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Pilotprojekt GESiK


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Sehtest
© Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

Gesundheits- und Entwicklungsscreening im Kindergartenalter

Um Kinder mit Lern- und Entwicklungsdefiziten früher als bisher fördern zu können, sollen im Rahmen eines Pilotprojekts die Schuleingangsuntersuchungen zeitlich vorgezogen werden.

In Bayern liegt der Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung derzeit zwischen 12 und 3 Monaten vor der Einschulung. Für Kinder mit Entwicklungsrückständen reicht die dann verbleibende Zeit bis zum Schuleintritt oft nicht aus, um durch Förderung oder Therapie gegenüber Gleichaltrigen aufzuholen.

Im Rahmen des Pilotprojektes GESiK wird daher für den Schuljahrgang 2019/2020 eine vorgezogene Gesundheitsuntersuchung im 4. bis 5. Lebensjahr zur Früherkennung von Entwicklungsdefiziten angeboten.

Entwicklungsverzögerungen früh erkennen

Die Vorverlegung der Untersuchung hat das Ziel, frühzeitig Entwicklungsverzögerungen oder körperliche Einschränkungen zu erkennen, familiäre oder professionelle Förderung anzuregen und bei Bedarf diagnostische und unterstützende Maßnahmen zu veranlassen. Ein günstiges Zeitfenster für diese Förderung liegt nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand im Alter von 4 bis 5 Jahren. Die kindliche Entwicklung im sprachlichen und visuomotorischen Bereich sowie beim Erwerb der Rechenvorläuferfähigkeiten kann somit durch die vorzeitige Untersuchung zum optimalen Zeitpunkt unterstützt bzw. gefördert werden.

Freiwillige Teilnahme

Das Pilotprojekt „Gesundheits- und Entwicklungsscreening im Kindergartenalter (GESiK)“ wird seit Januar 2015 landesweit an fünf Gesundheitsämtern (Augsburg Stadt, Coburg, Dachau, Main-Spessart und Passau) sowie in ausgewählten Stadtbezirken der Landeshauptstadt München durchgeführt.

Die Teilnahme am GESiK-Projekt erfolgt auf freiwilliger Basis.

In München werden 2.000 Kinder (von ca. 14.000 Kindern des gesamten Schuljahrgangs 2019/2020) aus folgenden Stadtbezirken zu dem Projekt eingeladen:

  • Schwabing-Freimann (Bezirk 12),
  • Trudering-Riem (Bezirk 15)
  • Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln (Bezirk 19).

Kinder dieses Schuljahrgangs, die nicht am GESiK-Projekt teilnehmen, werden im folgenden Jahr regulär untersucht.

Untersuchungsverlauf

Für das Projekt sind ein bzw. zwei Untersuchungstermine, einer im vorletzten Kindergartenjahr und gegebenenfalls ein weiterer im Jahr vor der Einschulung, vorgesehen.

Zunächst wird eine Screeninguntersuchung durch die Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen durchgeführt. Sie umfasst:

  • die Erhebung der gesundheitlichen Vorgeschichte und der bisherigen Entwicklung des Kindes
  • die Durchsicht des gelben Heftes und des Impfbuches
  • einen Hör- und Sehtest
  • die Messung von Körpergröße, -gewicht und Kopfumfang
  • die Erfassung der sprachlichen Entwicklung sowie
  • standardisierte, spielerische Tests zu Vorläuferfähigkeiten des Schreibens, Lesens und Rechnens.

An das Screening schließt sich bei Bedarf die schulärztliche Untersuchung an, die durch Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin durchgeführt wird.

Die Befunde der einzelnen Untersuchungen und das resultierende weitere Vorgehen werden ausführlich mit den Eltern besprochen.

Welche Vorteile bietet die Teilnahme am GESiK-Projekt?

Sollten sich im Screening oder bei der schulärztlichen Untersuchung Verzögerungen in der Entwicklung des Kindes zeigen, so wird dies ausführlich mit den Eltern besprochen. In vielen Fällen ist eine häusliche Förderung im Alltag ohne viel Zeitaufwand möglich. Hierfür gibt es Anregungen und Tipps zu spielerischen Übungen. Sollte eine zusätzliche Förderung oder Therapie notwendig sein, werden die Eltern dabei unterstützt, entsprechende Schritte in Zusammenarbeit mit den betreuenden Kinderärztinnen/Kinderärzten in die Wege zu leiten.

Durch den vorgezogenen Untersuchungszeitpunkt können die entsprechenden notwendigen Förderungen oder Therapien frühzeitig begonnen und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Somit kann die Zeit bis zur Einschulung gut genutzt werden, und Ihr Kind wird ein Leben lang davon profitieren.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Gesundheit und Umwelt
SG Schulgesundheit

Bayerstraße 28a
80335 München

Fax:
089 233-47931