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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Immissionsmessungen


    Luftmessungen in München

    In der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) sind für verschiedene Luftschadstoffe Grenzwerte festgelegt. Zwei Luftschadstoff-Grenzwerte stehen derzeit in der öffentlichen Diskussion: der für Feinstaub und der für Stickstoffdioxid.

    Für die Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte ist grundsätzlich das Bayerische Landesamt für Umwelt zuständig. Dazu betreibt es das Lufthygienische Landesüberwachungssystem Bayern (LÜB). Die aktuellen Messwerte finden Sie hier.

    Feinstaub

    Für Feinstaub (PM10) wurden zwei Grenzwerte festgelegt. Ein Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und ergänzend dazu ein Grenzwert für den Tagesmittelwert (50 µg/m³), der im Kalenderjahr insgesamt 35 mal überschritten werden darf. Für Feinstaub (PM2,5) wurde nur ein Grenzwert festgelegt, der im Jahresmittelwert bei 25 µg/m³ liegt.

    Diese Feinstaubgrenzwerte werden in München seit 2012 eingehalten.

    Stickstoffdioxid (NO2)

    Bei Stickstoffdioxid gibt es ebenfalls zwei Grenzwerte. Einen Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und einen 1-Stundenmittelwert, der bei 200 µg/m³ liegt und 18 mal innerhalb eines Jahres überschritten werden darf.

    In München wird der Grenzwert für den Stundenmittelwert für Stickstoffdioxid seit 2016 eingehalten, jedoch wird der Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ an der LÜB-Station am Stachus und der Landshuter Allee zum Teil deutlich überschritten.

    Überschreitungen des NO2-Grenzwertes für das Jahresmittel treten nicht nur an den LÜB-Stationen auf, sondern sind allgemein an Hauptverkehrsstraßen mit hoher Verkehrsbelastung und Randbebauung festzustellen. So wurde nach einer vom Bayerischen Landesamt für Umwelt beauftragten Modellrechnung in München für das Analysejahr 2015 an 24 Prozent des Hauptverkehrsstraßennetzes eine Überschreitung des Jahresgrenzwertes berechnet.

    Überblick über die städtischen Stickstoffdioxid-Messstellen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Übersicht der städtischen Stickstoffdioxid-Messstellen
    © Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

    Ergänzende Stickstoffdioxidmessungen

    Ergänzend zu den fünf LÜB-Stationen des Landesamtes für Umwelt hat das Referat für Gesundheit und Umwelt in München zusätzliche Messungen zum Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid an 20 Standorten ab 01.01.2018 beauftragt und seit 01.01.2019 in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst an 40 Standorten.

    Ziel dieser Messungen ist es, zum einen ergänzend zum vom Landesamt für Umwelt beauftragten Berechnungsmodell für das Hauptverkehrsstraßennetz für das Analysejahr 2015 in München ein genaueres Bild von der tatsächlichen Belastung mit Stickstoffdioxid zu bekommen. Zum anderen soll die weitere Entwicklung beobachtet und die Wirksamkeit von neuen Maßnahmen zur Luftreinhaltung gemessen werden.

    Auch 2019 rückläufige NO2-Werte in München

    (11.02.2020) Münchens Luft wurde 2019 wieder etwas besser. An 33 von 44 Standorten des städtischen ergänzenden NO2-Messnetzes wurde 2019 der gesetzliche Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 eingehalten. An den anderen Standorten an verkehrsreichen Stellen ging der Stickstoffdioxid-Wert auch zurück. Verbesserungsmaßnahmen sind im Luftreinhalteplan der Regierung von Oberbayern bereits ergriffen bzw. werden zusätzlich von der Landeshauptstadt entwickelt. Die gesetzlichen Grenzwerte für Feinstaub werden seit 2012 eingehalten. Das Landesamt für Umwelt prognostiziert die Einhaltung des NO2-Grenzwertes im Jahr 2020 bereits an 98,8 Prozent des Straßennetzes; bis 2023 wird auch auf den verbleibenden 6,1 km Streckenabschnitten die Einhaltung prognostiziert, mit Ausnahme eines Abschnitts an der Landshuter Allee, wo die Einhaltung bis 2026 angenommen wird.

    Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Unsere zusätzlichen NO2-Messungen geben uns Klarheit über die tatsächliche Luftsituation und ich freue mich, dass die Luft etwas besser geworden ist. Das zeigt, dass die ergriffenen Maßnahmen wirken, aber an einzelnen Stellen immer noch Verbesserungsbedarf besteht. Wir müssen deshalb unseren Weg konsequent fortführen."

    Gesundheits- und Umweltreferentin Stephanie Jacobs: "Dort, wo sich die Menschen regelmäßig und dauerhaft aufhalten, ist die Luft in München gut, an den stark verkehrsbelasteten Streckenabschnitten wird die Luft kontinuierlich besser. Dies ist eine sehr positive Nachricht für Münchens Bürgerinnen und Bürger. Unsere Messungen belegen, dass unsere vielen Maßnahmen aus dem städtischen Masterplan und dem Luftreinhalteplan des Freistaats Wirkung zeigen. Besonders das ganzheitliche Verkehrsmanagement unseres Masterplans und die vielen, gezielten Maßnahmen an den stark verkehrsbelasteten Straßenabschnitten werden weiter dazu führen, dass schnellstmöglich die gesetzlichen NO2-Grenzwerte flächendeckend eingehalten werden."

    NO2-Messwerte 2019

    An insgesamt 33 Standorten liegen die NO2-Jahresmittelwerte im Jahr 2019 unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts von 40 µg/m3. Insbesondere in den Wohngebieten wird der Grenzwert deutlich unterschritten und die Luft ist dort auf dem Niveau der städtischen Hintergrundbelastung gut. An sechs Standorten liegt der Wert über 40 µg/m3; es wird jedoch der für die Verhältnismäßigkeit von Fahrverboten relevante Schwellwert von 50 µg/m3 unterschritten. An drei Standorten liegen die Mittelwerte für das Jahr 2019 zwischen 50 µg/m3 und 60 µg/m3. Es bestätigen sich dabei erneut die hohen Werte an den beiden Standorten am Mittleren Ring (Tegernseer Landstraße 150 und Chiemgaustraße 140). Am Standort Paul-Heyse-Straße 8 ergibt sich ein Mittelwert über das Jahr 2019 von 56 µg/m3. In der Humboldtstraße 13 liegt der Mittelwert 2019 bei 49 µg/m3. Seit dem zweiten Quartal 2019 sind zwei zusätzliche Messstellen in der Prinzregentenstraße auf Höhe der Hausnummern 74 und 115 installiert. Dort ergibt sich über den Zeitraum von April bis Dezember 2019 ein Mittelwert von 48 bzw. 44 µg/m3; hier ist der relevante Jahresmittelwert abzuwarten.

    Die einzelnen Werte der insgesamt nun 44 Standorte können unter www.muenchen.de/messergebnisse abgerufen werden.

    Seit Anfang 2018 laufen an für das Stadtgebiet repräsentativen Standorten ergänzende NO2-Messungen im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt. Diese erfolgen, um ergänzend zu den fünf LÜB-Stationen (Lufthygienisches Landesüberwachungssystem Bayern) des Landesamts für Umwelt ein breiteres Bild von der Stickstoffdioxidbelastung im Stadtgebiet zu erhalten. Zum Jahresanfang 2019 wurde das städtische Messnetz in einer Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) um 20 weitere Standorte verdoppelt. Das Messnetz umfasst inzwischen 42 Standorte mit starker, mittlerer und leichter Belastungssituation durch den Verkehr. Zudem erfolgen zwei Referenzmessungen an den LÜB-Stationen des Landesamtes für Umwelt in der Lothstraße und am Stachus.

    Auch an den 5 LÜB-Messstationen des Landesamtes für Umwelt (LfU) sind die NO2-Werte 2019 rückläufig. So fiel nach vorläufigen Angaben des LfU der NO2-Jahreswert an der Landshuter Allee von 66 µg/m3 in 2018 auf 63 µg/m3 in 2019, am Stachus von 48 auf 42 µg/m3, in Allach von 24 auf 21 µg/m3, in Johanneskirchen von 21 auf 19 µg/m3, und in der Lothstraße bestätigte sich der Wert von 27 µg/m3. Auch der gesetzliche 1-Stundengrenzwert für NO2 (200 µg/m3 ) wurde 2019 eingehalten.

