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Bauvorhaben im Grundwasser


Wasser in der Baugrube  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Gabriele Rohde - Fotolia.com

Allgemeine geologische Situation im Münchner Stadtgebiet

Ob und wie stark Bauvorhaben vom Grundwasser betroffen sind, hängt in erster Linie von geologischen Gegebenheiten ab. Dabei sind in München vor allem die folgenden Faktoren entscheidend:

  • Das Gelände fällt vom Süden des Stadtgebietes zum Norden hin ab. Damit weist der Abstand zwischen Grundwasserspiegel und Geländeoberkante, also der sogenannte Flurabstand, in München erhebliche Unterschiede auf.
  • Während das Grundwasser im Süden, zum Beispiel in Solln, in einer Tiefe von bis zu 25 Metern beginnt, kann es im Norden, zum Beispiel in Feldmoching, bis zirka einen halben Meter an die Geländeoberfläche heranreichen.
  • Der Grundwasserspiegel unterliegt zudem jahreszeitlich und geologisch bedingten Schwankungen.
  • Das Grundwasser durchfließt das Stadtgebiet mit einem durchschnittlichen Gefälle von zwei bis drei Promille, wobei die Fließrichtung im Allgemeinen von Südwest nach Nordost verläuft.

Baumaßnahmen im Süden und Osten der Stadt sind daher grundsätzlich von der Grundwasserproblematik weniger betroffen als solche im Nordwesten oder Norden. Zu den besonders problematischen Gebieten zählen außer allen nördlichen Stadtbezirken auch die nordwestlichen Stadtbereiche, wie Aubing, Langwied und Lochhausen sowie die nordöstlichen Bezirke wie Bogenhausen und Trudering.

Erste Vorprüfung in der Planungsphase

Nicht zuletzt wegen der uneinheitlichen Grundwassersituation auf dem Stadtgebiet München ist es wichtig, bereits in der Planungsphase für ein neues Bauvorhaben zu klären, ob Gebäudeteile in das Grundwasser eintauchen. Dafür ist meist eine einfache Planprüfung im Hinblick auf drei Messgrößen ausreichend:

  1. Der Höchstgrundwasserstand HW 1940: Er gibt die Grundwassersituation im Jahr 1940 an und ist der angenommene Höchstwert für den Grundwasserspiegel, da seither nur in Ausnahmefällen höhere Grundwasserstände gemessen wurden.
  2. Der aktuell gemessene Grundwasserstand: Dieser Wert zur aktuellen Grundwassersituation zeigt, ab welcher Tiefe das Grundwasser direkt und konkret betroffen ist.
  3. Der tiefste Punkt der Gebäudesohle, meist die Keller- oder Tiefgaragensohle: Er ist anhand des Gebäudeschnittplanes zu ermitteln.

Angaben zum höchsten Grundwasserstand HW 1940 in München sind in den amtlichen Lageplan eingetragen und können beim Vermessungsamt München angefordert werden. Informationen zu den aktuellen Grundwasserverhältnissen in München erteilt das Referat für Gesundheit und Umwelt, Hauptabteilung Umweltvorsorge, Sachgebiet Ressourcenschutz (RGU-UVO 13).

Maßnahmen nach der Planprüfung

Gebäude beziehungsweise Bauteile, die nur in den Höchstgrundwasserstand HW 1940 reichen, müssen bis zu dieser Höhe zuzüglich eines Sicherheitszuschlages von 30 cm grundwasserdicht und auftriebssicher errichtet werden. Bei Baumaßnahmen in den Überschwemmungsbereichen von Isar, Würm, Hachinger Bach und anderen Oberflächengewässern sind unter Umständen höhere Sicherheitszuschläge erforderlich.

Für Gebäude beziehungsweise Bauteile und Baugrubensicherungen wie zum Beispiel Spundwände, einzelne Bohrpfähle, Bohrpfahlwände sowie für Unterfangungen oder sonstige Maßnahmen zur Baugrubensicherung, die in das tatsächlich vorhandene Grundwasser eintauchen, ist ein wasserrechtliches Erlaubnisverfahren zwingend erforderlich.

Sollten Gebäude, Bauteile oder Baugrubensicherungsmaßnahmen nur in den höchsten Grundwasserstand HW 1940 reichen, ist vorab mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Wasserrecht zu klären ob eine wasserrechtliche Erlaubnis beantragt werden muss.

Hinweis zu Baumaßnahmen

Das anfallende Bauwasser, also sowohl Grund- als auch Niederschlagswasser, muss nach dem Durchlaufen eines Absetzbeckens zum Absetzen von Feinteilen über Schluckbrunnen beziehungsweise Sickerschächte wieder in den oberflächennahen, quartären Untergrund eingeleitet werden. Eine Einleitung von Bauwasser in den Abwasserkanal oder in Oberflächengewässer wie zum Beispiel in Stadtbäche ist in der Landeshauptstadt München grundsätzlich nicht erwünscht.

Wasserrechtliche Erlaubnis

Ob Keller, Tiefgaragen oder Baugrubensicherungen: Was ständig oder zeitweise in das tatsächlich vorhandene Grundwasser eintaucht, beeinflusst es auch. Daher ist immer, wenn das der Fall ist, eine wasserrechtliche Erlaubnis zwingend erforderlich. Wird nur der höchste Grundwasserstand HW 1940 erreicht, ist vorab zu klären ob eine wasserrechtliche Erlaubnis beantragt werden muss.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite werden ausschließlich zum informellen Gebrauch erteilt und sind nicht rechtsverbindlich. Aus den Erläuterungen können keine Rechtsansprüche gegen das Referat für Gesundheit und Umwelt beziehungsweise gegen die Landeshauptstadt München abgeleitet werden.

Wasserrechtliche Erlaubnis für Bauvorhaben im Grundwasser

Angaben zur Ermittlung der zuständigen Einrichtung