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Allgemeines zu Altlasten in München


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© © Fa. Geiger

Historische Entwicklung und gesellschaftlicher Umgang

Altlasten oder das, was wir heute im Allgemeinen unter diesem Begriff verstehen, sind mit der Industrialisierung in den letzten 150 Jahren entstanden. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde nach heutigen Maßstäben vergleichsweise sorglos mit umwelt- und gesundheits-schädigenden Substanzen umgegangen. Ihre Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Umwelt oder unsere Nahrungsmittel waren oft weder bekannt noch ausreichend erforscht. Kiesgruben wurden zum Teil mit Müll verfüllt und schadstoffhaltige Substanzen einfach in den Erdboden versickert.

Erst das Wissen - auch der Allgemeinheit - um diese Gefahren und natürlich der zunehmende Wohlstand unserer Gesellschaft, der uns erst einen Blick über den Tellerrand unserer Grundbedürfnisse hinaus erlaubte, förderten hier ein Umdenken.

Ausgehend vom Wasserrecht wurden nach und nach zahlreiche Umweltgesetze und Verordnungen erlassen, welche immer größere Anforderungen an den Umgang mit gefährlichen Stoffen stellten. Die Belange des Bodenschutzes und der Altlastensanierung erfuhren jedoch mit Inkrafttreten des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) erst im Jahr 1999 eine bundeseinheitliche Regelung. Und obwohl sich gerade in Deutschland das Bewusstsein für den Umgang mit der Umwelt und der eigenen Gesundheit stark verändert hat, wird die Sanierung oder die Vermeidung von Altlasten vielfach immer noch als ein eher kostspieliger Luxus für eine Gesellschaft angesehen, die ansonsten keine Probleme mehr zu haben scheint.

Altlastverdächtige Flächen in München

Im Jahr 1991 erfolgte die erste umfangreiche Erfassung altlastverdächtiger Flächen für das Münchner Stadtgebiet. In München sind derzeit zirka 1300 Altablagerungen und etwa 2800 Altstandorte erfasst. Dabei handelt es sich oftmals um Flächen, für die noch keine gesicherten Daten und Untersuchungsergebnisse vorliegen; also um reine Verdachtsflächen und nicht um tatsächlich erwiesene Altlasten.

Trotzdem oder gerade deshalb müssen diese zur Sicherstellung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Aufstellung aktueller Bebauungspläne oder im Zusammenhang mit konkreten Bauvorhaben auf mögliche Altlasten untersucht und im Bedarfsfall saniert werden.

Bereits ein bloßer Altlastverdacht hat normalerweise schon erheblichen Einfluss auf den Wert eines Grundstücks. Bei jedem Grundstückskauf sollte deshalb rechtzeitig überprüft werden, ob das Objekt möglicherweise im Umgriff einer Altlast oder einer altlastverdächtigen Fläche liegt. Wichtig ist dies auch deshalb, weil erforderliche Sanierungsmaßnahmen meist von den betroffenen Grundstückseigentümern durchgeführt und bezahlt werden müssen und zwar unabhängig davon, von wem die sanierungsbedürftigen Boden- oder Grundwasserverunreinigungen letztlich verursacht wurden