    Die seit 2012 in München eingehaltenen gesetzlichen Grenzwerte für Feinstaub (PM10) wurden 2019 ebenfalls eingehalten. An der Landshuter Allee lag der Jahresmittelwert bei 24 µg/m3 (gesetzlicher Grenzwert 40 µg/m3); der Tagesmittelwert von 50 µg/m3 wurde bei 35 erlaubten Überschreitungen im Jahr 2019 16 mal überschritten.

    Luftprognose aus der 7. Fortschreibung des Luftreinhalteplans der Regierung von Oberbayern

    In der 7. Fortschreibung des Luftreinhalteplans für das Stadtgebiet München der Regierung von Oberbayern ist eine aktuelle NO2-Immissionsprognose des Landesamts für Umwelt enthalten, wonach der NO2-Grenzwert im Jahr 2020 bereits an 98,8 Prozent des Straßennetzes eingehalten werden kann. Überschreitungen treten nach dieser Prognose noch auf 6,1 Kilometern auf. Bis 2023 wird auch dort die Einhaltung prognostiziert, mit Ausnahme eines Abschnitts an der Landshuter Allee, wo die Einhaltung bis 2026 angenommen wird.

    Nachrüstung und Umstellung der Städtischen Flotte an kritischen Streckenabschnitten erfolgt

    Als Kurzfristige Maßnahmen wurde 2019 unter anderem beschlossen, die städtischen Fahrzeugflotten (MVG-Busse und Müllabfuhr) an den Streckenabschnitten mit gemessenen NO2-Grenzwertüberschreitungen prioritär und gezielt auf emissionsarme Fahrzeuge umzustellen. Die Hardware-Nachrüstungen der MVG-Busse verlaufen noch schneller als ursprünglich veranschlagt, sodass Ende 2020 alle Busse auf Euro VI-Niveau laufen werden. Der Einsatz nachgerüsteter bzw. neuster Busse auf den Strecken mit 2018 gemessenen NO2-Grenzwertüberschreitungen ist erfolgt. Auch der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) hat ab Mitte Februar 35 neue LKWs mit EURO VId-Norm an den hoch belasteten Stellen in München im Einsatz und ersetzt damit die älteren Fahrzeuge mit schlechten Abgaswerten.

    Maßnahmen an den Standorten mit Messwerten über dem Jahresgrenzwert

    An den nachfolgend aufgeführten neun Standorten wurde 2019 ein Wert über dem gesetzlichen Jahresmittel von 40 µg/m3 gemessen. Die Werte gehen an allen Standorten zurück, zusätzliche Maßnahmen sind bereits eingeleitet oder noch notwendig.

    Tegernseer Landstraße 150 (Nr. 7; 2018: 57 µg/m3, 2019: 55 µg/m3) und
    Chiemgaustr. 140 (Nr. 8; 2018: 58 µg/m3, 2019: 53 µg/m3)

    Beide Standorte befinden sich auf dem Mittleren Ring, dem in der 7. Fortschreibung des Luftreinhalteplans eine überörtliche Verkehrsfunktion zugesprochen wurde und somit kein Fahrverbot für zulässig abgewogen wurde. Die breite Palette der allgemeinen Maßnahmen des Luftreinhalteplans zur Reduzierung der Fahrzeugemissionen haben hier ihre Wirkung, zudem ist mit LRP7-113 die Übertragung der Erkenntnisse aus der umweltsensitiven Verkehrssteuerung in der Prinzregentenstraße (LRP7-112) vorgesehen.

    Frauenstraße 16/18 (Nr. 14; 2018: 49 µg/m3, 2019: 46 µg/m3)

    Mit Beschlussfassung zum Altstadt-Radlring in der Vollversammlung des Stadtrats am 18.12.2019 (Sitzungsvorlage 14-20 / V 15585) wurde die Neuaufteilung des Straßenraums in der Frauenstraße im Sinne der Maßnahme LRP7-115 beschlossen. Um sicherzustellen, dass der Eingriff in diese zentrale Verkehrsachse ohne Verschlechterung der lufthygienischen Situation im großräumigeren Umfeld erfolgen kann, wird im nächsten Schritt eine verkehrstechnische Untersuchung für das umliegende Straßennetz der Frauenstraße erstellt.

