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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in München


    Mädchen vor einer Tafel mit der Aufschrift "Für unsere Zukunft"  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
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    Nachhaltiges Handeln der Stadtverwaltung

    Die Landeshauptstadt München ist mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern die größte deutsche Kommune und ist sich bewusst, dass sich daraus eine Verantwortung und Vorbildfunktion, vor allem auch im Bereich der nachhaltigen Entwicklung ergibt. Seit vielen Jahren behält sie deshalb die Konsequenzen des eigenen Handelns nicht nur lokal, sondern auch global im Blick. Sie unterhält unter anderem eine Stelle für Kommunale Entwicklungszusammenarbeit und unternimmt große Anstrengungen, zum Beispiel den städtischen Einkauf soweit wie möglich nach sozialverantwortlichen Kriterien auszurichten und den Fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern.

    Im Juni 2016 hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter die Resolution des Deutschen Städtetags zur Agenda 2030 unterzeichnet. Damit bekennt sich die Stadt München zur bestmöglichen lokalen Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs). Außerdem hat sie sich das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Alle mit BNE-Themen und BNE-Projekten befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tauschen sich im verwaltungsinternen halbjährlich stattfindenden Arbeitskreis BNE über ihre Arbeit, Projekte und Kontakte mit der Stadtgesellschaft aus.

    BNE für ein nachhaltiges Handeln der Stadtgesellschaft

    Eine Stadtgesellschaft kann nicht allein durch das Handeln der Verwaltung nachhaltig werden. Auch die Bürgerinnen und Bürger müssen zu einem nachhaltigeren Lebensstil informiert und motiviert werden. Hierfür ist Bewusstseinsbildung durch Bildung für nachhaltige Entwicklung essentiell. Denn nur wer Hintergründe und globale Zusammenhänge kennt und versteht, kann ein Bewusstsein für die Konsequenzen des eigenen Handelns entwickeln und dieses entsprechend anpassen. Bewusstseinsbildung durch BNE ist deshalb ein gemeinsames Anliegen der Stadt München und von zahlreichen Münchner BNE-Akteurinnen und -Akteuren. Viele von Ihnen haben sich unter anderem im bereits 2006 gegründeten Netzwerk „BenE-München e.V.“ oder in der Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) zusammengeschlossen.

    Die Landeshauptstadt München fördert zahlreiche BNE-Initiativen und BNE-Projekte, zum Beispiel im Rahmen der Agenda-2030-Förderung oder des Förderprogramms für BNE-Maßnahmen. Vielfältige Projekte, zum Beispeil den jährlich stattfindenden Klimaherbst,hat die Stadt München selbst initiiert. Zudem begleitet sie viele Projekte in den Bereichen Energie, Verkehr und Ernährung mit BNE-Aktivitäten. Beispielsweise soll die Stromversorgung aller Haushalte durch die Münchner Stadtwerke bis 2025 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Der ÖPNV und die Nahmobilität werden gezielt verbessert, zum Beispiel durch die MVG-Ausbauoffensive sowie durch ein eigenes Budget von 25 Millionen Euro pro Jahr für den Rad- und Fußverkehr. Die Initiative „Biostadt München“ fördert die Ernährung aus biologischem und möglichst regionalem Anbau. Seit 2019 motiviert die Mitmachkampagne „München Cool City“ die Münchnerinnen und Münchner zu Klimaschutzmaßnahmen. Dies alles hilft, den CO2-Ausstoß Münchens zu reduzieren und die Klimaschutzziele sowie die Sustainable Development Goals zu erreichen.

    Außerschulische Bildungsangebote für nachhaltige Entwicklung

    2012 wurde die Landeshauptstadt München für Ihr BNE-Engagement im außerschulischen Bereich und insbesondere auch für die Gründung des BenE e.V. als Stadt der UN-Weltdekade BNE ausgezeichnet. Im 2014 veröffentlichten Münchner Nachhaltigkeitsbericht wird die Bedeutung von BNE und die notwendige Verankerung auf allen Ebenen des Bildungssystems sowie in der informellen Bildung hervorgehoben.

