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Klimapartnerschaft: Regenwaldschutz


Amazonischer Regenwald  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Zdenko Somorovsky - Fotolia.com

Die Wälder des Amazonas

Der Erhalt des Regenwaldes ist von großer ökologischer und humanitärer Bedeutung. Seine fortschreitende Abholzung sorgt nicht nur für eine steigende Erderwärmung, sondern entzieht auch den dort lebenden Indigenen ihre Lebensgrundlage. Mit dem Volk der Asháninka in Peru pflegt die Landeshauptstadt München deshalb eine intensive Partnerschaft, um den lokalen Umweltschutz voranzutreiben und die Menschen bei der Durchsetzung ihrer Rechte zu unterstützen.

Der amazonische Regenwald erstreckt sich mit seinen 6,7 Mio. km2 über neun Staaten des südamerikanischen Kontinents. Seine Pflanzenmasse absorbiert nicht nur aktuell freigesetztes Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre, sondern stellt auch einen gigantischen Kohlenstoffspeicher der letzten Jahrtausende dar. Zudem haben wir es mit einer riesigen Klimaanlage zu tun: Durch die hohe Verdunstung entstehen feuchte Luftmassen, die den Wasserhaushalt in der Region zu 75 Prozent sichern und gleichzeitig einen kühlenden Einfluss auf das Weltklima ausüben. Nicht zuletzt weist der größte Regenwald der Erde eine beeindruckende, zum Teil noch unentdeckte Artenvielfalt auf und bietet Lebensraum für ca. 320 indigene Naturvölker.

 

Frau stellt Schmuck aus Regenwaldmaterialien her  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Nord Süd Forum München e.V.

Das Volk der Asháninka

Die Asháninka sind mit rund 80.000 Menschen das größte indigene Volk im peruanischen Regenwald. "Asháninka" bedeutet "Geschwister, Menschen mit gleicher Sprache". Die kleinen Siedlungen befinden sich meist in der Nähe eines Flusses. Wichtigste Organisationseinheit ist die Dorfgemeinschaft, die von Selbstversorgung geprägt ist. Die Familien ernähren sich hauptsächlich vom Fischfang, von Tieren und Pflanzen aus dem Wald sowie von Maniok, Bananen und Heilkräutern, die sie in ihren kleinen Gärten anbauen. Das Einkommen aus der Landwirtschaft (Kaffee und Kakao) ist eher gering. Eine Kooperative von Asháninka-Frauen finanziert den Familienunterhalt über den Verkauf von Schmuck aus Regenwaldmaterialien. Dieser Schmuck wird auch in München verkauft. Ein sehr großes Problem ist die Verteidigung von Landrechten. Wo offizielle Landtitel fehlen, sind die Asháninka zunehmend der Willkür wirtschaftlicher Interessen ausgeliefert.

Waldstämme werden abtransportiert  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Sylvia Baringer

Die fatalen Folgen der Regenwaldzerstörung

Tag für Tag schwinden viele Hektar Regenwald. Hauptzerstörungsursachen sind:

  • die massive Rodung durch Tropenholzfirmen
  • die Landgewinnung für Palmölplantagen
  • der Rohstoffabbau, der nicht nur Wälder zerstört, sondern auch Flüsse vergiftet
  • große Infrastrukturprojekte wie der Bau von Wasserkraftwerken am Amazonas.

Die Folgen der Abholzung sind verheerend: Es entweicht organischer Kohlenstoff, der sich mit Sauerstoff zum Treibhausgas CO2 verbindet. Wir wir wissen, trägt seine zunehmende Anreicherung in der Atmosphäre maßgeblich zur globalen Klimaerwärmung bei. Weniger Bäume transpirieren aber auch weniger. Verdunstung und Niederschläge nehmen ab und lassen sowohl den lokalen als auch den weltumspannenden Wasserkreislauf aus den Fugen geraten. Ein drastischer Klimawandel ist die Folge. Darüber hinaus verletzt rücksichtslose Profitgier auch Menschenrechte: Die indigene Bevölkerung wird nicht nur bei der Festlegung von Waldnutzungen übergangen, sondern zunehmend ihrer Kultur und Lebensgrundlage beraubt. Die Landeshauptstadt München unterstützt deshalb das Volk der Asháninka sowohl auf politischer Ebene, als auch bei der Realisierung konkreter Bildungs- und Umweltprojekte.

Die Klimapartnerschaft

Bereits 1991 hat sich die Landeshauptstadt München dem Netzwerk "Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V." angeschlossen. Ziel der mehr als 1.600 Mitgliedskommunen aus 24 europäischen Städten ist es, das Weltklima durch folgende Maßnahmen zu schützen:

  • Reduktion der CO2-Emissionen um zehn Prozent alle fünf Jahre
  • Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen bis spätestens 2013 (Basisjahr 1990)
  • Schutz der tropischen Regenwälder durch Verzicht auf Tropenholznutzung
  • Unterstützung von Projekten und Initiativen der indigenen Partnerinnen und Partner

Im Rahmen dieses Klimabündnisses ist München 1997 eine Projektpartnerschaft mit dem peruanischen Volk der Asháninka eingegangen. Sie beruht auf folgenden drei Säulen:

  • Bildungs- und Informationsarbeit, um die Menschen in München für die globale Bedeutung des Regenwaldes zu sensibilisieren.
  • Unterstützung konkreter Projekte im peruanischen Regenwald nach Schwerpunkten, die die Asháninka setzen.
  • Politische Unterstützung zum Schutz des Regenwaldes und seiner Bewohnerinnen und Bewohner.

Buen Vivir Konferenz am 26. und 27.7.2017 in München

Alte Kongresshalle am Bavariapark (Theresienhöhe)

Was macht ein gutes bzw. ein gelungenes Leben aus?

Diese zentrale Frage stellen wir uns in der Hektik des Alltags wahrscheinlich viel zu selten und oft nur individuell, nach dem Motto „Was für einen gut ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden!“ Aber ist das wirklich so? Wie so oft lohnt ein Blick über den eigenen Tellerrand!

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