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Das Coronavirus und die Trinkwasserverordnung


Trinkwasserproben, Gefährdungsanalysen und Sanierungsmaßnahmen in Pandemiezeiten

10.03.2021:
Auch während des seit dem 16.12.2020 geltenden Lockdowns und den damit verbundenen Einschränkungen können in Trinkwasser-Installationen weiterhin Trinkwasserproben entnommen, Gefährdungsanalysen erstellt und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Die allgemein gültigen hygienischen Anforderungen (AHA) sind jedoch strikt zu beachten.

Die am 8. März 2021 in Kraft getretene Zwölfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (12. BayIfSMV vom 5. März 2021) sieht zur Minimierung der Kontakte weiterhin weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens und auch des Umgangs im privaten Bereich vor.

Angesichts der vorliegenden Erkenntnissen zu den Infektionswegen und -mechanismen des Coronavirus SARS-CoV-2 ist jedoch festzuhalten, dass die Entnahme von Trinkwasserproben in Wohnungen oder öffentlichen Einrichtungen bei strikter Beachtung der allgemein gültigen Schutzmaßnahmen ("AHA"), das heißt

  • bei Einhaltung des Mindestabstandes,
  • bei Beachtung der Hygienregeln und
  • bei Verwendung einer Alltagsmaske,

kein zusätzliches Gefährdungspotential für die anwesenden Personen oder Nutzer*innen der öffentlicher Einrichtungen darstellt. Auf das Betreten von Bereichen in denen sich Bewohner*innen oder Patienten*innen in Quarantäne oder Covid-19-positive Personen aufhalten ist jedoch zu verzichten. Insofern ist die rechtzeitige Benachrichtigung des betroffenen Personenkreises über die beauftragten Arbeiten von erheblicher Bedeutung.

Für das ausführende Personal, das heisst die Probenehmer*innen, sind zusätzlich die einschlägigen Regelungen des Arbeitsschutzes  zu berücksichtigen. Die Verwendung von FFP2-Masken ist ausnahmslos vorzusehen.  Ferner ist darauf zu achten, dass nur ein Probenehmer*in die Räumlichkeiten betritt, die einzelnen Probenahmstellen nach weniger als 15 Minuten wieder verlassen werden und das ausführende Unternehmen ein auf die Bedingungen der Pandeemie abgestimmtes Hygienkonzept erstellt und umgesetzt hat.

Die oben genannten Anforderungen sind für die Erstellung von Gefährdungsanalysen und die Durchführung von Wartungs- oder Sanierungsmaßnahmen analog anzuwenden.

Angesichts der Erfahrungen mit dem Lockdown im Frühjahr und Sommer des Jahres möchten wir auch daran erinnern,

  • dass der Vollzug der Trinkwasserverordnung zu keiner Zeit außer Kraft gesetzt ist,
  • dass auch die Durchführung von Trinkwasseruntersuchungen nicht untersagt ist,
  • dass nicht das RGU als Auftraggeber und Organisator von Trinkwasseruntersuchungen fungiert sondern der Betreiber der Trinkwasser-Installation,
  • dass Befunde aus unvollständigen Trinkwasseruntersuchungen nach wie vor als nicht regelkonform zurückgewiesen werden müssen und
  • dass Laborbefunde oder Gefährdungsanalysen, die bereits vor dem 02.11.2020 fertig zu stellen waren oder abgeschlossen wurden, weiterhin an das RGU zu übermitteln sind.

Trinkwasser stellt das wichtigste Lebensmittel in unserem menschlichen Dasein dar. Die Einhaltung der trinkwasserhygienischen Anforderungen sind daher wesentlich für ein gesundes Leben. Deshalb ist festzuhalten, dass "Hygiene ohne Trinkwasserhygiene" nicht möglich ist und auch in Zeiten der Corona-Pandemie trinkwasserhygienische Belange im Interesse der Verbraucher*innen weiter verfolgt werden müssen.
Gemäß den Ausführungen des Bayerischen Staatsminsisteriums für Gesundheit und Pflege zur Erbringung von Handwerkerleistungen und anderen Dienstleistungen stehen bei Beachtung der hygienischen und arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen eine ordnungsgemäße Trinkwasseruntersuchung und die Bearbeitung weiterer trinkwasserhygienischer Belange nicht im Widerspruch zu den derzeit gültigen Einschränkungen und sind daher zu dulden.
Diese Maßnahmen dienen letztendlich dem vorbeugenden Gesundheitsschutz und damit der Gesundheit aller ein Gebäude oder eine Einrichtung nutzenden Personen.