    Auch die Münchner Stadtratsmitglieder wurden in Sachen BNE geschult: Am 20.09.2018  fand ein Stadtratshearing zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung statt, im Herbst 2019 wird ein weiteres Stadtratshearing zum Thema Agenda 2030 und Sustainable Development Goals folgen. Außerdem hat der Münchner Stadtrat die Stadtverwaltung am 22.11.2018 beauftragt, bis 2022 eine umfassende BNE-Konzeption zu erarbeiten. Die Ausarbeitung der BNE-Konzeption unter Federführung des Referats für Gesundheit und Umwelt und des Referats für Bildung und Sport hat bereits begonnen. Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auch junge Menschen, werden in Arbeitsgruppen in die Planung und Umsetzung der BNE-Konzeption aktiv eingebunden.

    BNE im formalen Bildungsbereich

    Um BNE-Maßnahmen vermehrt auch in den schulischen Bereich zu integrieren, hat das Referat für Bildung und Sport BNE zum Bestandteil seiner Leitlinie Bildung gemacht. 2017 veranstaltete die Stadt München die siebte Münchner Bildungskonferenz zum Thema „Lernen für die Zukunft. Perspektivwechsel - Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

    Ausgehend von den SDGs bietet das Pädagogische Institut – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement des Referats für Bildung und Sport vielfältige Angebote für Lehr- und Erziehungskräfte, pädagogische Fachkräfte sowie Schülerinnen und Schüler. Es unterstützt und berät beispielsweise Umweltbeauftragte oder Schulgartenbetreuerinnen und -betreuer und das Projekt Schule N. Im halbjährlich stattfindenden Arbeitskreis "Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kitas" werden Informationen ausgetauscht und best practice Beispiele geteilt. Für städtische Lehr- und Erziehungskräfte werden Fortbildungen im Bereich Umweltbildung, Globale Gerechtigkeit, Interkulturelles Lernen, Diversität, Geschlechtergerechtigkeit, Antidiskriminierung sowie Menschenrechts- und Demokratiebildung angeboten. Die Angebote reichen von eintägigen Veranstaltungen wie dem alternativen Stadtrundgang „Orte des Wandels“ über mehrtägige Fortbildungen wie zum Beispiel „Zukunft gestalten lernen - systemisches Denken für eine nachhaltige Entwicklung“ bis hin zu den mehrmoduligen Zusatzqualifikationen „Schule der Vielfalt“ und „Kinder gestalten die Zukunft". Für Schülerinnen und Schüler bietet das Pädagogische Institut unter anderem ökopädagogische Veranstaltungen in Schullandheimen, Projekttage und Planspiele, Workshops, einen Ernährungsparcours, Lernstationen, zum Beispiel zum Insektensterben, und Hofbesichtigungen an.

    BNE auf nationaler und internationaler Ebene

    Die Landeshauptstadt München engagiert sich auch im Rahmen des Nationalen Aktionsplans BNE und des Weltaktionsprogramms BNE: Sie arbeitet aktiv im Partnernetzwerk der BNE Kommunen, im Fachforum Kommunen sowie im „Club der Agenda 2030 Kommunen“ mit.

    Auf internationaler Ebene engagiert sich München, vertreten durch den BenE e.V.,  im BNE-Netzwerk der Regional Center of Expertise. Schon seit 1997 pflegt die LHM zudem eine in Deutschland nahezu einzigartige Klimapartnerschaft mit dem indigenen Volk der Ashaninka im peruanischen Amazonas-Regenwald und seit 2103 auch mit Kapstadt in Südafrika. Delegierte aus diesen Partnerschaften berichten in München aus ihrem Leben und von ihren Problemen, zum Beispiel durch den Klimawandel und Raubbau an der Natur. Dies ist eine besonders anschauliche Form der BNE-Arbeit, mit der alle Altersklassen erreicht werden. Die Landeshauptstadt München ist zudem auch Mitglied im Klimabündnis und beteiligt sich seit einigen Jahren an EU-Projekt-Partnerschaften zu den Themen SDGs / Agenda 2030 und BNE, aktuell zum Beispiel am EU-Projekt „Change the power, (em)power to change“.