    Steinsdorfstr. 15 (Nr. 16; 2018: 44 µg/m3, 2019: 41 µg/m3)

    In der Steinsdorfstraße wird sich durch den Umbau der Ludwigsbrücke eine neue Verkehrssituation ergeben. Der Messstandort wird im Laufe der kommenden beiden Jahre stark von Baustellenverkehr und Baustellenemissionen der Großbaustelle Ludwigsbrücke beeinflusst werden, sodass hier keine aussagekräftigen Messungen möglich sind. Die Messungen wurden daher zum 1.1.2020 ausgesetzt.

    Prinzregentenstraße 74 (Nr. 43; 2018: -, 2019: vorläufiger Wert nach 3 Quartalen: 48 µg/m3)
    Prinzregentenstraße 115 (Nr. 44; 2018: -, 2019: vorläufiger Wert nach 3 Quartalen: 44 µg/m3)

    Die Vorbereitungen zur Maßnahme LRP7-112 „Intelligente Verkehrssteuerung: Verbesserung des Verkehrsflusses in der Prinzregentenstraße durch Anpassung der Lichtsignalanlagen“ befinden sich im Zeitplan. Zudem wird die Ausweitung des Parklizenzgebietes im Umfeld der Prinzregentenstraße aktuell geprüft. Die Buslinie 100 mit Verlauf durch die Prinzregentenstraße wird derzeit bereits mit sechs E-Bussen bedient.

    Tegernseer Landstraße 19 (Nr. 27; 2018: -, 2019: 46 µg/m3)

    Im Bereich der nördlichen Tegernseer Landstraße sind im Zuge der geplanten Umgestaltung und Neuaufteilung des Straßenraumes Verbesserungen auch für die Immissionssituation zu erwarten. Aktuell ist dazu eine Stadtratsbefassung in Vorbereitung.

    Paul-Heyse-Straße 8 (Nr. 29; 2018: -, 2019: 56 µg/m3)

    Zur Verbesserung der Luftsituation ist an diesem Standort eine Optimierung des Verkehrsraums notwendig. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, dass es sich bei dem Streckenabschnitt in der Paul-Heyse-Straße um einen zentralen und verkehrssensiblen Bereich mit weitestegehenden Auswirkungen auf den Verkehrsfluss im Bahnhofsumfeld handelt. Daher ist ein Verkehrskonzept für die Achsen Donnersberger Brücke/Hackerbrücke/ Paul-Heyse-Unterführung/Bahnhofsvorplatz/Stachus und Arnulfstraße/Bayerstraße/ Schwanthalerstraße notwendig. Dabei sind die aktuellen Planungen zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes sowie die Planungen zur Busbeschleunigung und zum Radausbau zu berücksichtigen und in ein verkehrs­planerisches Gesamtkonzept „Rund um den Hauptbahnhof“ einzubetten.

    Humboldtstraße 13 (Nr. 36; 2018: -, 2019: 49 µg/m3)

    Eine wesentliche Verbesserung der Luftwerte ist durch eine Verflüssigung des Verkehrs zu erwarten. Aus bundesweiten Erfahrungen geht nicht eindeutig hervor, ob eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 40 oder 30 im Sinne des Immissionsschutzes (Luft und Lärm) die bestmögliche Lösung dafür ist. Vor diesem Hintergrund prüft die Verwaltung derzeit die Durchführung eines zweistufigen Verkehrsversuches mit Tempo 40 und Tempo 30.

    Frauenhoferstraße 32 (Nr. 41; 2018: -, 2019: 45 µg/m3)

    Eine wesentliche Verbesserung der lufthygienischen Situation aus der 2019 vorgenommenen Neuaufteilung des Straßenraums zeichnet sich in den Messwerten nicht ab. Analog zur Situation in der Humboldtstraße prüft die Verwaltung aktuell einen Verkehrsversuch auf Tempo 40 und Tempo 30.

    Stachus (Nr. 42; 2018: -, 2019: 44 µg/m3)

    Im Rahmen der Umsetzung des Altstadt-Radlrings sind hier Umgestaltungen vorgesehen, so dass bereits Planungen erfolgen. Das LfU hat als vorläufigen Jahreswert für die LUB-Station Stachus für 2019 42 µg/m3 veröffentlicht. Die Abweichung von 2 µg/m3 liegt im Bereich der zulässigen Messungenauigkeit. Unabhängig davon geht das LfU in der Prognose der 7. Fortschreibung des Luftreinhalteplans von einer Einhaltung des Grenzwertes ab dem Jahr 2021 aus.

