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Masern


Junge mit Masern  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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Unterschätzte Infektionskrankheit

Die Zahl der jährlich an Masern Erkrankten in München ist immer noch zu hoch. Dabei sind Masern vermeidbar. Der beste Schutz ist die Impfung.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat im Jahr 2010 eine Masernimpfung für Erwachsene empfohlen, die nach 1970 geboren sind, einen unklaren Impfstatus besitzen, bislang nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpft wurden, um Impflücken weiter zu schließen. Denn Masernausbrüche lassen sich erst verhindern, wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geschützt ist. Treten Masern einmal gehäuft auf, ist eine weitere Ausbreitung nur auf längere Sicht zu stoppen.

Noch immer sind viele Menschen davon überzeugt, dass es sich bei Masern um eine harmlose Kinderkrankheit handelt. Tatsächlich sind Masern hoch ansteckend. Sie können zu Komplikationen und bleibenden Schäden führen - eine von 10.000 bis 20.000 Masernerkrankungen in Deutschland verläuft tödlich.

Symptome und Krankheitsverlauf

Husten, Schnupfen, Fieber - die ersten Symptome gleichen einer Grippe. In dieser Phase können auch weiße kalkspritzerartige Flecken an der Wangenmundschleimhaut beobachtet werden. Erst zwischen dem dritten bis siebten Tag entwickelt sich der für Masern typische kleinfleckige, später ineinander verfließende Ausschlag. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren.

Masern können bei Erwachsenen und bei besonders gefährdeten Personen wie Frauen in der Schwangerschaft, Immungeschwächten oder an chronischen Krankheiten leidenden Menschen einen schweren Verlauf nehmen. Gleiches gilt für Kinder, speziell für Neugeborene einer nicht gegen Masern immunen Mutter.

Nach einer abgeklungenen Masernerkrankung ist das Abwehrsystem für etwa sechs Wochen geschwächt. Komplikationen können dann vor allem durch bakterielle Infektionen auftreten, darunter Erkrankungen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Kehlkopfentzündung, Lungenentzündung und Durchfall. Sehr selten kann es  zu einer Gehirnentzündung kommen, die bleibende Schäden verursachen kann.

Übertragung

Masern werden durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Die Empfänglichkeit beträgt bei Ungeschützten fast hundert Prozent. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung liegen sieben bis 18 Tage.

Masern sind vermeidbar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich zum Ziel gesetzt, Masern auszurotten. Obwohl es sich um eine hoch ansteckende Krankheit handelt, ist sie vermeidbar: Eine vollständige Impfung wie sie von der Ständigen Impfkommission( STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI)  empfohlen wird, bietet einen wirkungsvollen lebenslangen Schutz. Immun gegen Masern sind auch Personen, die eine Masernerkrankung sicher durchgemacht haben.

Das Gesundheitsreferat empfiehlt, den Impfschutz von Kindern und Erwachsenen in der Hausarztpraxis überprüfen zu lassen. Die Impfempfehlung ist inzwischen auch auf alle Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, ausgeweitet worden. Wer Symptome, die auf Masern hinweisen, an sich oder seinem Kind bemerkt, sollte nach telefonischer Vorabinformation sofort eine*n Hausärzt*in oder Kinderärzt*in aufsuchen.

Meldepflicht

Masern sind nach dem Infektionsschutzgesetz seit 2001 meldepflichtig. Schon der Verdacht auf Masern muss der zuständigen Gesundheitsbehörde, in München dem Gesundheitsreferat, gemeldet werden (Kontakt siehe unten). Auch Todesfälle müssen mitgeteilt werden. Dies gilt für Arztpraxen, Gemeinschaftseinrichtungen und Einzelpersonen. Die Labormeldepflicht besteht sowohl für den direkten Erregernachweis als auch für den Antikörpernachweis, soweit er auf eine akute Infektion hinweist.

Das Gesundheitsreferat versucht dann, mögliche Kontaktpersonen des Indexfalles zu ermitteln und abzusondern, um eine weitere Ausbreitung von Masern zu unterbinden.

Kontakt

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Gesundheitsreferat
Gesundheitsschutz
Infektionsschutz
Meldewesen

Bayerstraße 28a
80335 München

Fax:
089 233-47814
Postanschrift:

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Hinweis für Ärzt*innen:

Dringende Fälle am Wochenende, wie z.B. die Meldung von Meningokokken-Meningitis, Diphtherie, Milzbrand, Pest, Ebola- oder Lassavirus-Infektionen, können über die Integrierte Rettungsleitstelle (Tel.: 112) an die diensthabenden Ärzt*innen des Gesundheitsamtes weitergeleitet werden.