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Tiefengeothermie


Geothermie - Anlage Messestadt Riem  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© © Michael Nagy - Landeshauptstadt München

Nutzung tiefer Erdschichten zur Wärme- und Stromerzeugung

Im Gegensatz zur oberflächennahen Geothermie spricht man von „Tiefengeothermie“, wenn die Erdwärme aus deutlich tieferen Erdschichten mit wesentlich höheren Temperaturen zur Wärme- und Stromerzeugung nutzbar gemacht wird.

Bei ausreichend hoher Temperatur (> 100°C) kann neben Wärme auch Strom erzeugt werden. Bei der in Deutschland vor allem genutzten hydrothermalen Geothermie wird heißes Thermalwasser tief liegenden wasserführenden Schichten – sogenannte Aquifere – über Förderbohrungen an die Oberfläche gebracht und die enthaltene Wärmeenergie ausgekoppelt. Das abgekühlte Thermalwasser wird anschließend wieder in den Untergrund gepumpt (injiziert). In Deutschland gibt es im Wesentlichen drei Regionen, die für diese Form der Tiefen Geothermie geeignet sind: das Norddeutsche Becken, der Oberrheingraben und das bayerische Molassebecken.

Aufgrund der günstigen Bedingungen kann die Tiefengeothermie auch in München und der umgebenden Region genutzt werden. Die Stadtwerke München haben bereits zwei Projekte zur Nutzung der Tiefen-Geothermie umgesetzt: die Geothermie-Anlage in der Messestadt Riem und das Geothermie-Heizkraftwerk Sauerlach südlich von München. Die Geothermie-Anlage in der Messestadt Riem ist seit 2004 in Betrieb: 93°C heißes Thermalwasser aus 3.000 Meter Tiefe versorgt nach Angaben der SWM 88 Prozent des Wärmebedarfs der Messestadt. Wesentlich tiefer, nämlich 5.567 Meter, musste für das Geothermie-Heizkraftwerk Sauerlach gebohrt werden. Durch die höhere Temperatur des geförderten Thermalwassers kann über einen zweistufigen Prozess die Erdwärme auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Das Geothermie-Heizkraftwerk Sauerlach ist seit Anfang 2014 in Betrieb. 2014/2015 sollen die Geothermie-Bohrungen für das dritte Projekt der Stadtwerke München im neuen Stadtteil Freiham im Münchner Westen durchgeführt werden. Diese Anlage soll dann die Grundlast des Wärmebedarfs von Freiham decken.