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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Die Landeshauptstadt München fördert nachhaltige Beschaffung


Worum geht es beim nachhaltigen öffentlichen Einkauf?

Bei der nachhaltigen Beschaffung werden wirtschaftliche, soziale und ökologische Auswirkungen eines Produktes (oder einer Dienstleistung) entlang seines gesamten Lebenszyklus berücksichtigt. Nachhaltig Beschaffen heißt jene Produkte zu kaufen, die geringe negative Folgen für Mensch, Natur und Umwelt haben.
Wirtschaftliche Aspekte sind unter anderem Qualitätsstandard, Versorgungssicherheit und die Gesamtkosten eines Produktes (Lebenszykluskosten). Zu den sozialen Kriterien zählen zum Beispiel die Einhaltung von Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Produktion, die Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit, existenzsichernde Löhne, Gleichstellung von Frauen und Männern und gerechter Handel. Ökologische Kriterien können beispielsweise Ressourcen- und Energieverbrauch, die Reduktion von Schadstoffemissionen und / oder Langlebigkeit, Wiederverwertbarkeit und Reparaturfreundlichkeit eines Produktes sein.
 

Welche Bedeutung hat nachhaltige Beschaffung in München?

Die Landeshauptstadt München kauft jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von über 500 Millionen Euro ein. Die Marktmacht der öffentlichen Beschaffung leistet folglich wichtige Beiträge zum Schutz von Umwelt und sozialen Standards wie Arbeitnehmer*innenrechten auf nationaler und internationaler Ebene.
 

Sozial-verantwortliche Beschaffungspraxis der Stadtverwaltung

Mit der sozial-verantwortlichen öffentlichen Beschaffung werden die Ziele des Fairen Handels unterstützt.
 

Beispielhafte Stadtratsbeschlüsse

Bereits 2002 hat der Münchner Stadtrat den Beschluss gefasst, keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit einzukaufen. München war damit Vorreiter für mehr als 200 Städte und Gemeinden, die mit ähnlichen Beschlüssen gefolgt sind.

2011 hat der Münchner Stadtrat die Weiterentwicklung der nachhaltigen und fairen Beschaffung beschlossen. So die Stadt bei einigen Produktgruppen, die in Asien, Afrika oder Lateinamerika hergestellt oder verarbeitet werden, Gütesiegel mit sozialen Standards.
Der Beschluss umfasst grundsätzliche Informationen zur Verankerung sozialverantwortlicher und ökologischer Kriterien bei der nachhaltigen Beschaffung sowie eine Übersicht über mögliche Produktgruppen.

2013 beschloss der Stadtrat auf Grundlage eines Berichts das weitere Vorgehen bei der Weiterentwicklung der nachhaltigen und fairen Beschaffung der Landeshauptstadt München.
Der Beschluss beinhaltet die Erfahrungen mit der Forderung nach Gütezeichen mit Sozialstandards für bestimmte Produktgruppen sowie Vorschläge für die Ausweitung auf weitere Produktgruppen.

2016 gab es einen weiteren Bericht zur Weiterentwicklung der nachhaltigen Beschaffung der Landeshauptstadt München und zur Förderung des fairen Handels in München sowie einen Vorschlag für das weitere Vorgehen.
Der Beschluss stellt die Ausweitung der Produktgruppen unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien dar.
 

Beispiele nach Produktgruppen

Bereits 2006 hat der Münchner Stadtrat entschieden, nur noch Blumen aus eigener Herstellung der Stadtgärtnerei oder aus regional-saisonalem Anbau zu verwenden. Bei Importware kauft die Stadtverwaltung München nur noch Blumen mit einem Gütesiegel aus fairem Handel und aus ökologischer Herstellung ein.

Bei der Vergabe von Straßenbau- und Entwässerungsarbeiten fordert das Münchner Baureferat für Natursteine aus Asien, Afrika und Lateinamerika die Vorlage eines produktbezogenen Zertifikats unabhängiger Stellen. Unternehmen müssen nachweisen, dass die Natursteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit abgebaut und bearbeitet wurden.

Sportbälle werden zum größten Teil in Pakistan und dort meist in mühevoller Handarbeit gefertigt. Das Referat für Bildung und Sport kauft bei Fuß- und Handbällen für Münchner Schulen nur noch Sportbälle mit Gütezeichen aus fairem Handel ein. Münchner Sportlehrer*innen testen vorab die Qualität der Bälle.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Klima- und Umweltschutz
SG Nachhaltige Entwicklung, Umweltberichterstattung

Bayerstraße 28a
80335 München

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Fachstelle Eine Welt