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Vogelgrippe


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Vogelgrippe - noch gibt es keinen entsprechenden Impfstoff.
© Andrey Stratilatov - Fotolia.com

Aviäre Influenza

Die Vogelgrippe – auch als aviäre Influenza bezeichnet – wird durch Influenzaviren verursacht, die besonders den Verdauungstrakt von Geflügel und Wildvögeln befallen. Es handelt sich also um eine Tierseuche.

Vor allem unter den Subtypen H5 und H7 können für Vögel hochpathogene Viren zirkulieren. Die klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der aviären Influenza, die durch Influenzaviren der o.g. genannten Subtypen verursacht wird. So zirkuliert seit November 2016 eine bestätigte hochpathogene aviäre Influenza vom Subtyp A(H5N8) bei Wildvögeln, aber auch in einzelnen Geflügelbeständen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Bei Hausgeflügel verläuft eine Infektion mit den hochpathogenen Viren A(H5N1) und A(H5N8) fast immer tödlich.

Infektionen des Menschen mit aviären Subtypen waren bisher seltene Ereignisse. Infektionen und Todesfälle beim Menschen sind vor allem mit den Subtypen A(H5N1) und A(H7N9) assoziiert. Infektionen des Menschen mit dem Influenza A(H5N8)-Virus, das auch 2014 schon zirkulierte, wurden weltweit bislang nicht nachgewiesen.

Der bekannteste Subtyp A(H5N1) hatte 2005/2006 regelmäßig menschliche Fälle verursacht, spezielle Überwachungsmaßnahmen auch beim Menschen ausgelöst und die Bevölkerung hinsichtlich Vogelgrippe und Influenzapandemie sensibilisiert.

Über das Auftreten des Influenzavirus A(H7N9) im Osten Chinas hatte die WHO im April 2013 erstmals berichtet. Die Besonderheit beim Subtyp A(H7N9) besteht darin, dass es sich erstmals um ein für Vögel niedrigpathogenes Virus handelt, das bei einer Infektion des Menschen tödlich verlaufen kann.
Die Übertragung vom Tier auf den Menschen kam bisher fast ausschließlich bei engem Kontakt zu infizierten Tieren vor. Die Vögel scheiden das Virus mit dem Kot aus. Es kann in der Umwelt vor allem bei niedrigen Temperaturen bis zu 35 Tage überleben. Es gibt keinen Hinweis auf eine nachhaltige Mensch-zu-Mensch-Übertragung der Subtypen A(H5N1) bzw. A(H7N9).

Management bei Verdachtsfällen auf Vogelgrippe

Ca. 1-5 Tage nach Ansteckung (Inkubation) beginnen erste Symptome mit Fieber >38°C, meist begleitet oder gefolgt von Atemwegsbeschwerden wie Husten oder Atemnot sowie der Verdacht auf ein entzündliches Infiltrat der Lunge. Auch gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und insbesondere Durchfall sind relativ häufig und können den Atemwegssymptomen sogar vorausgehen. Auch wenn der Patient sich neben den spezifischen Beschwerden innerhalb der letzten 7 Tage vor Erkrankungsbeginn in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder direkten Kontakt zu infiziertem Geflügel oder kontaminierten Geflügelausscheidungen (Geflügelmarkt, Verzehr von unvollständig erhitzten Geflügelprodukten, etc.) oder auch Patientenkontakt mit einem bestätigten Fall hatte, kann der Verdacht auf eine aviäre Influenza gestellt werden.

Diese Verdachtsdiagnose sollte unverzüglich labordiagnostisch überprüft werden und dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Hierzu sollte ein direkter Erregernachweis (mittels PCR) aus Nasen- oder Rachenabstrich durchgeführt werden. Das NRZ für Influenza sollte umgehend kontaktiert werden. Ein Verdacht kann z.B. vorliegen bei entsprechender Symptomatik und vorliegender Exposition gemäß spezifischer Falldefinition oder bei labordiagnostischem Nachweis eines Influenza A-Virus, das bei Subtypisierung nicht als saisonales A(H3N2) oder A(H1N1)pdm09-Virus identifizierbar ist. Das NRZ hält die entsprechende weiterführende Diagnostik vor und kann diese durchführen.

Bestätigt sich der Verdacht durch die Laboruntersuchung, muss der Patient bei schwerem Krankheitsbild zur weiteren Behandlung auf eine Infektionsstation eingewiesen werden. Vor der Einweisung werden das Krankenhaus und der Krankentransportdienst von dem Verdachtsfall informiert, um einen angemessenen Infektionsschutz für das Personal zu gewährleisten.

Jeder Labornachweis von Influenzaviren ist dem Gesundheitsamt unverzüglich zu melden – unabhängig davon, ob es sich um die saisonale oder außersaisonale Influenza, die aviäre Influenza oder ungewöhnliche Influenzaviren handelt. Von dort aus werden die Landesbehörde und das Robert-Koch-Institut informiert. Das Gesundheitsamt koordiniert weitere Maßnahmen und berät über notwendige Maßnahmen bei Kontaktpersonen.

 

Meldepflicht für Fälle aviärer Influenza beim Menschen:

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenhäuser müssen

1. den Krankheitsverdacht
2. die Erkrankung sowie
3. den Tod eines Menschen an aviärer Influenza namentlich melden (§6 Abs. 1 Nr.1 IfSG).

Die Meldung des Krankheitsverdachts hat nur zu erfolgen, wenn der Verdacht nach dem Stand der Wissenschaft sowohl durch das klinische Bild als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist. Die Falldefinition des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist zu berücksichtigen.

Weiterhin bleibt der direkte Influenzavirusnachweis (auch im Schnelltest) namentlich meldepflichtig. Diese Arzt-Meldepflicht ergänzt die bereits bestehende Labor-Meldepflicht für den direkten Nachweis von Influenzaviren (§7Abs. 1 Nr. 24 IfSG).

Bitte melden Sie tot aufgefundenen Vögel  an das Städtische Veterinäramt, Telefon 233-36 313.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Gesundheit und Umwelt
Gesundheitsschutz
Infektionsschutz
Meldewesen

Bayerstraße 28a
80335 München

Fax:
089 233-47814
Postanschrift:

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Hinweis für Ärztinnen und Ärzte:

Dringende Fälle am Wochenende, wie z.B. die Meldung von Meningokokken-Meningitis, Diphtherie, Milzbrand, Pest, Ebola- oder Lassavirus-Infektionen, können über die Integrierte Rettungsleitstelle (Tel.: 112) an den diensthabenden Arzt bzw. die diensthabende Ärztin des Gesundheitsamtes weitergeleitet werden.