    Landshuter Allee (LÜB-Station; 2018: 66 µg/m3, 2019: 63 µg/m3)

    Zur langfristigen Verbesserung der Luftsituation werden die Planungen zum Bau des Landshuter-Allee-Tunnel weiter vorangetrieben. Zur kurzfristigen Verbesserung vor 2026 ist mit Maßnahme LRP7-116 eine Prüfung einer temporären Immissionsschutzwand an der Landshuter Allee vorgesehen. Auf Basis eines Gutachtens des LfU zu möglichen Varianten und deren lufthygienischer Wirkung wird aktuell von Seiten der Stadtverwaltung eine Umsetzungsprüfung der möglichen Varianten (3-10 m Höhe) vorgenommen und eine mögliche Realisierung mit dem Freistaat abgestimmt.

    Umweltreferentin Stephanie Jacobs: "Die Luft im Stadtgebiet Münchens ist überwiegend gut und an den verbleibenden allesamt stark verkehrsbelasteten Standorten mit Grenzwertüber­schreitungen haben wir bereits wichtige Schritte eingeleitet und bringen notwendige Maßnah­men auf den Weg. Ich werde den Stadtrat schnellstmöglich mit den Messwerten 2019 und möglichen zusätzlichen Verbesserungsmaßnahmen insbesondere an den Standorten Paul-Heyse-Straße, Humboldtstraße und Frauenhoferstraße befassen. Denn unser Ziel und Auftrag als Verwaltung ist klar: wir wollen die gesetzlichen Luftgrenzwerte so schnell als möglich flächendeckend einhalten können."

    Messergebnisse 2019

    Die Messungen werden seit dem 01.01.2018 für den Zeitraum eines Jahres im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt von einem externen Ingenieurbüro und dem Deutschen Wetterdienst durchgeführt.

    In der Tabelle werden die Ergebnisse dieser Messungen für die Jahre 2018 und 2019 aufgeführt.

    Die Ergebnisse von Stickstoffdioxid-Messungen unterliegen jahreszeitlich bedingten Schwankungen. Der gesetzliche Grenzwert der 39. BImSchV bezieht sich auf den Jahresmittelwert.

    2018: Münchens Luft deutlich besser

    Jahresmittelwerte der städtischen NO2-Messstationen bestätigen deutlich rückläufige Tendenz

    München, 30.01.2019: Die Jahresmittelwerte der 20 von der Landeshauptstadt München beauftragten NO2-Messstellen zeigen für 2018 eine deutlich rückläufige Entwicklung der NO2-Belastung in München. An 16 von 20 Standorten wird der gesetzliche Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 eingehalten. Erwartungsgemäß liegen die Werte an den Messstellen in Wohngebieten deutlich unter dem Jahresgrenzwert auf dem Niveau der städtischen Hintergrundbelastung in Höhe von rund 20 µg/m3. An den beiden Messstellen an stark verkehrsbelasteten Straßenabschnitten des Mittleren Rings liegen die Werte hingegen bei 58 bzw. 57 µg/m3. Die einzelnen Werte der 20 Messstationen können hier abgerufen werden.

    Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Dank unserer eigenen Messungen haben wir jetzt endlich belastbare Fakten. Die freiwillige Einrichtung der die 5 LÜB-Stationen des Freistaats ergänzenden Messstationen hat sich bewährt. Die Luft in München ist deutlich besser als vielfach angenommen und vom Freistaat 2017 berechnet wurde. Darüber bin ich sehr froh.

    Umweltreferentin berufsmäßige Stadträtin Stephanie Jacobs: „Die positive Tendenz unserer quartalsweise veröffentlichten Zwischenwerte hat sich nun für das gesamte Jahr 2018 bestätigt. Die Münchnerinnen und Münchner können in den Wohngebieten, wo sie sich dauerhaft aufhalten, unbesorgt sein, dort ist die Luft gut. Und auch an vielen Straßenabschnitten kann 2018 der gesetzliche Jahresgrenzwert für NO2 eingehalten werden. Allerdings sind die Werte an den stark verkehrsreichen Straßenabschnitten - insbesondere am Mittleren Ring - noch zu hoch. Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, unseren im Juli 2018 beschlossenen Masterplan zur Luftreinhaltung konsequent weiter umzusetzen.

