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Gewalt gegen Frauen


Frau stützt Kopf auf ihre Hände  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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Gewalt gegen Frauen und geschlechtsspezifische Gewalt

Gewalt gegen Frauen und geschlechtsspezifische Gewalt bedeuten ein hohes Gesundheitsrisiko. Viele Betroffene thematisieren jedoch nicht von sich aus die erlittene Gewalt.

Ärztinnen und Ärzte sind häufig die ersten und nicht selten die einzigen Ansprechpersonen. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung gewaltbetroffener Menschen. So tragen sie entscheidend zur Bewältigung der Gewalterfahrung und zur Beendigung eines Gewaltverhältnisses bei. Dabei sind folgende Aspekte besonders wichtig:

  • Gewalt als Ursache von Verletzungen und gesundheitlichen Störungen erkennen,

  • Verletzungen und gesundheitliche Folgen gerichtsverwertbar dokumentieren,

  • Betroffene sachgerecht begleiten, einschließlich der Reflexion retraumatisierender Situationen,

  • an weitergehende Hilfen und spezifische Beratungsstellen vermitteln.

Geschlechtsspezifische Gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt umfasst verschiedene Facetten von Gewalt im Geschlechterverhältnis. Sie reicht von (sexueller) Belästigung in der Öffentlichkeit und im Privatbereich, Vergewaltigung durch eine fremde oder bekannte Person und anderen Formen von Gewalt in der Paarbeziehung bis zu Frauenhandel oder weiblicher Genitalverstümmelung. Frauen und Mädchen sowie LGBTI* Personen sind unverhältnismäßig stark von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen.

Sexualisierte/sexuelle Gewalt

„Sexualisierte/sexuelle Gewalt“ bezeichnet unterschiedliche Formen von sexuellen Übergriffen und Nötigungen. Der Begriff „sexualisierte Gewalt“ verweist darauf, dass es dabei weniger um Sexualität geht als um Macht mit dem Ziel, das Opfer zu demütigen. Opfer von Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen sind meistens Frauen und Mädchen (zunehmend wird nun auch sexuelle Gewalt gegenüber Jungen bekannt).

Häusliche Gewalt

„Häusliche Gewalt“ bedeutet Gewalt zwischen aktuellen oder früheren Beziehungspartnerinnen und -partnern. Sie beschreibt weniger eine einmalige Gewalttat als ein Misshandlungssystem. Dieses System ist durch verschiedene Formen von Gewalt geprägt, wie körperliche, sexualisierte, psychische oder ökonomische Gewalt. Häusliche Gewalt ist ein gewichtiger Anhaltspunkt für Kindeswohlgefährdung, da sie immer auch Auswirkungen auf die Kinder hat, die die Gewalt direkt oder indirekt miterleben.

Prävalenz in Deutschland

Häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt ist eine der größten Gesundheitsgefährdungen für Frauen und Kinder weltweit. In Deutschland wurde 2004 die repräsentative Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" veröffentlicht. Dieser Studie nach haben rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Partnergewalt erlebt. Über 20 Prozent erlitten geschlechtsbezogene Gewalt in einer Ausprägung, die ihre Gesundheit beeinträchtigt.

Männer berichten dagegen vor allem von körperlicher Gewalt im öffentlichen Raum und von psychischer Gewalt am Arbeitsplatz. Aber auch sie können Opfer von Partnergewalt und häuslicher Gewalt sein. Die polizeiliche Kriminalstatistik 2017 zeigt, dass in etwa 18 Prozent der angezeigten Fälle von Partnergewalt der Opfer ein Mann ist.