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Stickstoffdioxidmessungen


Vorläufige Zwischenergebnisse der ergänzenden Stickstoffdioxidmessungen

Im Auftrag der Landeshauptstadt München werden seit 1.1.2018 an 20 repräsentativen Standorten ergänzende Messungen durchgeführt, um ein klareres Bild von der Stickstoffdioxidbelastung in München zu erhalten.

Um ein klareres Bild über die Schadstoffbelastung zu bekommen und die Wirksamkeit künftiger Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität einschätzen zu können, hat die Landeshauptstadt München zusätzliche Messungen an 20 Standorten für Stickstoffdioxid beauftragt.

In der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) sind für verschiedene Luftschadstoffe Grenzwerte festgelegt. Zwei Luftschadstoff-Grenzwerte stehen derzeit in der öffentlichen Diskussion: der für Feinstaub und der für Stickstoffdioxid.

Für die Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte ist grundsätzlich das Bayerische Landesamt für Umwelt zuständig. Dazu betreibt es das Lufthygienische Landesüberwachungssystem Bayern (LÜB). Die aktuellen Messwerte finden Sie hier.

Feinstaub

Für Feinstaub (PM10) wurden zwei Grenzwerte festgelegt. Ein Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und ergänzend dazu ein Grenzwert für den Tagesmittelwert (50 µg/m³), der im Kalenderjahr insgesamt 35 mal überschritten werden darf. Für Feinstaub (PM2,5) wurde nur ein Grenzwert festgelegt, der im Jahresmittelwert bei 25 µg/m³ liegt.

Diese Feinstaubgrenzwerte werden in München seit 2012 eingehalten.

Stickstoffdioxid (NO2)

Bei Stickstoffdioxid gibt es ebenfalls zwei Grenzwerte. Einen Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und einen 1-Stundenmittelwert, der bei 200 µg/m³ liegt und 18 mal innerhalb eines Jahres überschritten werden darf.

In München wird der Grenzwert für den Stundenmittelwert für Stickstoffdioxid seit 2016 eingehalten, jedoch wird der Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ an der LÜB-Station am Stachus und der Landshuter Allee zum Teil deutlich überschritten.

Überschreitungen des NO2-Grenzwertes für das Jahresmittel treten nicht nur an den LÜB-Stationen auf, sondern sind allgemein an Hauptverkehrsstraßen mit hoher Verkehrsbelastung und Randbebauung festzustellen. So wird nach einer vom Bayerischen Landesamt für Umwelt beauftragten Modellrechnung in München an 24 Prozent des Hauptverkehrsstraßennetzes der Jahresgrenzwert überschritten. Die Regierung von Oberbayern veröffentlichte dazu ein Straßenverzeichnis, eine Übersichtskarte und eine Dokumentation.

Überblick über die städtischen Stickstoffdioxid-Messstellen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Übersicht der städtischen Stickstoffdioxid-Messstellen
© Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

Ergänzende Stickstoffdioxidmessungen

Ergänzend zu den fünf LÜB-Stationen des Landesamtes für Umwelt hat das Referat für Gesundheit und Umwelt in München zusätzliche Messungen zum Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid an 20 repräsentativen Standorten ab 1.1.2018 beauftragt.

Ziel dieser Messungen ist es, zum einen ergänzend zum vom Landesamt für Umwelt beauftragten Berechnungsmodell für das Hauptverkehrsstraßennetz in München ein genaueres Bild von der tatsächlichen Belastung mit Stickstoffdioxid zu bekommen. Zum anderen soll die weitere Entwicklung beobachtet und die Wirksamkeit von neuen Maßnahmen zur Luftreinhaltung gemessen werden.

Messergebnisse Stickstoffdioxid  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Messergebnisse Stickstoffdioxid (NO2)
© Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

Vorläufige Messergebnisse

Die Messungen werden seit dem 1.1.2018 für den Zeitraum eines Jahres im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt von einem externen Ingenieurbüro durchgeführt.

In der Tabelle werden Zwischenergebnisse dieser Messungen aufgeführt.

Die Ergebnisse von Stickstoffdioxid-Messungen unterliegen jahreszeitlich bedingten Schwankungen. Die Tabelle bildet Quartalsmittelwerte ab. Der gesetzliche Grenzwert der 39. BImSchV bezieht sich aber auf den Jahresmittelwert. Lufthygienische Bewertungen sind somit erst Anfang 2019 möglich.

Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die Ergebnisse der oben angeführten Modellberechnung des Landesamtes für Umwelt auf das Jahr 2015 beziehen, die nun erhobenen Messergebnisse auf das Jahr 2018.

Messwerte Rosenheimer Straße  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Messergebnisse Rosenheimer Straße

Messungen an der Rosenheimer Straße im Jahr 2018

Im Rahmen des Verkehrsversuches Tempo 30 in der Rosenheimer Straße wird unweit des Rosenheimer Platzes eine weitere Messung für die Erfassung der Stickstoffdioxid-Konzentration durchgeführt. Diese Messung erfolgt seit Januar 2018 im Auftrag der Stadt München und ist auf ein Jahr beschränkt. An dieser Messstelle wird auch die Feinstaubbelastung erfasst.

Die Ergebnisse der zusätzlichen Messstation in der Rosenheimer Straße (Stickstoffdioxid; Feinstaub) sind aus der Tabelle ersichtlich. Diese Messergebnisse aus den ersten drei Quartalen 2018 können nicht mit den auf Jahreswerte bezogenen Grenzwerten der 39. BImSchV in Beziehung gesetzt werden. Auch für die Rosenheimer Straße können damit lufthygienische Bewertungen erst Anfang 2019 erfolgen.

Es existieren keine Messergebnisse vor Beginn des Verkehrsversuchs Tempo 30 in der Rosenheimer Straße. Somit können die laufenden Messungen nur mit früheren Berechnungen verglichen werden: Für NO2 ergibt sich aus einer von der Regierung von Oberbayern mit Bezugsjahr 2015 veröffentlichten Übersichtskarte ein Jahresmittelwert von 40 bis 50 µg/m³. Bei Feinstaub (PM10) ergaben die Berechnungen für das Bezugsjahr 2010 für den entsprechenden Abschnitt der Rosenheimer Straße einen Jahresmittelwert zwischen 27,1 und 28,5 µg/m³ (Anlage 2 zur 5. Fortschreibung des Luftreinhalteplans München). Die Ergebnisse der Modell­berechnung beziehen sich auf das Jahr 2015 (NO2) beziehungsweise 2010 (PM10), die nun erhobenen Messergebnisse auf das Jahr 2018.