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Gebäudestandards und Energiekonzepte


Gliederung

Konsequenter Wärmeschutz bei Neubauten hat den Vorteil, dass diese Gebäude auf 30 oder 40 Jahre lang in energetischer Hinsicht optimiert sind. Damit machen sich Hauseigentümer über Jahrzehnte hinweg unabhängiger von den absehbaren Energiepreissteigerungen.

Gebäudesanierung

Das größte Potenzial zur CO2-Vermeidung liegt aber zweifellos im Gebäudebestand. Mit Wärmedämmung von Außenwand, Dach oder Kellerdecke; mit Fenstererneuerung, Austausch von Heizkessel oder Heizungspumpe; hydraulischem Abgleich der Heizungsanlage etc. kann der Heizenergieverbrauch auf die Hälfte oder gar auf Drittel reduziert werden. Am kostengünstigsten ist energetische Sanierung in Verbindung mit ohnehin geplanten Modernisierungsmaßnahmen.

Gesetzliche Grundlagen

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält die Anforderungen für den maximal zulässigen Primärenergiebedarf von Neubauten und greift bei einer Reihe von Sanierungsmaßnahmen im Bestand. Darin enthalten sind Bestimmungen zum Wärmeschutz der Gebäudehülle, zur Heizungstechnik, zu den raumlufttechnischen Anlagen und zum Schutz vor Überhitzung im Sommer; weiterhin Festlegungen zu Rechenverfahren und zum Energieausweis. Die aktuelle EnEV 2014 hat gegenüber der Vorgängerversion eine Verschärfung der Anforderungen (Primärenergiebedarf plus 25%; zulässiger Wärmeverlust der Gebäudehülle plus 20%) im Neubau gebracht, die ab 1.1.2016 greifen; für Bestandsgebäude sind sie im wesentlichen gleich geblieben. Die Verordnung ist im Zusammenhang mit der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden von 2010 zu sehen. Sie fordert ab 2019 einen Niedrigstenergiestandard für Neubauten von Gebäude der öffentlichen Hand; ab 2021 für alle Gebäude. Der verbleibende Energiebedarf dieses nicht näher definierten Niedrigstenergiestandards soll durch erneuerbare Energien abgedeckt werden.

Neben der EnEV ist in Deutschland auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zu beachten. Es fordert bei Neubauten die Abdeckung eines Teils des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Quellen oder aus Kraft-Wäme-Kopplung; ersatzweise eine über die EnEV hinausgehende Wärmedämmung.

Energetische Gebäudestandards

Energetische Gebäudestandards
Für den Passivhausstandard, den z.B. die Stadt Frankfurt und die Stadt Freiburg im eigenen Wirkungsbereich fordert und fördert, gilt ein maximale Heizwärmebedarf von 15 kWh/m² und Jahr Wohnfläche. Niedrigstenergie- und Passivhäuser können auch so konzipiert sein, dass der Energiebedarf durch an Ort und Stelle erzeugte Energie komplett abgedeckt wird oder ein Überschuss verbleibt („Plusenergiehaus“). Bei Bestandsgebäuden ist das Erreichen solch ambitionierter energetischer Standards ungleich schwerer und teurer; die Verwendung von einzelnen Passivhauskomponenten ist aber durchaus üblich.
In München wird die Passivhausbauweise aus dem Förderprogramm Energieeinsparung finanziell bezuschusst; ebenso Niedrigenergiegebäude im öffentlich geförderten Wohnungsbau und Wärmeschutzmaßnahmen an Bestandsgebäuden.

Energiestandards im städtischen Einflussbereich

Sowohl bei Neubau/Sanierung städtischer Gebäude als auch bei den städtischen Wohnungsunternehmen werden die bisherigen Anforderungen des Gesetzgebers (EnEV 2009) deutlich übertroffen. Dies gilt auch auch etwas abgeschwächt beim Verkauf städtischer Grundstücke; für deren Bebauung durch Dritte dann der Ökologische Kriterienkatalog maßgeblich ist. Auch hier werden höhere energetische Standards im Wohn- und Gewerbebau verlangt. Die Aktualisierung und Anpassung dieser Regelungen an die EnEV 2014 ist geplant.

Energienutzungsplan und Energiekonzepte

Auf Ebene des Flächennutzungsplans ist die Erstellung eines „Energienutzungsplans“ vorgesehen, der Auskunft über die Münchner Energieversorgungsstruktur und mögliche Potenziale bei der Nutzung erneuerbarer Energie geben wird. Er wird aus einem Text- und einem Kartenteil (u.a. Solarpotenzialkarte und Wärmebedarfskarte Gebäude) bestehen und dient als Grundlage zur weiteren Planung. Auf Quartiersebene werden in Zuge der Bauleitplanung vermehrt Energie-konzepte für Neubaugebiete auf städtischem Grund erstellt werden. Für die  Neubaugebiete Messestadt West (4. Bauabschnitt) und Freiham Nord hat der Stadtrat bereits vor Jahren Eckdaten in puncto Energieversorgung und energetischem Gebäudestandard festgelegt. Für das Viertel Neuaubing/Westkreuz wird nun erstmalig ein „Energieleitplan“ für ein Bestandsquartier in München erstellt.

Finanzielle Förderung, Beratung, Information

Energieeffizientes Bauen und Sanieren wird von der Landeshauptstadt München im Rahmen des „Förderprogramms Energieeinsparung“ (FES) bezuschusst. Bei der Förderung des Bundes sind vor allem die zinsgünstigen Kredite (mit tilgungsfreien Anlaufjahren) der KfW-Bankengruppe und das von der BAFA ausgereichte Marktanreizprogramm zu nennen.

Brauchen Sie Beratung rund um das Bauen und Sanieren? Dann empfehlen wir Ihnen des breite Beratungsangebot des Bauzentrum München in der Messestadt Riem. Hier finden Sie auch weitere Informationen bezüglich Planung und Bau von energieeffizienten Gebäuden, zur Wahl des Heizsystems, zur Nutzung erneuerbarer Energien etc.