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Feuchtbiotope


Streuwiese_schwarzhoelzl  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Streuwiese im Schwarzhölzlgebiet @Markus Bräu
© Markus Bräu

Waldfreie, nasse bis feuchte Standorte

Standorte dieser Art beherbergen ganz besondere Lebensgemeinschaften, wenn sie nur extensiv genutzt oder entsprechend gepflegt werden. Pflanzen und Tiere müssen dort mit hoher Feuchte zurechtkommen, unterliegen aber – wie solche an besonders trockenen Standorten – nicht dem Wettbewerb mit konkurrenzkräftigen Allerweltsarten. Dies gilt besonders für sogenannte Niedermoore, im Volksmund „Moos“ genannt.

An den Rändern der Schotterebene lagen im Münchner Westen, Nordwesten und Nordosten einst die ausgedehnten Feuchtgebiete des Dachauer und Erdinger Mooses, die mit ihren Ausläufern weit ins Stadtgebiet reichten. Auch wenn davon nur kleine Flächen übrig blieben, sind diese voll von Leben: Sie beherbergen viele Arten, die nur dort und in keinem anderen Lebensraum ein Auskommen haben.

Schwarzhölzlgebiet

Im äußersten Norden befindet sich ein Feuchtgebiet, das wegen seiner Einmaligkeit als erstes Gebiet in München als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Zwar gehören die Beobachtungen von Birkhuhn, Brachvogel, Hochmoorgelbling oder Wald-Wiesenvögelchen längst der Vergangenheit an, doch finden sich in den Streuwiesenresten noch so seltene Arten wie das Schneidried oder das Sumpf-Herzblatt. Auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, dessen Raupe zunächst in den Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfs ihre Entwicklung beginnt und diese in den Nestern der Rotgelben Knotenameise vollendet, konnte sich hier behaupten.

Aubinger Moos  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Aubinger Moos @Markus Bräu
© Markus Bräu

Aubinger Moos

Im Münchner Westen liegen im Raum zwischen der Moosschwaige im Süden und dem Langwieder See im Norden noch besonders viele wertvolle Feuchtgebietsflächen, die durch Bäche miteinander verknüpft sind. Grund genug, hier schon im Jahre 2001 ein Projekt zur Umsetzung der Ziele des vom Münchner Stadtrat beschlossenen Arten- und Biotopschutzprogrammes zu starten. Es hat seither schon reiche Früchte getragen: Sei es durch die Pflege der ehemals zur Stalleinstreugewinnung nur einmal im Herbst gemähten Moorwiesenreste, die mehrere schon ausgestorben geglaubte Arten buchstäblich wieder „ans Licht“ brachte, sei es durch Renaturierungsmaßnahmen landwirtschaftlich genutzter Flächen. Hier brütet heute der Kiebitz und die äußerst rare Sumpf-Heidelibelle hat sich wieder angesiedelt.

Moosgrund mit Abfanggraben

Leider nur sehr kleinflächig konnten sich im Nordosten des Stadtgebiets Feuchtgebietsarten halten. Umso bemerkenswerter, dass ausgerechnet am Abfanggraben – angelegt zur Entwässerung dieser Mooslandschaft – noch immer einige sehr bemerkenswerte Arten zu finden sind: Dazu zählt außer dem auch hier vorkommenden Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling die Labkraut-Wiesenraute, eine Pflanze, deren bedeutendste bayerische Restvorkommen im Münchner Raum und im Lechgebiet überlebt haben. An den Böschungen des tiefen Abfanggrabens sind Almkalke angeschnitten, feinkörnige bis mehlige Ausfällungen von im Quellwasser gelöstem Kalk, das im einstigen Quellgebiet aus dem Schotterkörper austrat und ausgedehnte Moorbildungen ermöglichte.