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Masern


Immer wieder Masern in München

Die Zahl der an Masern Erkrankten in München steigt an. Dem Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) liegen seit Jahresbeginn 14 bestätigte Fälle vor. Dabei sind Masern vermeidbar. Der beste Schutz vor Masern ist die Impfung.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat im Jahr 2010 eine Masernimpfung für Erwachsene empfohlen, die nach 1970 geboren sind, einen unklaren Impfstatus besitzen, bislang nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpft wurden, um Impflücken weiter zu schließen. Denn Masernausbrüche lassen sich erst verhindern, wenn 95 Prozent der Bevölkerung geschützt sind. Treten Masern einmal gehäuft auf, ist eine weitere Ausbreitung nur auf längere Sicht zu stoppen. So gab es in München beispielsweise einen Masernausbruch im Jahr 2011 mit 175 Fällen; 2013 war sogar ein Rekordhoch mit 305 Erkrankten zu verzeichnen.

Mit einer Medienkampagne machten 2013 das Referat für Gesundheit und Umwelt und das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit auf Masern aufmerksam. In dem 30 Sekunden langen Kinospot, der in bayerischen Kinos lief, soll auf den Impfschutz aufmerksam gemacht werden. Eine weitere Kampagne ist geplant.

Unterschätzte Infektionskrankheit

Noch immer sind viele Menschen davon überzeugt, dass es sich bei Masern um eine harmlose Kinderkrankheit handelt. Tatsächlich sind Masern hoch ansteckend. Sie können zu Komplikationen und bleibenden Schäden führen - eine von 10.000 bis 20.000 Masernerkrankungen in Deutschland verläuft tödlich. Dabei sind Masern vermeidbar.

Husten, Schnupfen, Fieber - die ersten Symptome gleichen einer Grippe. Der Laie erkennt Masern meist erst, wenn die typischen Flecken im Gesicht entstehen. Allerdings sind Masern schon vor Ausbruch des Ausschlags ansteckend.

Übertragung von Masern

Masern werden durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Die Empfänglichkeit beträgt bei Ungeschützten fast hundert Prozent. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung liegen sieben bis 18 Tage.

Symptome und Krankheitsverlauf

Typischerweise beginnt die Erkrankung mit katarrhalischen Krankheitszeichen wie Husten oder Schnupfen mit Bindehautentzündung und Fieber. In dieser Phase können auch weiße kalkspritzerartige Flecken an der Wangenmundschleimhaut beobachtet werden. Erst zwischen dem dritten bis siebten Tag entwickelt sich der für Masern typische kleinfleckige, später ineinander verfließende Ausschlag. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren. Das Tückische: Ansteckend sind an Masern Erkrankte bereits ab dem fünften Tag vor Beginn des Ausschlags bis einschließlich dem fünften Tag nach Beginn des Ausschlags – meist also ein bis zwei Tage bevor überhaupt irgendein Krankheitszeichen aufgetreten ist.

Vermeintlich harmlose Kinderkrankheit

Bei Masern handelt es sich nicht wie irrtümlich oft angenommen um eine harmlose Kinderkrankheit. Masern können bei Erwachsenen und insbesondere bei besonders gefährdeten Personen wie beispielsweise Frauen in der Schwangerschaft, Immungeschwächten oder an chronischen Krankheiten leidenden Menschen einen schweren Verlauf nehmen. Gleiches gilt für Kinder, speziell für Neugeborene einer nicht gegen Masern immunen Mutter. Trotz abgeklungener Masernerkrankung ist das Abwehrsystem für etwa sechs Wochen geschwächt. Komplikationen können dann vor allem durch bakterielle Infektionen auftreten, darunter Erkrankungen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Kehlkopfentzündung, Lungenentzündung und Durchfall. Sehr selten kann es auch zu einer Gehirnentzündung kommen, die bleibende Schäden verursachen kann.

Masern sind vermeidbar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich zum Ziel gesetzt, Masern auszurotten. Obwohl es sich um eine hoch ansteckende Krankheit handelt, ist sie vermeidbar: Eine vollständige Impfung wie sie von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfohlen wird, bietet einen wirkungsvollen lebenslangen Schutz. Immun gegen Masern sind auch Personen, die eine Masernerkrankung sicher durchgemacht haben. Das Referat für Gesundheit und Umwelt empfiehlt, den Impfschutz von Kindern und Erwachsenen in der Hausarztpraxis überprüfen zu lassen. Die Impfempfehlung ist inzwischen auch auf alle jungen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, ausgeweitet worden. Wer Symptome, die auf Masern hinweisen, an sich oder seinem Kind bemerkt, sollte nach telefonischer Vorabinformation sofort einen Hausarzt oder eine Hausärztin aufsuchen.

Meldepflicht bei Masern

Masern sind nach dem Infektionsschutzgesetz seit 2001 meldepflichtig. Schon der Verdacht auf Masern muss der zuständigen Gesundheitsbehörde, in München dem Referat für Gesundheit und Umwelt, gemeldet werden (Sachgebiet Infektionsschutz im Referat für Gesundheit und Umwelt, Telefon 089/233 – 47809). Auch Todesfälle müssen mitgeteilt werden. Dies gilt für Arztpraxen, Gemeinschaftseinrichtungen und Einzelpersonen. Die Labormeldepflicht besteht sowohl für den direkten Erregernachweis als auch für den Antikörpernachweis, soweit er auf eine akute Infektion hinweist. Das Referat für Gesundheit und Umwelt versucht dann, mögliche Kontaktpersonen des Indexfalles zu ermitteln, um eine weitere Ausbreitung von Masern zu unterbinden.

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