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Klimaneutralität 2035


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    München - Klimaneutral bis 2035

    Im Dezember 2019 hat der Münchner Stadtrat den Klimanotstand für München ausgerufen und gleichzeitig die Stadtverwaltung beauftragt, einen Handlungsplan zu erarbeiten, wie das Ziel der Klimaneutralität der Gesamtstadt bereits in 2035 erreicht werden kann.

    Die Stadtverwaltung ist sich ihrer Verantwortung bewusst und übernimmt eine Vorbildfunktion für die gesamte Stadtgesellschaft. Deshalb hat sich die Landeshauptstadt München selbst zum Ziel gesetzt, eine klimaneutrale Stadtverwaltung bereits bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Wichtige einzuleitende Maßnahmen und Instrumente zu dieser Zielerreichung wurden beschlossen, wie z.B. ein für die Landeshauptstadt München definierter Niedrigstenergiestandard – d.h. insbesondere Passivhausstandard bzw. EH-40 Standard – , die Pflicht zur Nutzung der Solarenergie für alle städtischen Gebäude, mindestens 30 Prozent Begrünung bei stadteigenen Gebäuden in Bestand und Neubau sowie die Einführung einer Klimaschutzprüfung für alle Beschlüsse der Stadtverwaltung.

    Das Integrierte Handlungsprogramm Klimaschutz in München – IHKM – hat bereits seit 2010 eine Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Das IHKM bündelt die zahlreichen Aktivitäten der Stadtverwaltung beim Klimaschutz und baut diese weiter aus. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Energiemanagement bei stadteigenen Gebäuden und der elektrischen Infrastruktur, wobei das Baureferat eine Schlüsselfunktion hat.

    Alle Münchnerinnen und Münchner sind gefordert

    Die neuen gesamtstädtischen Klimaschutzziele können allerdings nur erreicht werden, wenn es gelingt, die gesamte Stadtgesellschaft für dieses Projekt zu gewinnen. Daher wurde die Kampagne München Cool City im September 2018 vom Referat für Gesundheit und Umwelt initiiert. Ziel ist es, alle Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz zu sensibilisieren, zu begeistern und zu motivieren - wie etwa mit der Stromsparprämie. Rund 6.000 daran teilnehmende Haushalte sparen seit September 2018 aktiv Strom, schützen so das Klima und belegen - mit Anmeldeschluss 31.10.2019 - den großen Erfolg dieser Aktion.

    Eine wesentliche Rolle für die Zielerreichung der Klimaneutralität in München spielen auch die klima- und energiepolitischen Maßnahmenpläne der Europäischen Union und des Bundes – nur ca. 40 Prozent der erforderlichen Treibhausgas-Einsparungen können über Maßnahmen aller Akteure in der Stadt München erreicht werden. Um in München vor Ort als Gesamtstadt klimaneutral werden zu können, müssen daher auch die Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene sowie bei der EU geändert werden.

    Rückschau: Fachgutachten beschreibt Pfad zur Klimaneutralität Münchens

    Mit dem Fachgutachten „Klimaschutzziel und -strategie München 2050“ liegt seit 2017 eine umfangreiche und fachlich fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung der städtischen Klimaschutzziele und der Klimaschutzaktivitäten der Stadtverwaltung sowie der gesamten Stadtgesellschaft vor. Es wurde vom Öko-Institut e.V. im Auftrag der Landeshauptstadt München erstellt.

    Neben einer Ist-Analyse des Klimaschutzes in der Stadt München, bei der neben den Aktivitäten der Stadtverwaltung auch andere Akteure der Stadtgesellschaft berücksichtigt wurden, hat das Öko-Institut Vorschläge für neue Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet. In die Erstellung des Gutachtens waren die Stadtverwaltung, die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe sowie weitere städtische Akteure, wie zum Beispiel die IHK für München und Oberbayern, BMW oder die Hochschule München einbezogen. Der Fachgutachter hat die Vorschläge geprüft, aufbereitet und weiterentwickelt.

    Innerhalb des Fachgutachtens werden drei Klimaschutzszenarien beschrieben: Ein Referenzszenario, das den gegenwärtigen Trend bis 2050 verlängert und zwei unterschiedlich ambitionierte Klimaschutzszenarien, die den von der Bundesregierung beschlossenen Zielsektor einer 80- bis 95-prozentigen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bis 2050 abdecken. Aus den Ergebnissen der Szenarienberechnung hat das Öko-Institut schließlich einen konkreten Vorschlag für die Neufassung der Klimaschutzziele der Landeshauptstadt München für 2030 und 2050 abgeleitet.

    Vor dem Hintergrund des Stadtratsbeschlusses vom 18. Dezember 2019 ist die Stadtverwaltung nun aufgefordert, einen Handlungsplan für die Erreichung der Klimaneutralität bereits im Jahr 2035 vorzulegen. Dies bedeutet auch, dass die Annahmen und Szenarienberechnungen aus dem Fachgutachten des Öko-Instituts e.V. nochmals unter Berücksichtigung der neuen Stadtratsvorgaben geprüft werden müssen.