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Persönlichkeiten, Gräber und Grabstätten


    Alter Südlicher Friedhöfe  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Alter Südlicher Friedhof
    © Städtische Friedhöfe München

    Bedeutende Verstorbene und ihre Grabstätten

    Die bedeutenden Verstorbenen auf dem Alten Südlichen Friedhof und ihre Geschichten sind so vielfältig, dass selbst in einer ausführlichen Friedhofsführung nur ein Teil davon gezeigt werden kann.

    Viele Bauwerke, Erfindungen und Taten, die München prägen, gehen auf Persönlichkeiten des Alten Südlichen Friedhofes zurück.

    Nur eine kleine Auswahl, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, kann die Liste der bedeutenden Persönlichkeiten daher darstellen.

    Grab von Ellen Ammann  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Grab von Ellen Ammann
    © Städtische Friedhöfe München

    Frauen im Alten Südlichen Friedhof

    Wenn es um bedeutende Persönlichkeiten im Alten Südlichen Friedhof geht, sind in vielen Veröffentlichungen fast ausschließlich Namen von Männern aufgeführt. Auf vielen Grabsteinen finden sich Frauen unter der Berufsbezeichnung des Ehemannes mit dem Anhang -witwe oder -ehefrau. Im Alten Südlichen Friedhof spiegelt sich nicht nur die Münchner Stadtgeschichte wider, sondern auch Entwicklungen in der Gesellschaft. Von manchen Frauen, die im 18. und 19. Jahrhundert von sich reden machten sind oft nur noch die Geschichten ihrer Männer bekannt.

    Interessante Frauen im Alten Südlichen Friedhof sind beispielsweise:

    • Ellen Ammann (1870 bis 1932): Vorkämpferin für das aktive und passive Wahlrecht für Frauen; Landtagsabgeordnete; Gründerin des katholischen bayerischen Frauenbundes und der ersten deutschen Bahnhofsmission in München; sorgte mit ihrem Einsatz dafür, dass der Hitler-Putsch von 1923 als Staatsverbrechen verurteilt wurde.
    • Klara Ziegler-Christen (1844 bis 1909): Hofschauspielerin; Stifterin des Deutschen Theatermuseums
    • Franziska Freifrau von Reitzenstein (1834 bis 1896): Gehörte zu den erfolgreichsten Romanschriftstellerinnen ihrer Zeit. Verfasste viele ihrer historischen Namen unter dem männlichen Pseudonym "Franz von Nemmersdorf" um mehr Anerkennung und Beachtung zu finden.
    • Helene Miller (1813 bis 1898): Dienstbotin, Ihr von Josef Stieler als "Schöne Münchnerin" gemaltes Porträt gehört zu den bekanntesten der 36 Porträtmalereien von Münchner Schönheiten der Schönheitengalerie König Ludwigs I. in Schloss Nymphenburg.
    • Adele Spitzeder (1832 bis 1895): Betrügerin, Gründerin einer Privatbank ohne über Eigenkapital zu verfügen; in knapp zwei Jahren wurden 31.000 Bürger um insgesamt 8 Millionen Gulden geprellt; einige begingen Suizid; auch Gemeinden waren ruiniert; Parallel dazu stürzten Bankensystem und Wirtschaft in eine schwere Krise.
    Grabmal Häberl  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Städtische Friedhöfe München

    Gesteinsarten der Grabsteine

    Über 50 Gesteinsarten sind im Alten Südlichen Friedhof nachgewiesen.

    Die Gesteine des überwiegenden Teils der Münchner Grabsteine des 19. und 20. Jahrhunderts stammen aus den Nördlichen Kalkalpen, dem oberbayerischen Vorland sowie aus fränkischen und oberpfälzer Vorkommen.

    Die Gesteine der bayerischen Alpen, die sich zwischen Bodensee und Salzach in einer Breite von 20 bis 30 km erstrecken, entstammen mehreren ehemaligen Ablagerungsbereichen unterschiedlichen geologischen Alters. Aus diesen kennt man eine Vielfalt an Kalken oder Sandsteinen, die als Natursteine seit Jahrhunderten ihre Verwendung fanden und noch finden.

    Auf der Seite "Gesteinsarten im Alten Südlichen Friedhof" werden zwei berühmte Natursteine, der Rosenheimer Granitmarmor sowie der Enzenauer Nummulitenkalk, näher betrachtet.

    Gruft im Alten Südlichen Friedhof  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Städtische Friedhöfe München

    Denkmalsanierung mit Gruftöffnung

    In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalspflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde werden im Auftrag der Städtischen Friedhöfe München jedes Jahr einige ausgewählte Grabmale denkmalschutzgerecht saniert. Im Zuge einer solchen Sanierung musste im Jahr 2012 erstmals seit Jahrzehnten aus baustatischen Gründen eine Gruft geöffnet werden. Die Särge in der Gruft zeigten sich erstaunlich gut erhalten und machten deutlich, dass der Alte Südliche Friedhof immer noch ein Friedhof ist, auch wenn seit 1944 hier nicht mehr bestattet wird.

    Blume auf Grabstein  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Städtische Friedhöfe München

    Lebende Grabsteine - Pflanzen, Moose und Flechten

    Die Grabsteine im Alten Südlichen Friedhof sind seit vielen Jahrzehnten der Witterung ausgesetzt. Die Natur eroberte sich im Lauf der Zeit auch diesen Lebensraum. So manche auf einem Grabmal aus dem Stein wachsende Pflanze verleiht dem Alten Südlichen Friedhof fast einen alpinen Charakter.

    Im Rahmen der Flechtenerfassung gelang der Nachweis von immerhin 56 Arten. Somit beherbergt der Alte Südliche Friedhof auf seinen gerade einmal 9 Hektar Fläche rund ein Drittel aller in München bekannten Flechten mit 162 Arten. Hiervon sind sieben Arten deutschlandweit selten, darunter fand sich die Krustenflechte Acarospora glaucocarpa, die bis vor kurzem in München als ausgestorben galt. Die Krustenflechte Endocarpon adscendens wird deutschlandweit als stark gefährdet eingestuft. Als Sensation gilt der Erstnachweis der Blaualgenflechte Lempholemma minutulum für ganz Deutschland, die bisher weltweit nur mit zwei Funden in Frankreich belegt ist. Der weltweit dritte Fund wurde nun 2012 auf dem Alten Südlichen Friedhof in München nachgewiesen. Flechten sind wichtige Indikatoren für die Luftqualität.