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Wälder


"Grüne Lungen"

Wälder sind "grüne Lungen" inmitten der Stadt, die auch als wichtige Naherholungsgebiete dienen.

Was weniger bekannt ist: Obwohl sie nur eine relativ geringen Teil des Münchner Stadtgebietes einnehmen, sind sie keineswegs einheitlich, sondern äußerst vielgestaltig. Ein Grund sind die unterschiedlichen Standortbedingungen. Verschiedene historische Nutzungsformen erhöhten die Vielfalt zusätzlich und sind vielerorts bis heute im Waldbild erkennbar.

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Lohwald Lochholz @Markus Bräu
© Markus Bräu

Lohwälder

Zu den wertvollsten Biotopen innerhalb des Stadtgebiets zählen zweifelsfrei die Lohwälder. Beispiele in München sind: die Aubinger-, Anger- oder die Allacher Lohe. Letztere ist aufgrund ihrer Ausdehnung ein Paradebeispiel für diesen Waldtyp: Lohwälder sind lichte Wälder mit hohen Anteil an Eichen, die an den Grenzen der Schotterflächen zu den Mooren im Münchner Westen, Norden und Osten einst zusammenhängende Waldgürtel bildeten. Durch den späten Laubaustrieb der in Lohwäldern dominierenden Eichen und Hainbuchen kommt im Frühjahr viel Licht auf den Boden. Dadurch kann sich eine üppige Vegetation entwickeln - neben Busch-Windröschen (weiß) und Gelben Busch-Windröschen findet man hier auch seltene Arten wie etwa den Türkenbund oder den Gelben Eisenhut. Auch seltene und gefährdete Käfer- und Schmetterlingsarten sind in Lohwäldern heimisch. Dazu gehört zum Beispiel der Perlgrasfalter.

Auwälder

Isar-Auwälder wurden ursprünglich regelmäßig überflutet. Dadurch können sich Kiesbänke und trockene Kiesbuckel - sogenannte Brennen - bilden. Mit dem Bau des Sylvensteinspeichers und der Kanalisierung des Laufes der Isar ging die für die Auenwälder eigentlich lebensnotwendige Dynamik verloren. Die Isarrenaturierung im Stadtgebiet Münchens jedoch soll unter anderem auch dazu beitragen, die Auenwälder wieder zu renaturieren. An der Isar im Münchner Norden unterhalb der Kennedy-Brücke ist ein Bestand mit urwaldartigem Charakter erhalten geblieben, der einen ursprünglichen Eindruck des Bildes solcher Wälder vermittelt: Alte und abgestorbene Bäume bieten der artenreichen daran gebundenen Tierwelt Lebensraum und mächtige Lianen der Waldrebe und des wilden Hopfens lassen ein „Dschungel-Feeling“ aufkommen. Die kleinen offenen Brennenflächen sind dort ein weiterer „Hot-Spot“ der Artenvielfalt. Sie werden vom Münchner Landesbund für Vogelschutz sorgsam gepflegt, aber leider immer wieder durch Erholungssuchende geschädigt.

Wälder der Schotterterrassen und -zungen

Von Natur aus die größten Flächen würden innerhalb der Landeshauptstadt Eichen-Hainbuchenwälder einnehmen. Sie sind typisch für die grundwasserfernen Schotterböden Münchens. Charakteristisch ist beispielsweise der Hartmannshofer Wald und die benachbarten waldartigen Bestände des Nymphenburger Parks. Im Park hat selbst der europaweit geschützte Eremitenkäfer in uralten Bäumen letzte Bastionen. Nur im Süden Münchens hat die spätfrostgefährdete Buche eine Chance. An Trockenheit und Wärme noch besser angepasst sind die Wälder auf den Schotterzungen wie das Hartelholz im nördlichen Stadtgebiet, bei denen die Kiefer neben der Eiche stark vertreten ist. Sie beherbergen im Unterwuchs viele seltene Pflanzenarten wie etwa den Zwergbuchs oder die Schwalbenwurz.

Wälder der Niedermoorlandschaft

Auf Niedermoorböden wachsen etwa das Schwarzhölzl am nördlichen Stadtrand bei Karlsfeld oder Teile der Wälder der Moosschwaige im Westen Münchens. Das Schwarzhölzl hat einen großen Bestand an Moorkiefern und bietet etwa der in München sonst seltenen Bergeidechse einen Lebensraum. In der Moosschwaige sind besonders Schwarzerlen, Birken und Eschen heimisch. Auch Weiden sind zu finden, die eine unverzichtbare Nahrungsquelle für Wildbienen und Honigbienen bieten. An lichten Stellen wachsen zahlreiche für Moore typische und teils sehr seltene Pflanzenarten wie etwa die letzten Münchner Exemplare der Niedrigen Schwarzwurzel.

Leitenwald  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Leitenwald an der Marienklause @Markus Bräu
© Markus Bräu

Leitenwälder

In den Abschnitten, in denen sich die Isar über die Jahrtausende tief in die Schotterböden eingegraben hat, gibt es an den Hängen ganz besondere Wälder: Die hohe Standortvielfalt hat dort ein Mosaik aus verschiedensten Beständen geschaffen. Das Spektrum reicht von trockenen Wäldern mit Kiefer an flachgründigen Stellen - etwa um Nagelfluhfelsen – über Buchenbestände bis hin zu feuchten Schluchtwäldern am teils von Quellwasser durchsickerten Unterhang. An den Isarleiten gibt es in steilen Hanglagen besonders viele wertvolle Altbäume, in denen sogar als „Urwaldrelikte“ geltende Käferarten gefunden wurden.