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Betäubungsmittel


BTM Rezept mit Kugelschreiber  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Klaus Eppele - Fotolia.com

Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs

Das RGU kontrolliert die formale Korrektheit von Betäubungsmittel (BtM) Rezepten und überprüft, ob die Verordnung fachlich begründet war.

Praktische Tipps für die Betäubungsmittel-Verordnung

Nicht nur aus rechtlicher Sicht sind einige wichtige Punkte unbedingt zu beachten:

  • Die Verordnung eines Betäubungsmittels muss nach § 13 Betäubungsmittelgesetz immer eine ausreichende Begründung haben.

  • Die „Begründetheit“ der Verordnung ergibt sich u.a. aus:
    - Anamnese – einschließlich je nach Diagnose u.U. einer Schmerz- oder Suchtanamnese
    - Klärung der bisher erfolgten Therapiemaßnahmen einschließlich derer Wirksamkeit
    - Durchführung einer körperlichen Untersuchung, bei der sich ggf. geschilderte Beschwerden (z.B. Einschränkungen durch Schmerzen, Operationen, etc.) bestätigen lassen
    - Einbeziehung von Vorbefunden (z.B. fachärztliche Befundberichte, bildgebende Verfahren, Krankenhausberichte)
     
  • Beachtung der Reichdauer eines BtM-Rezeptes. Vor Ablauf von dessen Reichdauer wird keine neue Verordnung ausgestellt (Vorratsverschreibung kann ein Straftatsbestand sein).
    Beispiel: Ein Rezept über 10 Fentanyl-Pflaster mit einem Pflasterwechsel alle drei Tage hat eine Reichdauer von 30 Tagen. Empfehlenswert ist die Notierung der Reichdauer in der Patientenakte bereits bei der Verordnung.
     
  • Beachtung der innerhalb von 30 Tagen vorgegebenen Höchstmengen der Verschreibung für das jeweilige BtM. Bei Überschreitung dieser Höchstmengen ist die Kennzeichnung „A“ auf dem BtM-Rezept erforderlich.

  • Diagnosespezifische Leitlinien geben Orientierung bei der Therapie.

  • In Vertretungssituationen oder Übernahme eines neuen Patienten die bisherige Therapie beim Vorbehandler oder der zuletzt beliefernden Apotheke überprüfen / nachfragen (Schweigepflichtsentbindung).

  • Nachvollziehbare Dokumentation in der Patientenakte!

  • Bei einer BtM-Verordnung an einen unbekannten Patienten nicht unter Druck setzen lassen (z.B. am Sprechstundenende, volles Wartezimmer).

  • Keine Verordnung von Methylphenidat ohne (fachärztliche) Bestätigung der Diagnose (ADHS/ADS, Narkolepsie) anhand gültiger Diagnosesysteme (z.B. DSM IV-Kritierien, ICD-10 oder Leitlinien der Fachgesellschaften) und Therapieempfehlung.

  • Fentanyl-Pflaster sind kein Schmerzmittel zur Akutbehandlung (Wirkungseintritt mit bis zu 12 stündiger Verzögerung bei Erstverordnung).

  • Verordnung von Fentanyl-Pflastern nur nach Rückgabe der gebrauchten Pflaster, bei Schwierigkeiten des Patienten die Reichdauer von Rezepten einzuhalten und/oder bei bekannter Opioidabhängigkeit, um die missbräuchliche Verwendung und den möglichen Handel zu vermeiden (insbesondere bei Schmerzpatienten mit bekannter i.v.-Opioidabhängigkeit).

  • Beratung telefonisch (auch anonym) oder per E-Mail durch das Referat für Gesundheit und Umwelt, München.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Gesundheit und Umwelt
Gesundheitsschutz
Hygiene und Umweltmedizin

Bayerstraße 28a
80335 München

Fax:
089 233-47848