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Informationen für den Verbraucher


    Wann kann Trinkwasser krank machen?

    Kaltwassersystem

    Schwermetalle (zum Beispiel Blei, Kupfer, Nickel, Cadmium) können in Trinkwasserleitungen angereichert werden. Ursache kann die Verwendung ungeeigneter Rohrleitungs- und Armaturenmaterialien sein. Unter Umständen kann der Genuss des Wassers zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Gefährdet sind dann insbesondere Schwangere und Kleinkinder sowie Verbraucher, die allergisch reagieren (zum Beispiel auf Nickel). Darüber hinaus begünstigen fehlerhafte Installationen das Einbringen von Krankheitserregern und die Übertragung von Infektionskrankheiten.

    Warmwassersystem

    Im Warmwasserversorgungssystem können sich im Temperaturbereich von 25 °C bis zirka 55 °C Legionellen massenhaft vermehren. Hierbei handelt es sich um Umweltkeime, die sich in natürlichen und künstlichen Feuchtzonen entwickeln. Werden die Legionellen zum Beispiel beim Duschen in hoher Konzentration eingeatmet, so können sie eine Lungeninfektion - die sogenannte Legionärskrankheit - hervorrufen. Gefährdet sind hier vor allem Personen mit vorbestehenden Lungenerkrankungen, herabgesetzter Immunabwehr, ältere Personen oder Raucher.

     

    Wer ist für die Trinkwasserinstallation verantwortlich?

    Bis zur Übergabestelle, das heißt bis zur Wasseruhr, garantiert der Wasserversorger (SWM GmbH) eine einwandfreie Trinkwasserqualität. Für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) in der Trinkwasserinstallation ist dagegen deren Eigentümer und Betreiber verantwortlich (§ 4 TrinkwV 2001). Mieter oder "Wasser-Verbraucher" können sich daher an ihre Hausverwaltung wenden.

     

    Welche Pflichten hat der Betreiber der Trinkwasserinstallation?

    Werden dem Trinkwasser vom Betreiber/Inhaber der Trinkwasserinstallationsanlage Aufbereitungsstoffe (zum Beispiel Enthärtungsmittel) zugegeben, so dürfen nur solche Stoffe verwendet werden, die für diesen Zweck zugelassen und im Bundesgesundheitsblatt bekannt gemacht worden sind (§ 11 TrinkwV 2001). Der Zusatz solcher Stoffe zum Trinkwasser ist den Mietern und gegebenenfalls den im Haus Beschäftigten unverzüglich durch Aushang oder sonstige schriftliche Mitteilung bekannt zu geben (§ 16 TrinkwV 2001).

    Zudem muss der Haus- und Grundeigentümer über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers schriftlich oder durch Aushang informieren (§ 21 TrinkwV 2011). Diese Informationspflicht schließt ggf. auch die Bekanntgabe zugesetzter Aufbereitungsmittel oder die Ergebnisse Anlass bezogener Trinkwasseruntersuchungen ein. Wird in einem Mehrfamilienhaus eine Anlage zur zentralen Trinkwassererwärmung betrieben, d.h. eine sogenannte "Großanlage zur Trinkwassererwärmung" muss der Verantwortliche zudem in regelmäßigen Abständen Legionellenuntersuchungen im Warmwasser veranlassen und die Eigentümer und Mieter über die Ergebnisse informieren.

    Weitere Hinweise zu den Verpflichtungen des Betreibers der Trinkwasserinstallation finden Sie auch an anderer Stelle des Internetauftritts.

     

    Was ist bei Errichtung und Betrieb der Trinkwasserinstallation zu beachten?

    Bei Neuinstallationen und Änderungen von Trinkwasserinstallationsanlagen ist es unerlässlich, ein beim zuständigen Wasserversorger (zum Beispiel SWM GmbH) eingetragenes Installationsunternehmen zu beauftragen. Es beherrscht die Regeln der Technik (zum Beispiel DIN EN 806, DIN EN 1717, VDI-Richtlinie 6023 und/oder DVGW-Arbeitsblätter W 551 und W 553) und ist verpflichtet, die Arbeiten entsprechend durchzuführen.

    Bestehende Anlagen sollten ebenfalls durch eine Fachfirma hinsichtlich der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln kontrolliert werden. Werden bei der Überprüfung zum Beispiel

    • ungeeignete Werkstoffe
    • verzweigte Rohrleitungssysteme mit nur geringem Wasserdurchsatz
    • ungenügend isolierte Warm- oder Kaltwasserleitungen oder
    • zu geringe Temperaturen im Warmwassersystem

    festgestellt, so sind geeignete Maßnahmen einzuleiten und die Mängel im Rahmen von Sanierungsarbeiten zu beseitigen.

    Generell gilt:
    Grundvoraussetzung für einen hygienisch einwandfreien Betrieb sind die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik. Wesentlich sind korrekte Betriebsbedingungen und die Vermeidung der Wasserstagnation im Leitungssystem.

