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Elektromagnetische Felder und Gesundheit


Handy und Laptop  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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Auswirkungen auf Mensch und Natur werden zunehmend kontrovers diskutiert

Das noch unzureichende Wissen über die möglichen gesundheitlichen Gefahren elektromagnetischer Felder (EMF) führt bei einigen Bürgerinnen und Bürgern zu Unsicherheit und Besorgnis. Wissenschaft, Politik und Industrie treiben die Forschung voran. Bis klare Erkenntnisse vorliegen, sollten alle unnötigen Belastungen vermieden werden.

Thermische Wirkung

Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen sind gesundheitliche Auswirkungen im Frequenzbereich der Mobilfunktechnik nur dann zu erwarten, wenn die vom Körper aufgenommene Energie so groß ist, dass die entstehende Erwärmung nicht mehr reguliert werden kann. Besonders empfindlich sind Augen und Innenohren, da diese Organe wenig durchblutet sind und die zusätzliche Wärme schlecht abgeführt wird. Werden die gesetzlich festgeschriebenen Grenzwerte eingehalten, erreicht die zusätzliche Erwärmung des Körpers oder einzelner Körperbereiche nicht mehr als ein Grad. Eine thermische Schädigung gilt damit als ausgeschlossen.

Athermische Wirkung

Neben diesen wissenschaftlich nachgewiesenen und allgemein anerkannten thermischen Wirkungen werden die athermischen Effekte kontrovers diskutiert. Betroffene schildern beispielsweise Befindlichkeitsstörungen wie Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen oder Ohrgeräusche (-> Elektrosensibilität). Experten gehen davon aus, dass nach heutigem Wissensstand die geltenden Grenzwerte ausreichend vor Gesundheitsgefahren schützen. Andere Wissenschaftler plädieren für weitergehende Vorsorgemaßnahmen, um bislang unbewiesenen, aber möglicherweise doch vorhandenen Risiken vorzubeugen.

Elektrosensibilität

Der Begriff der Elektrosensibilität geht von der Möglichkeit aus, dass manche Menschen auf schwache elektromagnetische Felder reagieren. Die Betroffenen geben an, Felder zu spüren oder dafür sensibel zu sein. Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit werden auf diesen "Elektrosmog" beziehungsweise "Elektrostress" zurückgeführt.

Die Elektrosensibilität ist sehr umstritten und auch schwierig zu erforschen. Die geschilderten Symptome wie Beklemmungen, Erschöpfung, Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Kältegefühl und andere sind überwiegend dem Bereich der Befindlichkeitsstörungen zuzuordnen. Sie können durch unterschiedliche äußere und innere Ursachen hervorgerufen werden.

In der Vergangenheit wurden überwiegend niederfrequente Felder wie Trafostationen, Hochspannungsleitungen und Haushaltsgeräte als Ursache von Elektrosmog in Betracht gezogen. Heute erstreckt sich die Besorgnis zunehmend auch auf Computer, Mikrowellengeräte und auf die Mobilfunk-Basisstationen.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Um die verbleibenden Unsicherheiten der Mobilfunkrisiken auszuräumen, wird noch weitere wissenschaftliche Forschung benötigt. Dazu wurde unter anderem das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) von der Politik ins Leben gerufen. Unabhängig von staatlichen oder wirtschaftlichen Interessen werden die laufenden Studien ausgewertet, der resultierende Forschungsbedarf festgestellt und die Standards für künftige weitere Untersuchungen entwickelt.

Vorsorge - Tipps zum Umgang

Um bislang unbewiesenen, aber möglicherweise doch vorhandenen Risiken vorzubeugen, sollte die Strahlung von elektromagnetischen Feldern möglichst gering gehalten werden.
Wussten Sie, dass...

  • bei einer SMS die Strahlenbelastung geringer ist als beim Telefonieren, weil das Versenden nur Millisekunden dauert und kopffern geschieht?
  • Handys mobile Sendestationen sind, die körpernah eingesetzt werden? Die Energiemenge, die in fünfzig Meter Entfernung von einer Basisstation über vierundzwanzig Stunden hinweg einwirkt, entspricht der Energiemenge eines fünfminütigen Handytelefonates.
  • Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer noch nicht ausgereiften Organe und Stoffwechselfunktionen meist empfindlicher auf verschiedene Umwelteinflüsse reagieren als Erwachsene?
  • auch das schnurlose Telefon (DECT) zu Hause mit hochfrequenten, elektro-magnetischen Feldern arbeitet? Da keine großen Entfernung zu überbrücken sind, benötigt es dabei eine relativ geringe Sendeleistung.

Was Sie tun können

  • Möglichst wenig mit dem Handy telefonieren, besonders Kinder und Jugendliche.
  • Mit dem Handy nur kurze Telefonate führen.
  • Nach Möglichkeit einen Festnetzanschluss nutzen.
  • Besonders in geschlossenen Räumen auf einen guten Empfang achten. (Balkenanzeige im Display)
  • Bei schlechtem Empfang möglichst nicht telefonieren.
  • Das Handy erst nach abgeschlossenem Verbindungsaufbau ans Ohr führen.
  • Bei Handys die eingebaute Antenne nicht mit der Hand verdecken.
  • Eine SMS verschicken statt telefonieren.
  • In Fahrzeugen Freisprechanlagen mit Außenantennen verwenden.
  • Headsets ohne integrierte Antenne verwenden.
  • Nur strahlungsarme Handys kaufen.