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EHEC


Fleisch, Milch, Käse, Eier  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Vorsicht bei unzureichend gegartem Fleisch, Rohmilch und Käse
© anaumenko - Fotolia.com

Meldepflichtige Darminfektion

EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) ist ein Bakterium, das lebensgefährliche Darminfektionen verursachen kann. Die Erkrankung kann aber auch unbemerkt verlaufen. Fälschlicherweise wird EHEC oft als Virus bezeichnet. Es handelt sich aber um eine durch Bakterien übertragene Infektionskrankheit.

Das Bakterium Escherichia coli (E. coli) ist ein Bewohner im Darm von Mensch und Tier. In jedem Gramm Stuhl bzw. Kot befinden sich mehrere Millionen dieser Kolibakterien. Sie erfüllen wichtige Aufgaben, in dem sie Nährstoffe spalten und für die Abwehr von Krankheitserregern sorgen. Eine Sonderform der Kolibakterien stellen Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) dar. Die Bakterien können, im Gegensatz zu normalen E. coli, Giftstoffe produzieren. Die Giftstoffe werden im Darm freigesetzt und können Krankheiten auslösen. Das natürliche Reservoir von EHEC ist normalerweise der Darmtrakt von Wiederkäuern.

Übertragungsweg von EHEC

EHEC kann durch den Verzehr von rohem oder ungegartem Fleisch, Rohmilch, den Kontakt mit Tieren bzw. anschließender mangelnder Hygiene oder aber durch kontaminierte pflanzliche Lebensmittel, die beispielsweise mit Ausscheidungen von Tieren in Kontakt gekommen sind, übertragen werden.

Symptome und Krankheitsverlauf

Eine Infektion mit EHEC kann symptomlos verlaufen, wobei der Erreger über ein bis drei Wochen, selten über längere Zeit ausgeschieden wird. Während dieser Zeit können bei unzureichender Hygiene andere Menschen angesteckt werden. Treten Symptome auf, kommt es meist nach einer Inkubationszeit von einem bis acht Tagen zu Übelkeit, Erbrechen und leichten, wässrigen Durchfällen. Bei schwereren Krankheitsverläufen treten blutige Stühle und schmerzhafte Bauchkrämpfe auf.

Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)

Bei fünf bis zehn Prozent der an EHEC Erkrankten, insbesondere bei Kindern im Vorschulalter, entwickelt sich im Anschluss an die Darmbeschwerden (etwa eine Woche nach Beginn des Durchfalls) ein schweres Krankheitsbild. Es kann durch die Wirkung der EHEC-Gifte zu Blutarmut (verminderte Anzahl von roten Blutkörperchen), zu einer Gefäßschädigung mit Blutgerinnungsstörungen (verminderte Anzahl von Blutplättchen) und zu Nierenfunktionsstörungen kommen, dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das in ein bis fünf Prozent der Fälle bei Kindern tödlich verläuft. Auch nach dem Überstehen der akuten HUS-Symptomatik können schwere, bleibende Gesundheitsschäden (Bluthochdruck, Beeinträchtigung der Nierenfunktion) zurückbleiben.

Häufigkeit von EHEC

EHEC-Fälle müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden - in München ist dies das Referat für Gesundheit und Umwelt. Seit Inkrafttreten der bundesweiten Meldepflicht im Jahr 2001 wurden in Deutschland jährlich zwischen 926 und 1180 Fälle und in Bayern zwischen 173 und 261 Fälle von symptomatischen EHEC-Erkrankungen gemeldet. In München werden in der Regel zwei bis drei EHEC-Fälle im Monat gemeldet. 2010 kam es insbesondere in Norddeutschland zu einer beunruhigen Häufung von EHEC-Fällen zwischen Mai und Juli. Insgesamt wurden dem Robert Koch-Institut 855 Erkrankungen an HUS und 2.987 Fälle von akuter Gastroenteritis übermittelt, die dem Ausbruch zugerechnet werden (Stand: 16.08.2011). Infektionsquelle waren in diesen Fällen aus dem Ausland importierte Salatsprossen.

Schutz vor EHEC

Um sich vor EHEC schützen zu können, ist insbesondere die Hygiene entscheidend. Dazu gehört das regelmäßige Händewaschen insbesondere nach dem Kontakt mit Tieren. Gerade Eltern sollten ihre Kinder beaufsichtigen und vor dem Verzehr von Nahrungsmitteln zum gründlichen Händewaschen auffordern. Auch der vorsorgliche Verzicht auf Rohmilchprodukte und rohes, nicht ausreichend gegartes Fleisch zählt zu den möglichen Vorsichtsmaßnahmen.

Beratung zu meldepflichtigen Infektionen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Ihre zuständige Einrichtung

Landeshauptstadt München

Referat für Gesundheit und Umwelt
Gesundheitsschutz
Infektionsschutz
Meldewesen

Bayerstraße 28a
80335 München

Fax:
089 233-47814
Postanschrift:

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Hinweis für Ärztinnen und Ärzte:

Dringende Fälle am Wochenende, wie z.B. die Meldung von Meningokokken-Meningitis, Diphtherie, Milzbrand, Pest, Ebola- oder Lassavirus-Infektionen, können über die Integrierte Rettungsleitstelle (Tel.: 112) an den diensthabenden Arzt bzw. die diensthabende Ärztin des Gesundheitsamtes weitergeleitet werden.