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Zecken


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Parasiten aus dem Unterholz

Zecken sind weltweit verbreitete blutsaugende Parasiten und Überträger von Krankheiten auf Mensch und Tier. Ist eine Zecke mit Krankheitserregern infiziert, so kann ein an für sich harmloser Zeckenstich zur Gefahr für den Menschen werden. Die bekanntesten durch Zecken übertragbaren Krankheiten sind die von Bakterien ausgelöste Lyme-Borreliose und die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Während zur Behandlung der Lyme-Borreliose Antibiotika zur Verfügung stehen, kann die FSME nur symptomatisch behandelt werden. Hier steht die Prävention, das heißt Impfung, im Vordergrund.

Lebensraum der Zecken

Zecken leben nicht nur in ausgedehnten Waldgebieten. Sie fühlen sich außerdem im hohen Gras, an Büschen, Bachufern und Flussauen sowie in Grünanlagen wohl. So können die Zecken bereits beim Ausführen des Hundes, am Spielplatz, beim Spaziergang durch eine Garten- oder Parkanlage beißen. Insbesondere im Frühsommer bis zum Spätherbst sind Zecken aktiv.

Schutz vor Zeckenbissen

Wenn man sich im Freien bewegt, ist ein Schutz durch entsprechend langärmlige Kleidung und geschlossene Schuhe geboten. Eltern sollten dabei besonders auf ihre Kinder achten: Nachdem die Kinder im Grünen gespielt haben, empfiehlt es sich, sie sorgfältig nach Zecken abzusuchen. Bevorzugte Einstichstellen beim Menschen sind die behaarte Kopfhaut, Ohren, Hals, Arm- und Kniebeugen, die Leistenregion sowie Hände und Füße. Zeckenabweisende Mittel (sogenannte Repellentien) verleihen nur einen vorübergehenden Schutz.

Lyme-Borreliose

Am häufigsten werden von den hier heimischen Zecken Borrelien übertragen. Diese Erreger können neben anderen Krankheitsbildern eine ringförmige Rötung der Haut um die Einstichstelle verursachen. Bei Anzeichen einer Rötung nach zirka einer bis zwei Wochen nach dem Biss sollte sofort eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht, sie kann jedoch mit Antibiotika behandelt werden.

Verbreitung von FSME

Die Zahl der FSME-Erkrankungen ist abhängig von klimatischen Schwankungen. In Jahren mit mäßig kaltem Winter ist die Zecken-Aktivität im Frühsommer und damit die Virusübertragung hoch. Je wärmer die Sommer sind, desto häufiger halten sich die Menschen im Freien auf und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion durch Zeckenstiche.

Im Gegensatz zur weltweit verbreiteten Lyme-Borreliose besteht eine nennenswerte Gefahr einer FSME-Erkrankung durch Zeckenstich nur in den sogenannten Endemiegebieten. 2014 wurden bundesweit 265 FSME-Fälle registriert, 2013 waren es 420, 2012 wurden 195 gemeldet. Die meisten Fälle traten in Regionen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen auf. In den übrigen Regionen - darunter auch die Landeshauptstadt München - werden nur vereinzelt FSME-Erkrankungen registriert.

FSME Verbreitungsgebiete

Das Robert Koch-Institut hat im April 2014 die FSME-Risikogebiete Deutschlands aktualisiert. Insgesamt werden 142 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen: 80 Kreise in Bayern, 43 Kreise in Baden-Württemberg, neun Kreise in Hessen, sieben Kreise in Thüringen und je ein Kreis in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen.

Weitere Endemiegebiete gibt es in vielen Ländern Europas, etwa in Finnland, Schweden, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland, der Schweiz, Slowenien, Österreich und Ungarn. Eine untergeordnete Bedeutung hat FSME in Frankreich, Griechenland und Italien. Indes wurde in Großbritannien, Portugal, Spanien und den Beneluxländern das Virus bislang nicht nachgewiesen.

Verlauf der Infektion bei FSME

FSME-Viren werden mit dem Speichel einer stechenden Zecke, die selbst infiziert ist, übertragen. Warmblütige Wild- und Haustiere beherbergen das Virus, das die Zecke beim Blutsaugen aufnimmt. Bevorzugte Einstichstellen beim Menschen sind die behaarte Kopfhaut, Ohren, Hals, Arm- und Kniebeugen, die Leistenregion sowie Hände und Füße.

Nach einer Inkubationszeit von sieben bis 14 Tagen (Extremwerte: von zwei bis 28 Tagen) bekommen knapp 30 Prozent der Infizierten grippeähnliche, unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber oder Schnupfen. Zumeist klingt die Krankheit dann ab.

Bei ungefähr jedem Zehnten kommt es jedoch nach etwa einer Woche erneut zu Fieber. Der Erreger verursacht Infektionen der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks (Hirnhaut-Entzündung: Meningitis, mit Entzündung der Rückenmarkshäute: Meningitis cerebrospinalis; Entzündung des Gehirns: Enzephalitis). Von den Betroffenen sterben etwa ein Prozent, und jeder Zehnte wird dauerhaft geschädigt. Je älter Betroffene sind, desto schwerer verläuft die Krankheit.

Impfschutz gegen die FSME

Da die FSME-Erkrankung nur symptomatisch behandelt werden kann, kommt der Vorbeugung durch Impfung eine besondere Bedeutung zu. Die FSME-Impfung wird allen empfohlen, die in einem FSME-gefährdeten Gebiet wohnen oder dorthin reisen und sich draußen in der Natur aufhalten. Auch für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung.

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