    Da die NO2-Belastung im Wesentlichen aus dem Diesel-Verkehr hervorgeht, ist es Ziel der 127 Maßnahmen des Masterplans zur Luftreinhaltung, die Attraktivität der umweltfreundlichen Verkehrsarten wie U-Bahn, Tram und Bus sowie des Radverkehrs in München deutlich zu steigern. Gleichzeitig wird die Verkehrswende hin zu vor Ort emissionsfreien Elektromobilität intensiv forciert. Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran und stellt unter anderem ihre Fahrzeugflotte auf E-Antriebe um und baut die öffentliche Ladeinfrastruktur mit bis zu 1.100 Ladepunkten bis Ende 2019 deutlich aus. Auch wird ab 2020 die erste Buslinie mit E-Fahrzeugen im Regelbetrieb sein.

    Die Messergebnisse für 2018 zeigen zudem, dass an vielen Stellen der Wert von 50 µg/m3 in München unterschritten ist. Die Bundesregierung erachtet Fahrverbote für Bereiche unterhalb des Schwellenwerts von 50 µg/m3 für unverhältnismäßig und arbeitet in diesem Sinne an einer Novellierung des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Über die Notwendigkeit von Fahrverboten zur Einhaltung der gesetzlichen Luftgrenzwerte entscheidet nicht die Landeshauptstadt selbst, sondern der für die Luftreinhaltung zuständige Freistaat Bayern bzw. die mit der Aufstellung und Fortschreibung des Luftreinhalteplans für das Stadtgebiet München beauftragte Regierung von Oberbayern.

    Ob die insgesamt flächendeckend rückläufige Tendenz der NO2-Werte auf einzelnen Hauptachsen des Münchner Straßennetzes strecken- oder flächenbezogene Fahrverbote rechtfertigen, wird die für diese Frage zuständige Regierung von Oberbayern gut abwägen müssen.“, so Oberbürgermeister Dieter Reiter.

    In Kooperation mit dem DWD haben wir unser NO2-Messnetz seit Anfang 2019 verdoppelt. Damit bekommen wir noch mehr Transparenz und Klarheit über die tatsächliche Entwicklung der NO2-Werte in unserer Stadt. Mit der kontinuierlichen Messung der NO2-Werte lässt sich beurteilen, wie stark die vielen ergriffenen Maßnahmen unseres Masterplans und des Luftreinhalteplans des Freistaats sowie die Software-Updates und Hardwarenachrüstungen der Automobilindustrie und die kontinuierliche Flottenerneuerung ihre Wirkung entfalten“, so Umweltreferentin berufsmäßige Stadträtin Stephanie Jacobs.

    Auch an den 5 LÜB-Messstationen des Landesamt für Umwelt (LfU) sind die NO2-Werte 2018 rückläufig. So fiel nach vorläufigen Angaben des LfU der NO2-Jahreswert an der Landshuter Allee von 78 µg/m3 in 2017 auf 66 µg/m3 in 2018, am Stachus von 53 auf 48 µg/m3, an der Lothstraße von 32 auf 27 µg/m3 in Allach von 25 auf 24 µg/m3 und in Johanneskirchen von 21 auf 20 µg/m3. Auch der gesetzliche 1-Stundengrenzwert für NO2 (200 µg/m3) wurde 2018 eingehalten.

    Die seit 2012 in München eingehaltenen gesetzlichen Grenzwerte für Feinstaub (PM10) wurden 2018 ebenfalls eingehalten. An der Landshuter Allee lag der Jahresmittelwert bei 25 µg/m3 (gesetzlicher Grenzwert 40 µg/m3); der Tagesmittelwert von 50 µg/m3 wurde bei 35 erlaubten Überschreitungen im Jahr 2018 16 mal überschritten.

    Messergebnisse Stickstoffdioxid 2018  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Messergebnisse Stickstoffdioxid (NO2) 2018
    © Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

    Messergebnisse 2018

    Die Messungen werden seit dem 01.01.2018 für den Zeitraum eines Jahres im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt von einem externen Ingenieurbüro durchgeführt.

