Alex Megos verpasste mit dem 7. Platz knapp den Einzug ins Halbfinale.
Das Weltcup-Halbfinale der Damen ging ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Die Favoritinnen Janja Garnbret (SLO), Stasa Gejo (SRB), Akiyo Noguchi (JPN), Petra Klinger (SUI) und Schauna Coxsey (GBR) belegten die ersten fünf Plätze, gefolgt von Alex Puccio aus den USA.


Die EM-Wertung: Zwei Medaillen für Deutschland!
Die beiden besten Europäer hießen in dieser Runde Jan Hojer (Gold) und Alex Megos (Silber). Dritter wurde der Slowene Anze Peharc. Die zusätzliche Wertung „EM Combined“, die an die besten Europäer in den Kletterdisziplinen Lead, Speed und Bouldern geht, konnte Jan Hojer ebenfalls für sich entscheiden.

Bei den Damen qualifizierte sich nur Johanna Holfeld vom Sächsischen Bergsteigerbund für die EM. Sie belegte den 20. Platz. Besonders spannend machten das EM-Finale Stasa Gejo (SRB) und Janja Garnbret (SLO): Die beiden Top-Athletinnen konnten alle Boulder klettern und brauchten dafür gleich viele Versuche. Sie mussten deshalb in das „Superfinale“: Hier klettern die Gleichplatzierten abwechselnd an einem neu geschraubten Boulder. Nach drei Runden konnte Janja Garnbret einen Zug weiter klettern – und gewann somit die Goldmedaille. Stasa Gejo belegte den zweiten Platz, vor der amtierenden Weltmeisterin Petra Klinger aus der Schweiz. Die Gesamtweltcupsiegerin Shauna Coxsey (GBR) wurde Vierte: Sie benötigte einen Versuch mehr als die Schweizerin.

Finale: Die Stunde des Jan Hojer
Die Damen hatten teilweise große Probleme mit den Routen. Selbst bei Superstar Shauna Coxsey (GBR) zeichnete sich ein ums andere Mal ein irritierter Blick auf das Gesicht. Nach einem schwachen Start der Britin landete sie dank einer tollen Aufholjagd mit zwei Bouldern in zwei Versuchen auf Platz zwei. Erste wurde die Slowenin Janja Garnbret, die als einzige drei der vier Boulder schaffte. Akiyo Noguchi wurde mit einem Top Dritte. Shauna Coxsey hatte bereits vor dem Event den Weltcupgesamtsieg in der Tasche.
Im Herren-Finale kämpften vier Japaner, Jongwon Chon aus Korea sowie Jan Hojer um den Sieg. Den ersten Boulder, konnten die Kontrahenten des Deutschen souverän meistern. Hojer brauchte insgesamt fünf Versuche, erst zwei Sekunden vor Ablauf der Zeit konnte er beide Hände an das Top bekommen – unter stürmischem Jubel der Fans sprang er zum Zielgriff. Im zweiten Boulder schaffte Jan Hojer die Sensation: Er meisterte die Route, an der alle anderen Finalisten scheiterten. Auch den dritten Boulder konnte Jan Hojer sensationell aufs erste Mal klettern. Dies schafften lediglich noch Tomoa Narasaki (JPN) sowie Jongwon Chon (KOR). Nach drei von vier Bouldern lag Jan Hojer immer noch auf Platz eins. Dann kam die letzte Route: Mehrere Dreiecke führten in einem Überhang schräg nach oben. Angefeuert von gut 5.000 Zuschauern konnte er auch den letzten Boulder im zweiten Versuch klettern. Den Gesamtweltcup sicherte sich Jongwon Chon aus Korea.

Ergebnisse Boulderweltcup München

Herren:
1. Jan Hojer (GER)
2. Tomoa Narasaki (JPN)
3. Taisei Ishimatsu (JPN)

Damen:
1. Janja Garnbret (SLO)
2. Shauna Coxsey (GBR)
3. Akiyo Noguchi (JPN)

Ergebnisse Europameisterschaft

Herren:
1. Jan Hojer (GER)
2. Alex Megos (GER)
3. Anze Peharc (SLO)
11. David Firnenburg (GER)

Damen:
1. Janja Garnbret (SLO)
2. Stasa Gejo (SRB)
3. Petra Klinger (SUI)
20. Johanna Holfeld (GER)

Offizieller Trailer

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