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Heuschrecken


Unauffällige Sänger

Mit 77 derzeit in Bayern vorkommenden Arten gehören die Heuschrecken zu den überschaubaren Insektengruppen. 47 davon sind aus dem Stadtgebiet gesichert nachgewiesen. Fünf Arten sind gesichert ausgestorben. Immerhin 36 Arten haben aktuell bodenständige Vorkommen, bei einigen ist der Status unklar.

Die meisten Arten lassen sich am besten an ihren „Gesängen“ unterscheiden. Viele stellen ganz spezielle Ansprüche an die Struktur des Vegetationsbestandes und ein bestimmtes Mikroklima (Besonnung, Feuchtigkeit etc.) und können daher nur auf naturnahen Flächen überleben. Einige kommen sogar nur noch auf ganz wenigen Flächen vor, wie der Warzenbeißer oder der Kleine Heidegrashüpfer auf den Haideflächen im nördlichen Stadtgebiet.

Warzenbeißer  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Bräu

Warzenbeißer (Decticus verrucivorus)

Der Warzenbeißer ernährt sich insbesondere von Kleintieren, verschmäht aber auch Pflanzen nicht. Der Name rührt daher, dass man das Tier wegen seiner ätzenden Verdauungssäfte früher in Warzen beißen ließ und sich dadurch eine heilende Wirkung erhoffte. Die wegen ihrer Größe imposante Art kommt in München nur auf der Panzerwiese und im benachbarten Hasenberglwäldchen vor.

Gemeine Eichenschrecke  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Bräu

Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum)

Kommt Ihnen dieses Gesicht bekannt vor? Vermutlich nicht, obwohl viele den selben Garten nutzen oder wenigstens unter dem Wohnort der Gemeinen Eichenschrecke schon des Öfteren ein Bier getrunken haben. Diese Art ist auch weit verbreitet in Biergärten - auf Laub- und Nadelbäumen, an denen sich viele Blattläuse laben. Von ihnen lebt diese Art, deren „Gesang“ nur im leisen Trommeln mit den Beinen auf Blättern besteht und kaum auffällt.

Weinhähnchen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Bräu

Weinhähnchen (Oecanthus pellucens)

Ein wenig „Alien-artig“ sieht dieses zarte Wesen mit den durchscheinenden Flügeldecken schon aus. Tatsächlich war das zur Grillenverwandtschaft gehörende Weinhähnchen früher der Münchner Heuschreckenfauna fremd. Seit mindestens 1994 hat sich die im weiten Umkreis fehlende Art, die sonst typisch ist für Weinbaugebiete, in München fest angesiedelt. Zugereist sind die ersten wahrscheinlich als blinde Passagiere in Güterwaggons, da die Art anfangs jahrelang nur zwischen Bahnsteigen an der Donnersbergerbrücke lebte und dort an lauen Sommerabenden ihren wohlklingender Gesang ertönten ließ.

Blauflügelige Ödlandschrecke  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Bräu

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist sicher die „prominenteste“ Heuschreckenart Münchens. Sie besitzt hier einen ihrer wichtigsten bayerischen Verbreitungsschwerpunkte und ist auf vegetationsarmen Trockenflächen eine typische Art. Leider zeigt die Tarnungskünstlerin erst bei Auffliegen ihren namensgebenden blauen Hinterflügel, der Feinde verwirren soll.

Heidegrashüpfer  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Bräu

Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus)

Im Gegensatz zur Blauflügelige Ödlandschrecke, die auch Bahnbrachen und andere spärlich bewachsene Flächen besiedelt, bilden die traditionsreichen Münchner Grashaiden die einzigen Überlebensinseln für den Heidegrashüpfer. Fröttmaninger Haide, Panzerwiese und die Heideflächen in Allach und Langwied beherbergen die individuenreichsten Vorkommen.

Sumpfgrashüpfer  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Markus Bräu

Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus)

Der Sumpfgrashüpfer fühlt sich nur da wohl, wo man nasse Füße bekommt und war einst sicher ein häufiger Vertreter seiner Art in den Mooslandschaften des Münchner Westens, Nordwestens und Ostens. Überlebt hat er jedoch nur in wenigen Nasswiesenresten und ist im Stadtgebiet akut vom Aussterben bedroht.

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