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Gewalt gegen Frauen


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Gewalt gegen Frauen bedeutet für diese ein hohes Gesundheitsrisiko. Viele Frauen thematisieren jedoch nicht von sich aus die erlittene Gewalt. Ärztinnen und Ärzte sind häufig die ersten und nicht selten die einzigen Ansprechpersonen. Sie haben eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung gewaltbetroffener Frauen.

Prävalenz von Gewalt gegen Frauen in Deutschland

Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“, BMFSFJ, 2004, Befragung von 10.000 Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren im Jahr 2003:

13 % erlebten seit ihrem 16. Lebensjahr strafrechtlich relevante Formen erzwungener sexueller Handlungen. 40 % erfuhren – unabhängig vom Täter-Opfer-Kontext – mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt. Rund 25 % erlebten Formen körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner oder –partnerinnen. Jede vierte Frau im Alter zwischen 16 und 85 Jahren ist somit von „Häuslicher Gewalt“ betroffen. Besonders riskante Phasen: Schwangerschaft, Geburt, Trennungswunsch. Über 20 % erlitten geschlechtsbezogene Gewalt in einer Ausprägung, die ihre Gesundheit beeinträchtigt.

Gewalt gegen Frauen

"Gewalt gegen Frauen" umfasst verschiedene Facetten von Gewalt im Geschlechterverhältnis. Sie reicht von (sexueller) Belästigung in der Öffentlichkeit und im Privatbereich, Vergewaltigung durch eine fremde oder bekannte Person oder den Partner und anderen Formen von Gewalt in der Ehe-/ Paarbeziehung bis zu Frauenhandel, Zwangsheirat, Ehrenmorden und ritueller weiblicher Beschneidung / Genitalverstümmelung.

Sexualisierte/sexuelle Gewalt

"Sexualisierte/sexuelle Gewalt" bezeichnet unterschiedliche Formen von sexuellen Übergriffen und Nötigungen. Der Begriff „sexualisierte Gewalt“ verweist darauf , dass es dabei weniger um Sexualität geht als um Macht mit dem Ziel, das Opfer zu demütigen. Opfer von Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen sind meistens Frauen und Mädchen (zunehmend wird nun auch sexuelle Gewalt gegenüber Buben bekannt).

Häusliche Gewalt

"Häusliche Gewalt“ bedeutet Gewalt zwischen aktuellen oder früheren Beziehungspartnerinnen und -partnern. Sie beschreibt weniger eine einmalige Gewalttat als ein Misshandlungssystem, das durch verschiedene Formen von Gewalt - körperliche, sexuelle, psychische, soziale und ökonomische - geprägt ist. Häusliche Gewalt ist ein gewichtiger Anhaltspunkt für Kindeswohlgefährdung, da sie immer auch Auswirkungen auf die Kinder, die die Gewalt direkt oder indirekt miterleben, hat. Bei „Gewalt in der Familie“ stehen Misshandlungen und Vernachlässigung von Kindern durch ihre Eltern im Zentrum.

Notdienste und Beratungsstellen

Die gerichtsverwertbare Dokumentation

Die gerichtsverwertbare Dokumentation der Befunde ist eine zentrale Voraussetzung für eine spätere erfolgversprechende Anzeige.

Information, Fachberatung, Dokumentation:
Institut für Rechtsmedizin der Universität München, Tel. (089) 2180-730 11

Dokumentationshilfe bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung:
z.B. Institut für Rechtsmedizin der LMU, www.rechtsmedizin.med.uni-muenchen.de

Dokumentationshilfe bei Häuslicher Gewalt:
z.B. Ärztekammer Niedersachsen,
z.B. Ärztekammer Baden-Württemberg, www.aerztekammer-bw.de/gewalt
z.B. www.blaek.de (→ Beruf/Recht)