     

    Was ist dem Referat für Gesundheit und Umwelt mitzuteilen?

    Die Errichtung, Wiederinbetriebnahme oder Veränderung von Trinkwasserinstallationen in öffentlichen Einrichtungen muss dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Werden zusätzlich zur Trinkwasserinstallation Brauchwassersysteme wie zum Beispiel Regenwasseranlagen eingebaut, so ist auch dies nach § 13 TrinkwV 2011 dem Referat für Gesundheit und Umwelt anzuzeigen.
    Auch die Überschreitung von Grenzwerten der Trinkwasserverordnung oder des technischen Maßnahmenwertes für Legionellen muss dem Referat für Gesundheit und Umwelt als für das Stadtgebiet München zuständigem Gesundheitsamt gemeldet werden.

    Die entsprechenden Vordrucke finden Sie im Downloadbereich.

     

    Was ist bei Unterbrechungen der Trinkwasserentnahme zu tun?

    Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel. Es ist jedoch nicht steril und daher nicht unbegrenzt haltbar. Steht das Wasser über längere Zeit in der Leitung, können chemische und/oder mikrobiologische Veränderungen der Wasserqualität eintreten. In Abhängigkeit von der Stagnationsdauer werden daher folgende Maßnahmen empfohlen:
     

    Vom Mieter/Verbraucher zu leistende vorbeugende Schutzmaßnahmen
     

    • Betriebsunterbrechungen bis zu drei, maximal sieben Tagen

      Nach der üblicherweise über Nacht eintretenden Stagnation sollte die erste Wasserentnahme nicht zur Zubereitung von Lebensmitteln, Tee oder Kaffee verwendet werden. Eine Nutzung als Gießwasser für Blumen oder ähnliches ist dagegen unproblematisch.
       
    • Betriebsunterbrechungen von mehr als drei Tagen bis zu vier Wochen

      Nach Betriebsunterbrechungen von drei Tagen bis zu vier Wochen sollte das Wasser in der Leitung vollständig ausgetauscht werden. Dies ist in der Regel dann gewährleistet, wenn die Temperatur des ablaufenden Wassers konstant ist, d. h. das ablaufende Wasser nicht mehr kälter beziehungsweise wärmer wird.
       

    Vom Hauseigentümer beziehungsweise der Hausverwaltung einzuleitende Schutzmaßnahmen
     

    • Betriebsunterbrechungen von mehr als vier Wochen bis zu sechs Monaten

      Trinkwasseranlagen, die länger als vier Wochen nicht genutzt werden, sind abzusperren. Bei Wiederinbetriebnahme ist bis zur Temperaturkonstanz zu spülen.
       
    • Betriebsunterbrechungen von sechs Monaten bis zu einem Jahr

      Trinkwasseranlagen, die länger als sechs Monate nicht genutzt werden, sind abzusperren. Bei der Wiederinbetriebnahme sind die Leitungen bis zur Temperaturkonstanz zu spülen. Anschließend sind gebäudespezifische mikrobiologische Kontrolluntersuchungen durchzuführen. Gegebenenfalls ist die Beauftragung eines Installationsunternehmens für die Spülung, Desinfektion und Wiederinbetriebnahme erforderlich.
       
    • Betriebsunterbrechungen von mehr als einem Jahr

      Trinkwasseranlagen, die länger als ein Jahr oder dauerhaft nicht genutzt werden sind vom übrigen Leitungsnetz abzutrennen oder rückzubauen. Die Wiederinbetriebnahme darf nur durch ein eingetragenes Installationsunternehmen erfolgen.

     

    Was ist bei Auffälligkeiten zu tun?

    Werden durch den Betreiber oder Mieter in der Trinkwasserinstallation beziehungsweise am Wasserhahn Veränderungen des Trinkwassers wie zum Beispiel ungewöhnlicher Geruch, Geschmack, Färbung und Aussehen bemerkt oder werden Überschreitungen des technischen Maßnahmenwertes für Legionellen oder der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung bekannt, so muss die Betreiberin oder der Betreiber zur Aufklärung der Ursachen in eigener Verantwortung unverzüglich eine fachkundige Überprüfung der Trinkwasserinstallation, Sofortmaßnahmen zur Abhilfe und gegebenenfalls Wasseruntersuchungen veranlassen (§ 16 TrinkwV 2001). Darüber hinaus ist umgehend das Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Umwelthygiene/-medizin, zu benachrichtigen (Kontaktadresse siehe unten).

     

    Welche Maßnahmen schützen vor einer Schwermetallbelastung?

    Grundsätzlich ist bei Verwendung zugelassener Leitungs- und Armaturmaterialien und Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik keine zusätzliche Schwermetallbelastung zu erwarten. Sollten Hinweise auf nicht normgerechte Einbauteile vorliegen, so sind diese auszutauschen. Als Sofortmaßnahme sollte das Wasser vor der Verwendung erst solange abfließen, bis es nicht mehr kälter oder wärmer wird.

