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Stickstoffdioxidmessungen


    Luftmessungen in München

    In der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) sind für verschiedene Luftschadstoffe Grenzwerte festgelegt. Zwei Luftschadstoff-Grenzwerte stehen derzeit in der öffentlichen Diskussion: der für Feinstaub und der für
    Stickstoffdioxid.

    Für die Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte ist grundsätzlich das Bayerische Landesamt für Umwelt zuständig. Dazu betreibt es das Lufthygienische Landesüberwachungssystem Bayern (LÜB). Die aktuellen Messwerte finden Sie hier.

    Feinstaub

    Für Feinstaub (PM10) wurden zwei Grenzwerte festgelegt. Ein Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und ergänzend dazu ein Grenzwert für den Tagesmittelwert (50 µg/m³), der im Kalenderjahr insgesamt 35 mal überschritten werden darf. Für Feinstaub (PM2,5) wurde nur ein Grenzwert festgelegt, der im Jahresmittelwert bei 25 µg/m³ liegt.

    Diese Feinstaubgrenzwerte werden in München seit 2012 eingehalten.

    Stickstoffdioxid (NO2)

    Bei Stickstoffdioxid gibt es ebenfalls zwei Grenzwerte. Einen Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und einen 1-Stundenmittelwert, der bei 200 µg/m³ liegt und 18 mal innerhalb eines Jahres überschritten werden darf.

    In München wird der Grenzwert für den Stundenmittelwert für Stickstoffdioxid seit 2016 eingehalten, jedoch wird der Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ an der LÜB-Station am Stachus und der Landshuter Allee zum Teil deutlich überschritten.

    Überschreitungen des NO2-Grenzwertes für das Jahresmittel treten nicht nur an den LÜB-Stationen auf, sondern sind allgemein an Hauptverkehrsstraßen mit hoher Verkehrsbelastung und Randbebauung festzustellen. So wurde nach einer vom Bayerischen Landesamt für Umwelt beauftragten Modellrechnung in München für das Analysejahr 2015 an 24 Prozent des Hauptverkehrsstraßennetzes eine Überschreitung des Jahresgrenzwertes berechnet.

    Überblick über die städtischen Stickstoffdioxid-Messstellen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Übersicht der städtischen Stickstoffdioxid-Messstellen
    © Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

    Ergänzende Stickstoffdioxidmessungen

    Ergänzend zu den fünf LÜB-Stationen des Landesamtes für Umwelt hat das Referat für Gesundheit und Umwelt in München zusätzliche Messungen zum Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid an 20 Standorten ab 01.01.2018 beauftragt und seit 01.01.2019 in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst an 40 Standorten.

    Ziel dieser Messungen ist es, zum einen ergänzend zum vom Landesamt für Umwelt beauftragten Berechnungsmodell für das Hauptverkehrsstraßennetz für das Analysejahr 2015 in München ein genaueres Bild von der tatsächlichen Belastung mit Stickstoffdioxid zu bekommen. Zum anderen soll die weitere Entwicklung beobachtet und die Wirksamkeit von neuen Maßnahmen zur Luftreinhaltung gemessen werden.

    Münchens Luft 2018 deutlich besser

    Jahresmittelwerte der städtischen NO2-Messstationen bestätigen deutlich rückläufige Tendenz

    München, 30.01.2019: Die Jahresmittelwerte der 20 von der Landeshauptstadt München beauftragten NO2-Messstellen zeigen für 2018 eine deutlich rückläufige Entwicklung der NO2-Belastung in München. An 16 von 20 Standorten wird der gesetzliche Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 eingehalten. Erwartungsgemäß liegen die Werte an den Messstellen in Wohngebieten deutlich unter dem Jahresgrenzwert auf dem Niveau der städtischen Hintergrundbelastung in Höhe von rund 20 µg/m3. An den beiden Messstellen an stark verkehrsbelasteten Straßenabschnitten des Mittleren Rings liegen die Werte hingegen bei 58 bzw. 57 µg/m3. Die einzelnen Werte der 20 Messstationen können hier abgerufen werden.

    Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Dank unserer eigenen Messungen haben wir jetzt endlich belastbare Fakten. Die freiwillige Einrichtung der die 5 LÜB-Stationen des Freistaats ergänzenden Messstationen hat sich bewährt. Die Luft in München ist deutlich besser als vielfach angenommen und vom Freistaat 2017 berechnet wurde. Darüber bin ich sehr froh.

    Umweltreferentin berufsmäßige Stadträtin Stephanie Jacobs: „Die positive Tendenz unserer quartalsweise veröffentlichten Zwischenwerte hat sich nun für das gesamte Jahr 2018 bestätigt. Die Münchnerinnen und Münchner können in den Wohngebieten, wo sie sich dauerhaft aufhalten, unbesorgt sein, dort ist die Luft gut. Und auch an vielen Straßenabschnitten kann 2018 der gesetzliche Jahresgrenzwert für NO2 eingehalten werden. Allerdings sind die Werte an den stark verkehrsreichen Straßenabschnitten - insbesondere am Mittleren Ring - noch zu hoch. Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, unseren im Juli 2018 beschlossenen Masterplan zur Luftreinhaltung konsequent weiter umzusetzen.

    Da die NO2-Belastung im Wesentlichen aus dem Diesel-Verkehr hervorgeht, ist es Ziel der 127 Maßnahmen des Masterplans zur Luftreinhaltung, die Attraktivität der umweltfreundlichen Verkehrsarten wie U-Bahn, Tram und Bus sowie des Radverkehrs in München deutlich zu steigern. Gleichzeitig wird die Verkehrswende hin zu vor Ort emissionsfreien Elektromobilität intensiv forciert. Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran und stellt unter anderem ihre Fahrzeugflotte auf E-Antriebe um und baut die öffentliche Ladeinfrastruktur mit bis zu 1.100 Ladepunkten bis Ende 2019 deutlich aus. Auch wird ab 2020 die erste Buslinie mit E-Fahrzeugen im Regelbetrieb sein.

    Die Messergebnisse für 2018 zeigen zudem, dass an vielen Stellen der Wert von 50 µg/m3 in München unterschritten ist. Die Bundesregierung erachtet Fahrverbote für Bereiche unterhalb des Schwellenwerts von 50 µg/m3 für unverhältnismäßig und arbeitet in diesem Sinne an einer Novellierung des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Über die Notwendigkeit von Fahrverboten zur Einhaltung der gesetzlichen Luftgrenzwerte entscheidet nicht die Landeshauptstadt selbst, sondern der für die Luftreinhaltung zuständige Freistaat Bayern bzw. die mit der Aufstellung und Fortschreibung des Luftreinhalteplans für das Stadtgebiet München beauftragte Regierung von Oberbayern.

    Ob die insgesamt flächendeckend rückläufige Tendenz der NO2-Werte auf einzelnen Hauptachsen des Münchner Straßennetzes strecken- oder flächenbezogene Fahrverbote rechtfertigen, wird die für diese Frage zuständige Regierung von Oberbayern gut abwägen müssen.“, so Oberbürgermeister Dieter Reiter.

    In Kooperation mit dem DWD haben wir unser NO2-Messnetz seit Anfang 2019 verdoppelt. Damit bekommen wir noch mehr Transparenz und Klarheit über die tatsächliche Entwicklung der NO2-Werte in unserer Stadt. Mit der kontinuierlichen Messung der NO2-Werte lässt sich beurteilen, wie stark die vielen ergriffenen Maßnahmen unseres Masterplans und des Luftreinhalteplans des Freistaats sowie die Software-Updates und Hardwarenachrüstungen der Automobilindustrie und die kontinuierliche Flottenerneuerung ihre Wirkung entfalten“, so Umweltreferentin berufsmäßige Stadträtin Stephanie Jacobs.

