Aktuelle Corona-Infos der Stadt unter www.muenchen.de/corona
zum Seitenanfang
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Stadtklima und Klimawandel


Diagrammdarstellung Jahresmittel Lufttemperatur in München  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Die gestrichelte Linie zeigt den Temperaturtrend von etwa 0,31 °C pro Dekade.
© DWD 2020

Wie sieht das Stadtklima der Zukunft aus?

Klimastatistiken zeigen es ganz deutlich: Die mittlere jährliche Lufttemperatur ist in den vergangenen 120 Jahre angestiegen, bundesweit um etwa ein Grad. Auch in München lässt sich dieser Trend deutlich beobachten. Die globale Erwärmung wird sich auch weiterhin fortsetzen und unter Umständen sogar beschleunigen.

Doch was bedeutet das für eine Großstadt wie München? Wie wird das Stadtklima der Zukunft aussehen und wie wird es durch das Alpine Pumpen, ein regional auftretendes Windsystem zwischen den Alpen und dem Alpenvorland, beeinflusst?

Um für solche Fragestellungen eine für München spezifische Datengrundlage zu erarbeiten, sind der Deutsche Wetterdienst und die Landeshauptstadt München eine Kooperation eingegangen.

Der Deutsche Wetterdienst hat speziell lokale Daten für München gesammelt, ausgewertet und in ein Modell für das zukünftige Klima einfließen lassen, dessen Ergebnisse der Landeshauptstadt nun in einem Abschlussbericht zur Verfügung gestellt wurden. Im diesem Bericht werden wissenschaftliche Erkenntnisse zu zwei Themenschwerpunkten präsentiert.
Zum einen werden aktuelle Aussagen zum Stadtklima in München und dessen erwartete zukünftige Entwicklung mit Fokus auf die Wärmebelastung in der Stadt und zum anderen wird das Alpine Pumpen und dessen Auswirkungen auf die Temperaturverteilung in der Stadt München dargestellt.

Mit der Studie steht das Wissen über das Stadtklima von morgen schon heute zur Verfügung:

Wie die für München spezifischen Klimamodellierungen und Aussagen zu den Veränderungen durch den Klimawandel zeigen, hat die Wärmebelastung in der Stadt seit Beginn der Beobachtungen 1955 zugenommen und es wird angenommen, dass sich diese Erwärmung in Zukunft weiter fortsetzen wird. Damit ist bis zur Mitte des Jahrhunderts eine deutlich höhere Wärmebelastung im Stadtgebiet zu erwarten. Der Bericht bestätigt das Auftreten eines regionalen Windsystems, das Alpine Pumpen.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Alpine Pumpen insbesondere an strahlungsintensiven, windschwachen Tagen, an denen die Wärmebelastung besonders hoch ist, eine positive, abkühlende Wirkung hat.

Darstellung der Sommerstage in München  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© DWD 2020

Zahl der Sommertage pro Jahr in München

Zahl der gemessenen Sommertage (Tage mit Lufttemperaturen von mind. 25 °C) pro Jahr zwischen 1955-2018 an der Station München-Stadt (DWD 2020).

Die Jahre mit der höchsten Anzahl von Sommertagen liegen alle im 21. Jahrhundert

TOP 1: im Jahr 2003 gab es 88 Sommertage
TOP 2: im Jahr 2018 gab es 87 Sommertage
TOP 3: im Jahr 2017 gab es 65 Sommertage
TOP 4: im Jahr 2015 gab es 63 Sommertage
TOP 5: im Jahr 2012 gab es 61 Sommertage

 

 

  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Änderung der Zahl der Sommertage in verschiedenen Betrachtungszeiträumen
© DWD 2020

Zahl der Sommertage in München

In den Karten ist die Änderung der mittleren jährlichen Anzahl an Sommertagen für München im Zeitraum zwischen 1971-2000 und 2041-2070 abgebildet. In der linken Darstellung sieht man das 15. Perzentil des zukünftigen Szenarios (IPCC A1B, 2041-2070) , in der rechten Karte ist das 85. Perzentil dargestellt.

Damit unterstreichen die vorliegenden Erkenntnisse zentrale Ergebnisse aus der Klimaanpassungsstrategie und der Klimafunktionskarte: es ist wichtig, die Funktionsfähigkeit der Luftaustauschbahnen zu erhalten. Dies ist vor allem im Hinblick auf das aktuelle starke städtische Wachstum und die steigende Wärmebelastung in der Stadt höchst relevant. Insbesondere große und zusammenhängende Grünflächen fungieren als Luftaustauschbahnen. Diese funktionsfähigen Austauschbahnen sind notwendig, um auch zukünftig möglichst günstige bioklimatische Bedingungen und eine hohe Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner in der Stadt gewährleisten zu können. Auch unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von innerstädtischen Grünflächen, die bei entsprechender Grünaustattung kühler sind und auch unter veränderten thermischen Bedingungen kühler sein werden als dicht bebaute Bereiche. Diese Flächen haben eine hohe Bedeutung für die Aufenthaltsqualität aus stadtklimatischer Sicht.

Für die LH München bildet der vorliegende wissenschaftliche Bericht des DWD eine wichtige Grundlage für die referatsübergreifenden Aktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel und komplementiert die stadtklimatischen Datengrundlagen der LH München. Die Ergebnisse dienen als Grundlagen für die laufenden Arbeiten in der städtischen Planung.

Die Landeshauptstadt München dankt dem Deutschen Wetterdienst für die wichtigen Grundlagenarbeiten zum Münchner Stadtklima, die mit diesem Bericht nun vorliegen, und dass München als Kooperationsstadt ausgewählt wurde.

Die Sitzungsvorlage Nr. 14-20 V 17976 stellt dem Münchner Stadtrat die zentralen Ergebnissse des Berichts vor (Umweltausschuss am 07.07.2020).