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Stadtklima und Klimawandel


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Wie sieht das Stadtklima der Zukunft aus?

Klimastatistiken zeigen es ganz deutlich: Die mittlere jährliche Lufttemperatur ist in den vergangenen 120 Jahre angestiegen, bundesweit um etwa ein Grad – auch in München lässt sich dieser Trend deutlich beobachten. Die globale Erwärmung wird sich wahrscheinlich auch weiterhin fortsetzen und unter Umständen sogar beschleunigen – doch was bedeutet dies für eine Großstadt wie München und wie wird das Stadtklima der Zukunft aussehen?

Darüber soll eine vom Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) beim Deutschen Wetter­dienst (DWD) angestoßene Studie Auskunft geben. Bis 2015 wird der DWD speziell lokale Daten für München sammeln, auswerten und in ein Modell für das zu­künftige Klima einfließen lassen, dessen Ergebnisse der Landeshauptstadt zur Verfügung gestellt werden. So werden aussagekräftige Daten ermittelt, die in das Integrierte Handlungsprogramm Kli­maschutz in München (IHKM) einfließen sollen.

Mit den Ergebnissen und dem IHKM will München rechtzeitig und zukunftsweisend die nachhaltige Stadtplanung voranbringen und damit ein günstiges Stadtklima vor dem Hintergrund des Klima­wandels erhalten.

Gerade urbane Räume sind aufgrund ihrer hohen Bebauungs- und Bewohnerdichte sowie hoch komplexer Infrastruktur- und Versorgungssysteme als vulnerabel gegenüber Extremereignissen wie beispielsweise Hitzeperioden oder Starkregen einzustufen. Zugleich wird für München und die Region weiterhin räumliches Wachstum prognostiziert.

Schon heute das Klima von morgen studieren

Mit der Studie soll das Wissen über das Stadtklima von morgen schon heute zur Verfügung stehen, um zukunftsweisend zu planen. Konkret sollen die Daten der DWD-Studie zusammen mit einer ergänzenden Studie, mit der Anfang 2012 die Firma GEO-NET beauftragt wurde, beispielsweise Aufschluss geben, welche Flächen im Hin­blick auf das sich verändernde Stadtklima in die Landschafts- und Grünplanung aber auch in die Planung von Ausgleichsflächen aufgenommen werden sollten.

Die Ergebnisse der Stadtklima-Studie des DWD soll unter anderem Grundlage sein für:

  • Fragen der Siedlungsstruktur und -dichte
  • Fragen der Bebauung und Begrünung
  • einen gut funktionierenden Luftaustausch in der Großstadt

Die Zielsetzung, den CO2-Ausstoß in München alle fünf Jahre um zehn Prozent zur reduzieren, wird mit dem Beitrag einer umfassenden und gesamtstädtischen Klimaanalyse weiterverfolgt und als Grundlage zur Entwicklung von effektiven Anpassungsstrategien dienen.

Messstandorte und thermische Gebirgswindsysteme

Die Klimafolgenabschätzung und die Klimaberatung ist eine Kernaufgabe des DWD. Dieser will über die Kooperation mit der Landeshauptstadt München die Auswirkungen des Klimawandels auf detaillierte Stadtstrukturen betrachten und das unter dem besonderen Aspekt der auf das Stadtklima von München wirkenden regionalen thermischen Gebirgswindsysteme. Die bereits im Zuge ähnlicher Stadtklimaprojekte entwickelten Methoden der Klimasimulation werden durch neue Bausteine erweitert und durch speziell für den Raum München geplante Messungen evaluiert. Die Messungen vor allem an Standorten südlich von München werden Auskunft über die Wirkung von regionalen thermischen Gebirgswindsystemen geben, welche besonders bei som­merlichen Temperaturverhältnissen einen Einfluss auf das Klima der Stadt haben.

Zur Erfassung des momentanen Klimas und zur Evaluierung der Klimasimulations­ergebnisse werden diese Messungen schwerpunktmäßig bei zu Wärmebelastung führenden Hoch­druckwetterlagen durchgeführt. Weiterhin werden regionale, durch Temperaturunterschiede zwi­schen dem Alpenvorland und den Alpen verursachte Gebirgswindsysteme mit einer neuen Version des regionalen Klimamodells COSMO-CLM simuliert, die Stadtklimaeffekte berücksichtigt.

Als nächsten Schritt ist geplant, diese Situationen mit hohen Temperaturen unter dem Einfluss der detaillierten städtischen Bebauungsstrukturen für München mittels des hochauflösenden DWD-Stadtklimamodells MUKLIMO_3 analysiert werden. Die Ergebnisse des COSMO-CLM  werden als Eingangsda­ten verwendet, um die regionalen Besonderheiten der Auswirkungen des Klimawandels auf Mün­chen bis zum Jahr 2050 herauszuarbeiten.