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Alter Nördlicher Friedhof


Alter Nördlicher Friedhof

Der Alte Nördliche Friedhof wurde im Jahr 1868 nach Plänen von Stadtbaurat Arnold Zenetti eröffnet. Im Jahr 1939 fand die letzte Beerdigung statt. Der Bestattungsbetrieb wurde nach Kriegsschäden im Jahr 1944 dauerhaft eingestellt. Dennoch ist der Alte Nördliche Friedhof bis heute ein Friedhof und nicht etwa ein Park.

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© Städtische Friedhöfe München

Der Friedhof heute

Einen Friedhof wie den Alten Nördlichen Friedhof gibt es so leicht kein zweites Mal. Es ist ein Ort, der das typische Münchner Lebensgefühl widerspiegelt. Die Nähe zu den Universitäten, zum Künstlerviertel Schwabing und die Tatsache, dass der Alte Nördliche Friedhof die einzige Grünfläche im Stadtbezirk Maxvorstadt ist, führen zu einem ungewöhnlichen Miteinander. Der Alte Nördliche Friedhof ist sowohl Ruhe- und Rückzugsraum, kunst- und kulturhistorisch bedeutender Friedhof mit historischen Grabmälern, als auch Treffpunkt, Erholungs- und Freizeitraum.

Joggerinnen und Jogger, die auf den Friedhofswegen bleiben, bücherlesende Studentinnen und Studenten in den Wiesen, Eltern mit spielenden Kindern prägen das Friedhofsbild ebenso, wie alteingesessene Münchnerinnen und Münchner, die hier noch ihre Gräber pflegen und Menschen, die die Stimmung und Atmosphäre des alten Friedhofs genießen.

Danke für Respekt und Rücksichtnahme

Dieses Miteinander ist nur möglich durch gegenseitige Rücksichtnahme und Beachtung der Regeln. Die seit Jahren geübte Toleranz im Alten Nördlichen Friedhof ist gefährdet, wenn einzelne Nutzerinnen und Nutzer das Gespür für die Würde des Ortes verlieren. In Einzelfällen vorgekommene Aktionen wie Grillen oder Parties mit lauter Musik zwischen den Gräbern, Ballspielen und Klettern auf Grabmälern, Aufspannen von Hängematten oder Slaglines um Bäume, die unter Naturschutz stehen sowie liegengelassene Bierflaschen in den Gräberfeldern gefährden die bisher offene und tolerante, aber gleichzeitig respektvolle Friedhofsnutzung.

Die Städtischen Friedhöfe München bedanken sich bei allen Friedhofsbesucherinnen und -besuchern, die die Würde des Ortes beachten und die mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement zum Erhalt der bisherigen Nutzung des Alten Nördlichen Friedhofs beitragen.

Es ist den Städtischen Friedhöfen München ein Anliegen, die bisherige Friedhofsnutzung weiterhin aufrecht zu erhalten. Dies gelingt nur, wenn alle Besucherinnen und Besucher des Alten Nördlichen Friedhofs die Gebote einhalten.

Berühmte Verstorbene und ihre Geschichten

Der Alte Nördliche Friedhof ist nach wie vor ein Friedhof und kein Park. Die erhaltenen historischen Grabmäler berühmter Persönlichkeiten sind Spiegel der Münchner Stadtgeschichte.

So erschuf der Bildhauer Michael Wagmüller sein eigenes Grabmal. Ein Modell sorgte 1878 bei der Weltausstellung in Paris für großes Aufsehen und brachte dem Künstler das Kreuz der französischen Ehrenlegion ein. Das Grabmal ist heute noch eines der auffälligsten im Alten Nördlichen Friedhof.

Ebenfalls auf einer Weltausstellung in Paris im Jahr 1867 gewann der Lokomotivbauer und Firmengründer Georg Ritter von Krauss die Goldmedaille für eine von ihm konstruierte Dampflokomotive. Seine Beerdigung im Jahr 1906 war die vielleicht Größte im Alten Nördlichen Friedhof. Arbeiter der Lokomotivfabrik trugen den Sarg, zwölf Knaben mit Buketts und zwölf Fackelträger gingen der riesigen Menschenmenge des Trauerzugs voran.

Wilhelm Bauer erfand das erste U-Boot und feuerte im Starnberger See den ersten Unterwasser-Scharfschuss ab. Gottfried von Neureuther baute den Würzburger Hauptbahnhof, errichtete die Technische Universität in München und weitere Bauten in München. Der Schriftsteller und Münchner Ehrenbürger Hermann Lingg gründete mit dem Nobelpreisträger Paul Heyse die Münchner Dichter-Gesellschaft "Die Krokodile". Die Tänzerin Lucile Gahn-Young war eine der vier weltweit berühmtesten Primaballerinen, die 1845 in einem "Pas de Quatre" im königlichen Theater in London auftraten. Der Maler Carl August Lebschée hielt in seinen Bildern Altmünchner Szenen fest. Er starb völlig verarmt, halb blind und krank im Jahr 1877.

Grüne Oase und geschützte Natur

Die Geschichte des Alten Nördlichen Friedhofs

Viele solcher Episoden zeugen bis heute von der interessanten Geschichte des Alten Nördlichen Friedhof. In der Stadt München gab es bis Mitte des 19. Jahrhunderts neben den kirchlichen Friedhöfen nur den Alten Südlichen Friedhof. Dieser war aufgrund des großen Bevölkerungszuwachses in der Stadt ausgelastet, so dass eine neue Friedhofsanlage erforderlich wurde. Am 5. Oktober 1868 wurde der Alte Nördliche Friedhof eingeweiht, vormittags durch den katholischen Erzbischof und nachmittags durch den protestantischen Dekan. Schon am gleichen Tag wurde der frühere Stadtpfarrer von St. Ludwig als erste Person im Alten Nördlichen Friedhof beigesetzt.

Der Alte Nördliche Friedhof wurde nach dem Vorbild eines Campo Santo angelegt: Die Grabfelder sind in 16 gleichmäßige Rechtecke gegliedert und von einer Arkadenmauer umgeben. Ein großes Kreuz des Bildhauers Halbig ist noch heute die Achsenmitte des Friedhofs. Die Aussegnungshalle und die Wirtschaftsgebäude bildeten den Abschluss des rechteckigen Grundmusters. Die Anlage umfasste bei der Eröffnung 9.000 Familiengräber und 30 Grüfte in den Arkaden, heute sind noch rund 800 Grabstätten erkennbar.

Im Jahr 1939 fand die letzte Beisetzung statt. 1944 wurde die Anlage nach Kriegsschäden vollständig gesperrt. Nach dem Krieg blieb der Bestattungsbetrieb eingestellt.

Kontakt

Alter Nordfriedhof

Arcisstraße 45
80799 München