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Hinweise zur Auswahl der Probenentnahmestellen für Legionellenuntersuchung


Trinkwasserinstallationen in vermieteten Gebäuden - Probenentnahmestellen

Entsprechend den Vorgaben der Trinkwasserverordnung in der seit dem 14. Dezember 2012 geltenden Fassung (TrinkwV 2001) muss das Warmwasser in Gebäuden mit sogenannten „Großanlagen zur Trinkwassererwärmung“ durch systemische bzw. orientierende Untersuchungen an verschiedenen Probenentnahmestellen auf Legionellen überprüft werden.

Die Auswahl der Probenentnahmestellen für diese Warmwasseruntersuchungen ist von entscheidender Bedeutung für die Aussagekraft der Ergebnisse und den jeweils resultierenden Handlungsbedarf.

Wer ist zuständig für die Durchführung der systemischen Legionellenuntersuchung?

Welche Anforderungen an die Auswahl der Probenentnahmestellen müssen beachtet werden

Gibt es einen pauschalen Untersuchungsumfang?

Wo sind weitere Informationen zum Thema zu finden?

Wer ist zuständig für die Durchführung der systemischen Legionellenuntersuchung?

Verantwortlich für die Veranlassung der systemischen Legionellenuntersuchung und die regelkonforme Auswahl der Probenentnahmestellen ist der Unternehmer oder sonstige Inhaber der Wasserversorgungsanlage/Trinkwasserinstallation.
 

Welche Anforderungen an die Auswahl der Probenentnahmestellen müssen beachtet werden?

Die Auswahl der Probenentnahmestellen für die systemische/orientierende Untersuchung durch den für die Trink­wasserinstallation verantwortlichen Unternehmer oder sonstigen Inhaber muss gemäß § 14 Abs. 3 TrinkwV 2001 „repräsentativ“ erfolgen. Dazu ist das Warmwassersystem mindestens am Vorlauf des/der Trinkwassererwärmer(s), an der Zirkulation und an mehreren Stellen in der Gebäudeperipherie zu erfassen.
Zur repräsentativen Auswahl der Probenentahmestellen in der Gebäudeperipherie wird in der "DVGW-Information Wasser Nr. 74" vom Januar 2012 neben anderem folgendes ausgeführt:

  • „Bei Trinkwasser-Installationen mit vielen Steigsträngen kann sich die orientieren­de Untersuchung zur Begrenzung der Probenanzahl auf repräsentative Bereiche beschränken, in denen das Wasser insbesondere zu Duschzwecken entnommen wird“.
    (Zitat aus „DVGW-Information Wasser Nr. 74 vom Januar 2012, Seite 7“, kostenpflichtig)

Das Umweltbundesamt äußert sich in seiner Stellungnahme vom 23.08.2012 zur Auswahl der Probenentnahmestellen nahezu analog wie folgt:

  • "In jeder Trinkwasser-Installation sind im Rahmen der systemischen Untersuchung (entspricht einer orientierenden Untersuchung) am Abgang der Leitung für Trinkwasser (warm) vom Trinkwassererwärmer sowie am Wiedereintritt in den Trinkwassererwärmer (Zirkulationsleitung) Proben zu entnehmen. Zusätzlich sind Proben in der Peripherie zu entnehmen. Die Entnahmestellen für die Proben in der Peripherie sollen so gewählt werden, dass jeder Steigstrang erfasst wird. Dies bedeutet nicht, dass Proben aus allen Steigsträngen zu entnehmen sind. Voraussetzung für die Auswahl ist, dass die beprobten Steigstränge eine Aussage über die nicht beprobten Steigstränge zulassen (z. B. weil sie ähnlich/gebaut sind, gleichartige Gebäudebereiche versorgen und gleich genutzt werden oder möglichst hydraulisch ungünstig liegen).
    Bei Trinkwasser-Installationen mit vielen Steigsträngen sind primär die Bereiche zu berücksichtigen, in denen das Wasser zum Duschen entnommen wird."

    (Zitat aus „Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung", Umweltbundesamt, 23.08.2012, Download siehe unten)

Liegen dem für die Trinkwasserinstallation verantwortlichen Unternehmer oder sonstigen Inhaber keine ausreichenden Informationen wie zum Beispiel Daten zu "Schwachstellen" der Trinkwasserinstallation und/oder ungünstigen Betriebszuständen (Temperaturprofil) vor, die eine  begründete Reduktion der Probenentahmestellen in der Gebäudeperipherie im Sinne einer "Worst-Case-Abschätzung" erlauben, so sind alle Steigstränge möglichst endständig zu erfassen.
 

Gibt es einen pauschalen Untersuchungsumfang?

Nein - aufgrund der Verschiedenartigkeit der Trinkwasserinstallationen ist eine pauschale Angabe des zu untersuchenden Anteils an Steigsträngen grundsätzlich nicht möglich.
Für die korrekte Auswahl der Probenentnahmestellen in der Gebäudeperipherie müssen stets die Leitungsführung, die Beschaffenheit und Nutzung der Installation sowie zusätzliche Daten und Erkenntnissen aus dem Betrieb wie z. B. die Warmwassertemperaturen berücksichtigt werden. 
Die Beprobung von Vorlauf und Zirkulation ist jedoch immer zwingend erforderlich.
 

Wo sind weitere Informationen zum Thema zu finden?

Weitere Informationen zum Thema können auch

  • den Empfehlungen des Umweltbundesamtes zum Thema "Legionellen" vom 23.08.2012 (kostenfrei, siehe Downloadbereich)
  • dem Informationsblatt des DVGW e. V. zum Thema "Warmwasserprobenahme" (twin Nr. 06, kostenfrei, siehe Downloadbereich),
  • dem DVGW Arbeitsblatt W 551 (kostenpflichtig),
  • der DVGW-Information Wasser Nr. 74 vom Januar 2012 (kostenpflichtig) und
  • den Kommentaren zum technischen Regelwerk (kostenpflichtig; DIN, DVGW,VDI)

entnommen werden.

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Hygiene und Umweltmedizin
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