     

    Welche Maßnahmen schützen vor einer Verkeimung der Hausinstallation?

    Grundvoraussetzung für einen hygienegerechten Betrieb der Trinkwasserinstallation ist ein gut funktionierendes Zirkulationssystem, bei dem längere Stagnationszeiten vermieden werden. Im Warmwassersystem ist sicherzustellen, dass folgende Temperaturen eingehalten werden:

    • mindestens 60°C am Ablauf der Erwärmungsanlagen (Warmwasserspeicher)
    • mindestens 55°C in der Zirkulation und an den Entnahmestellen (zum Beispiel Duschen)

    Werden die in den Haushalten vorhandenen Duschen wenig genutzt, so sollte das Wasser vor dem Duschen ohne zu spritzen aus dem Warmwasserhahn solange ablaufen, bis heißes Wasser kommt und die Temperatur nicht weiter ansteigt. Um die Feinzerstäubung und das Einatmen von kleinsten Wassertröpfchen möglichst gering zu halten, sollten Perlatoren und Duschköpfe regelmäßig gereinigt und entkalkt werden (zum Beispiel mit Essigessenz).

     

    In unserem Haus wurden Legionellen festgestellt, was kann ich tun?

    Auch als reiner Nutzer einer Trinkwasserinstallation ohne Zugriff auf die technischen Einstellungen kann man durch einfache Maßnahmen wie z. B. das Verwerfen des in der Leitung stehenden Stagnationswassers zur Reduktion des Infektionsgefährdungspotentials bei einer nachgewiesenen Legionellenkontamination des Warmwassersystems im Gebäude beitragen. Besonders gefährdete Personen bspw. mit erkrankungsbedingter Immunschwäche können sich vor einer Legionelleninfektion auch durch Anbringung eines speziellen Filters – eines sog. „endständigen Sterilfilters“an Wasserhahn und/oder Dusche schützen.

    Näheres zu dieser Problematik, Informationen zu Legionellen und Bezugsquellen für endständige Sterilfilter finden Sie im Downloadbereich.

     

    Wer entnimmt und untersucht Trinkwasserproben?

    Trinkwasser kann mikrobiologisch und/oder chemisch physikalisch untersucht werden. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Beurteilung der Wasserqualität und einer möglichen Gesundheitsgefährdung. Das Referat für Gesundheit und Umwelt kann Untersuchungen nur akzeptieren, wenn sowohl die Probenahme als auch die Laborarbeiten von einer entsprechend zertifizierten Firma durchgeführt wurden (§ 15 TrinkwV). Eine Auflistung von zugelassenen Laborbetrieben in Bayern finden Sie im Internetauftritt des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter LGL

     

    Wo finde ich weitere Informationen im Internet?

    Im Downloadbereich finden Sie weitere Links und Ansprechpartner zum Thema "Trinkwasser“.

     

    An wen kann ich mich mit Fragen "rund um das Trinkwasser" wenden?

    Sollten Sie im Zusammenhang mit dem Thema Trinkwasser Fragen unter anderem zu

    • möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen,
    • den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen,
    • den für die Wasserversorgung/Hausinstallation geltenden technischen Regeln,
    • Sofortmaßnahmen oder Verhaltensregeln zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten,
    • zur fachgerechten Entnahme und Untersuchung von Wasserproben,
    • zur Bewertung von Ergebnissen aus Wasseruntersuchungen
    • oder zur Nutzung von Regenwasser

    haben, wenden Sie sich an das Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Umwelthygiene/-medizin (Kontaktadresse siehe unten).

    Als zusätzlichen Ansprechpartner zur Herkunft des Trinkwassers in München und hinsichtlich eingetragener Sanitärfachbetriebe können Sie sich auch an die

    Stadtwerke München GmbH
    Emmy-Noether-Straße 2
    80992 München
    Tel. (01802) 796 796
    Fax (01802) 796 329
    privatkunden@swm.de
    www.swm.de

    wenden.
     

    Über Handwerksbetriebe informiert die

    Innung Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik München
    Gabrielenstraße 3
    80636 München
    Tel. (089) 12 15 89 - 0
    Fax (089) 12 15 89 - 99
    info@shk-innung-muenchen
    www.shk-innung-muenchen.de

    oder der

    Fachverband SHK Bayern
    Pfälzer-Wald-Straße 32
    81539 München
    Tel. (089) 546157 - 0
    Fax (089) 546157 - 59
    info@fvshk-bayern.de
    www.fvshk-bayern.de

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Referat für Gesundheit und Umwelt
    Gesundheitsschutz
    Hygiene und Umweltmedizin
    Umwelthygiene/-medizin

    Bayerstraße 28a
    80335 München

    Fax:
    089 233-47846
    Postanschrift:

    Landeshauptstadt München
    Referat für Gesundheit und Umwelt
    Gesundheitsschutz
    Hygiene und Umweltmedizin
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    Bayerstr. 28a
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    Öffnungszeiten:

    kein Parteiverkehr