    Auch an den 5 LÜB-Messstationen des Landesamt für Umwelt (LfU) sind die NO2-Werte 2018 rückläufig. So fiel nach vorläufigen Angaben des LfU der NO2-Jahreswert an der Landshuter Allee von 78 µg/m3 in 2017 auf 66 µg/m3 in 2018, am Stachus von 53 auf 48 µg/m3, an der Lothstraße von 32 auf 27 µg/m3 in Allach von 25 auf 24 µg/m3 und in Johanneskirchen von 21 auf 20 µg/m3. Auch der gesetzliche 1-Stundengrenzwert für NO2 (200 µg/m3) wurde 2018 eingehalten.

    Die seit 2012 in München eingehaltenen gesetzlichen Grenzwerte für Feinstaub (PM10) wurden 2018 ebenfalls eingehalten. An der Landshuter Allee lag der Jahresmittelwert bei 25 µg/m3 (gesetzlicher Grenzwert 40 µg/m3); der Tagesmittelwert von 50 µg/m3 wurde bei 35 erlaubten Überschreitungen im Jahr 2018 16 mal überschritten.

    Messergebnisse Stickstoffdioxid 2018  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Messergebnisse Stickstoffdioxid (NO2) 2018
    © Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

    Messergebnisse 2018

    Die Messungen werden seit dem 01.01.2018 für den Zeitraum eines Jahres im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt von einem externen Ingenieurbüro durchgeführt.

    In der Tabelle werden die Ergebnisse dieser Messungen für 2018 aufgeführt.

    Die Ergebnisse von Stickstoffdioxid-Messungen unterliegen jahreszeitlich bedingten Schwankungen. Die Tabelle bildet Quartalsmittelwerte ab. Der gesetzliche Grenzwert der 39. BImSchV bezieht sich aber auf den Jahresmittelwert.

    Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die Ergebnisse der oben angeführten Modellberechnung des Landesamtes für Umwelt auf das Jahr 2015 beziehen, die nun erhobenen Messergebnisse auf das Jahr 2018.

    Messwerte Rosenheimer Straße  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Messergebnisse Rosenheimer Straße

    Messungen an der Rosenheimer Straße im Jahr 2018

    Im Rahmen des Verkehrsversuches Tempo 30 in der Rosenheimer Straße wird unweit des Rosenheimer Platzes eine weitere Messung für die Erfassung der Stickstoffdioxid-Konzentration durchgeführt. Diese Messung erfolgt seit Januar 2018 im Auftrag der Stadt München und ist auf ein Jahr beschränkt. An dieser Messstelle wird auch die Feinstaubbelastung erfasst.

    Die Ergebnisse der zusätzlichen Messstation in der Rosenheimer Straße (Stickstoffdioxid; Feinstaub) sind aus der Tabelle ersichtlich. Diese Messergebnisse aus den ersten drei Quartalen 2018 können nicht mit den auf Jahreswerte bezogenen Grenzwerten der 39. BImSchV in Beziehung gesetzt werden. Auch für die Rosenheimer Straße können damit lufthygienische Bewertungen erst Anfang 2019 erfolgen.

    Es existieren keine Messergebnisse vor Beginn des Verkehrsversuchs Tempo 30 in der Rosenheimer Straße. Somit können die laufenden Messungen nur mit früheren Berechnungen verglichen werden: Für NO2 ergibt sich aus einer von der Regierung von Oberbayern mit Bezugsjahr 2015 veröffentlichten einen Jahresmittelwert von 40 bis 50 µg/m³. Bei Feinstaub (PM10) ergaben die Berechnungen für das Bezugsjahr 2010 für den entsprechenden Abschnitt der Rosenheimer Straße einen Jahresmittelwert zwischen 27,1 und 28,5 µg/m³ (Anlage 2 zur 5. Fortschreibung des Luftreinhalteplans München). Die Ergebnisse der Modell­berechnung beziehen sich auf das Jahr 2015 (NO2) beziehungsweise 2010 (PM10), die nun erhobenen Messergebnisse auf das Jahr 2018.