    In der Tabelle werden die Ergebnisse dieser Messungen für 2018 aufgeführt.

    Die Ergebnisse von Stickstoffdioxid-Messungen unterliegen jahreszeitlich bedingten Schwankungen. Die Tabelle bildet Quartalsmittelwerte ab. Der gesetzliche Grenzwert der 39. BImSchV bezieht sich aber auf den Jahresmittelwert.

    Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die Ergebnisse der oben angeführten Modellberechnung des Landesamtes für Umwelt auf das Jahr 2015 beziehen, die nun erhobenen Messergebnisse auf das Jahr 2018.

    Messungen an der Rosenheimer Straße

    Im Zeitraum von Januar 2018 bis Dezember 2019 wurden zusätzliche lufthygienische Messungen begleitend zum Verkehrsversuch Tempo 30 in der Rosenheimer Straße durchgeführt. Die Messergebnisse bestätigen die Einhaltung der lufthygienisch relevanten Grenzwerte im Messzeitraum.

    Die Ergebnisse der zusätzlichen Messstation für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) in der Rosenheimer Straße sind aus den beiliegenden Tabellen für das Jahr 2018 sowie für das Jahr 2019 ersichtlich.

    Im Jahr 2019 wurde für NO2 ein Jahresmittelwert in Höhe von 37 µg/m3 (2018: 40 µg/m3) ermittelt. Der Grenzwert für das Jahresmittel liegt gemäß 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (39. BImSchV) bei 40 µg/m3. Damit liegt der gemessene Jahresmittelwert 2019 unter dem Jahresgrenzwert.

    Bei Feinstaub ergaben die Messungen einen Jahresmittelwert (2019) in Höhe von 20,5 µg/m3 (2018: 23,5 µg/m3). Der Grenzwert für das Jahresmittel gemäß 39. BImSchV liegt bei 40 µg/m3. Damit wird der Jahresgrenzwert (PM10) deutlich eingehalten. Im Jahr 2019 wurde der Grenzwert für das Tagesmittel in Höhe von 50 µg/m3 20 mal überschritten (2018: 23 mal). Gemäß 39. BImSchV ist eine jährliche Überschreitung dieses Grenzwertes (Tagesmittel) 35 mal zulässig. Damit werden die zulässigen Grenzwerte für Feinstaub (PM10) auch im Jahr 2019 deutlich eingehalten.

    Es existieren keine Messergebnisse vor Beginn des Verkehrsversuchs Tempo 30 in der Rosenheimer Straße. Somit können die laufenden Messungen nur mit früheren Berechnungen verglichen werden: Für NO2 ergibt sich aus einer von der Regierung von Oberbayern mit Bezugsjahr 2015 veröffentlichten Modellberechnung ein Jahresmittelwert von 40 bis 50 µg/m3. Bei Feinstaub (PM10) ergaben die Berechnungen für das Bezugsjahr 2010 für den entsprechenden Abschnitt der Rosenheimer Straße einen Jahresmittelwert zwischen 27,1 und 28,5 µg/m3 (Anlage 2 zur 5. Fortschreibung des Luftreinhalteplans München). Die Ergebnisse der Modell­berechnung beziehen sich auf das Jahr 2015 (NO2) beziehungsweise 2010 (PM10), die nun erhobenen Messergebnisse auf das Jahr 2018 bzw. auf das Jahr 2019.

    Die Messungen in der Rosenheimer Straße wurden begleitend zum Verkehrsversuch Tempo 30 Rosenheimer Straße in Auftrag gegeben. Der Verkehrsversuch wurde inzwischen abgeschlossen. Die vorliegenden Messergebnisse bestätigen die Einhaltung der maßgeblichen lufthygienischen Grenzwerte. Nach einer in der 7. Fortschreibung des Luftreinhalteplans für das Stadtgebiet München der Regierung von Oberbayern enthaltenen Immissionsprognose ist von keiner Grenzwertüberschreitung an der Rosenheimer Straße im Bezugsjahr 2020 auszugehen. Vor diesem Hintergrund wurden die lufthygienischen Messungen in der Rosenheimer Straße zum Jahresende 2019 eingestellt.