    Nicht nur, aber auch mit Münchens Partnerstädten, findet auch ein umfangreiches Schüleraustauschprogramm statt. Zudem kooperiert die Stadt München mit Städten und Gemeinden in aller Welt und tauscht sich auch mit diesen in gemeinsamen Projekten aus, die fast immer auch eine Bildungskomponente haben. Einen Überblick bietet die Seite des Büros für Internationales im Referat für Arbeit und Wirtschaft.

    Auftakt zur kooperativen Erarbeitung einer BNE-Konzeption

    Vor Ort in den Kommunen können die Menschen am besten erreicht und mit Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (kurz: BNE) für Veränderungen sensibilisiert werden, die zur Erfüllung der internationalen Nachhaltigkeits- und Entwicklungsagenda der Vereinten Nationen (Agenda 2030 mit 17 Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) beitragen.
     
    Der Münchner Stadtrat hat deshalb das Referat für Bildung und Sport und das Referat für Gesundheit und Umwelt beauftragt, bis 2022 eine BNE-Konzeption zu erarbeiten.
    Die Erarbeitung soll alle Münchner Akteurinnen und Akteure mit einbeziehen, die bereits über Erfahrungen mit entsprechender Bildungsarbeit verfügen. BNE-Erfahrene aus den Bereichen Kita bis zur Erwachsenenbildung waren deshalb am Dienstag, 5. November 2019, ins Kulturhaus Milbertshofen eingeladen, um den Erarbeitungsprozess für eine BNE-Konzeption zu starten. Über 160 Personen sind dieser Einladung gefolgt.

    In ihren Grußworten betonten Stephanie Jacobs, Referentin für Gesundheit und Umwelt und Matthias Marschall, Leiter des Pädagogischen Instituts in Vertretung von Stadtschulrätin Beatrix Zurek, dass Städte und Gemeinden eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der SDGs der Agenda 2030 zukommt. Die Landeshauptstadt München ist sich dieser Verantwortung bewusst und will mit einer entsprechenden Konzeption BNE in allen Bildungsbereichen sowie in der Stadtverwaltung noch stärker verankern. „Dazu sollen die vielen bereits bestehenden BNE-Projekte und die schon heute sehr vielfältige und aktive Münchner Akteurslandschaft noch besser miteinander vernetzt und mit der Stadtverwaltung und städtischen Unternehmen in Austausch gebracht werden“, so Jacobs.

    Der Impulsvortrag von Dr. Mandy Singer-Brodowski gab einen Überblick über die Bedeutung von BNE auf nationaler und internationaler Ebene und fasste den aktuellen Stand zur Umsetzung der Agenda 2030 zusammen.

    Es folgte schließlich eine Workshopphase in der für die sieben Arbeitskreise, die analog zum Nationalen Aktionsplan BNE gebildet werden, bereits wichtige Ideen und Anregungen gesammelt wurden – z.B. welche Ziele erreicht und welche Projekte und Akteure eingebunden werden sollen.
    Die Workshop-Ergebnisse wurden zusammenfassend dokumentiert und werden für den weiteren Erarbeitungsprozess genutzt.

    Ende 2020 soll dem Stadtrat bereits ein Zwischenbericht vorgelegt werden.

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Referat für Gesundheit und Umwelt
    SG Nachhaltige Entwicklung, Umweltberichterstattung

    Bayerstraße 28a
    80335 München