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Bedarfsorientierte Budgetierung im Schulbereich


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Ein Instrument zur Erhöhung der Chancengleichheit

Um Chancengleichheit nachhaltig zu erhöhen, sollte die mit der Münchner Förderformel verankerte, nach Belastungslagen differenzierte Budgetierung von Bildungseinrichtungen auch im Schulbereich fortgesetzt werden. Der Münchner Bildungsbericht hat gezeigt, dass der Bildungserfolg in München noch immer sehr stark von der sozialen Herkunft abhängt. Demnach variieren die Übertrittsquoten von der Grundschule auf das Gymnasium je nach Stadtteil zwischen 15 % und über 90 %. Der Münchner Stadtrat hat in seiner Leitlinie Bildung die Verwirklichung von mehr Bildungsgerechtigkeit als die zentrale Herausforderung für das Münchner Bildungssystem beschrieben. Alle Kinder und Jugendlichen sollen unabhängig von ihrer Herkunft ihre Fähigkeiten bestmöglich entwickeln können und dabei die notwendige Unterstützung erhalten. Daher hat der Stadtrat die „Bedarfsorientierte Budgetierung“ zum Schuljahr 2012/13 als ein Instrument zur Entkoppelung von Bildungserfolg und sozialen Herkunft im Umfang von 130 JWStd zunächst an vier städtischen weiterführenden Schulen eingeführt.

Erweiterte "Bedarfsorientierte Budgetierung"

Zum Schuljahr 2013/14 wurde dann eine in Zielsetzung und finanziellem Rahmen nochmals erweiterte „Bedarfsorientierte Budgetierung“ beschlossen. Danach erhalten die städtischen weiterführenden Schulen zusätzliche Mittel nach einem Stufenplan, der sich am Sozialindex orientiert. Damit werden individuelle Fördermaßnahmen auf alle städtischen Realschulen, städtischen Gymnasien, städtischen Schulen besonderer Art und städtischen Wirtschaftsschulen ausgeweitet. Schulen in besonders belasteten Gebieten (Schulen in Quartilen mit niedrigem Sozialindex) können mit dem zusätzlichen Budget passgenaue Maßnahmen zum besseren Ausgleich von gruppenspezifischen bzw. herkunftsbedingten Benachteiligungen finanzieren, wie z.B. sozialpädagogische Angebote (Schulsozialarbeit), individuelle Förderung (Unterstützung durch Coaching von Schülerinnen und Schülern) oder Sprachfördermaßnahmen (Teamteaching, Stundenteilungen im Fach Deutsch). Diese Maßnahmen werden durch ein Angebot der Weiterqualifizierung "Schule der Vielfalt / Schulentwicklung" des Pädagogischen Instituts des Referats für Bildung und Sport parallel unterstützt.  Das für diese Fördermaßnahmen bereitgestellte Budget (bis Ende des Ausbaus zum Schuljahr 2016/17) beträgt insgesamt rd. 3 Mio. Euro.

Staatlicher Integrationszuschlag für Ballungszentren

Das staatliche Pendant zur „Bedarfsorientierten Budgetierung“ ist im Integrationszuschlag für Ballungszentren zu sehen, den es ebenfalls ab dem Schuljahr 2012/13 für staatliche Grund- und Mittelschulen in München gibt. Dabei handelt es sich um einen Zuschlag an Lehrerstunden für Schulen, die besondere pädagogische Herausforderungen zu bewältigen haben, insbesondere für die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund (Schwerpunkt: Sprachförderung / pädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern in Problemlagen).

Wissenschaftliche Begleitung durch das ISB

Die Umsetzung der beiden Maßnahmen wird durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) zwei Jahre lang wissenschaftlich begleitet, da sowohl der Freistaat Bayern als auch die LHM Erkenntnisse über den Erfolg und damit über die Wirksamkeit der mit dem zusätzlichen Budget finanzierten Fördermaßnahmen erlangen möchten. Der Fokus der wissenschaftlichen Begleitung liegt primär auf der Dokumentation und Bewertung der Fördermaßnahmen anhand transparenter Kriterien. Das Konzept der wissenschaftlichen Begleitung wurde unter Einbindung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, des Staatlichen Schulamts in der Landeshauptstadt München sowie des Referats für Bildung und Sport vom ISB entwickelt.
Danach werden die Bereiche

  • Unterricht (Deutschförderung, Sprachförderung)
  • Beratung (Lerncoaching)
  • Schulsozialarbeit und
  • Lehrerfortbildung näher untersucht.

Der Abschlussbericht des ISB ist unten verlinkt. Die wissenschaftliche Begleitung wurde im Rahmen des Bundesprogramms "Lernen vor Ort" schwerpunktmäßig mit Bundes- und ESF-Fördermitteln sowie mit Eigenmitteln der Landeshauptstadt München finanziert